Der Mauerfall bringt am 9. November 1989 Millionen Menschen hinter dem Eisernen Vorhang die ersehnte Freiheit. Für mehrere Tausend Hasen, die bisher ungestört auf dem Todesstreifen lebten, ist es das Ende eines Paradieses. Arte zeigt am 29. Juli um 23.15 Uhr den ungewöhnlicher Oscar-Nominierten Dokumentarfilm “Mauerhase” (Trailer), der gleichzeitig auch eine satirische Parabel über das Leben von Hasen und Menschen ist.
Der Film zeigt das Leben aus der Perspektive der Mauerhasen inmitten üppigen Grüns. Mögliche Feinde halten ein großer Zaun und später die unüberwindbare Mauer auf Distanz. Bewaffnete Wächter übernehmen persönlich die Verantwortung für das Wohlergehen der possierlichen Tiere. Die enge Nachbarschaft von Grenzsoldaten und Hasen fördert ein geradezu inniges Verhältnis.
Mit der Zeit verlieren die Hasen jede Scheu und werden in ihrer kleinen, überschaubaren Welt träge und faul. Sie hören auf, um Rangordnungen zu kämpfen und reagieren auf die Vorgänge um sie herum mit Desinteresse. Doch auch die Zustände im Paradies währen nicht ewig. Pflanzenschutzmittel werden eingesetzt, die Hasen erkranken, werden schließlich gejagt – bis die Mauer fällt. Sie müssen nun lernen, mit der neu gewonnenen Freiheit zurechtzukommen, dürfen nicht unter die Räder geraten. Dieses Schicksal teilen die Hasen mit vielen Menschen in ganz Osteuropa.
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