Will Travel For Vegan Food

, 3. Juli 2012

Kristin Foto: Jennifer Simmons.

Von Doris Neubauer. Manche Menschen leben das, wovon sie sprechen. Einer dieser Menschen ist Kristin Lajeunesse, die sich selbst als “Liebhaberin von gutem Essen und von Reisen” bezeichnet. Sie ist seit einiger Zeit auf einem einjährigen Roadtrip durch die USA unterwegs. Nichts Besonderes? Vielleicht. Abgesehen von der Tatsache, dass Kristin für veganes Essen reist: Von August 2011 und Oktober 2012 möchte sie alle 50 US-Staaten besuchen, bei jedem veganen Restaurant zu Gast sein, das sie findet – und über alles laufend auf ihrer Website Will Travel For Vegan Food bloggen.“Das Ziel ist, veganes Leben bekannter zu machen”, sagt Kristin, die zu ihrem 30. Geburtstag am 28. Oktober die Reise beenden wird, “VeganerInnen mit VeganerInnen zu verbinden, und einfach zwei von meinen vielen Interessen zu folgen: Essen und Reisen.”

“Es wäre einfacher zu sagen, dass es einen aha-Moment gegeben hätte, der mich auf dieses wilde Abenteuer geführt hat”, erzählt Kristin in einem Interview, “aber um ehrlich zu sein war es eine Kombination vieler Dinge, die zu einer einzigen Entscheidung geführt hat: Einen Lebensstil um meine persönlichen Interessen und meine Wünsche herum zu schaffen und gleichzeitig mitzuhelfen, mehr Menschen über das vegane Leben zu informieren.” Nach ihrem eigenen 5-Jahres-Jubiläum als Veganerin “habe ich immer wieder gesagt “ich möchte gern reisen, aber…” oder “ich hätte gern x,y,z, aber”.. und irgendwann war ich dieses “Aber” leid”, so die Bloggerin. Der Auslöser war dann eine – scherzhafte – Aussage auf ihrer Facebook -Wand. “Ich würde gern in jedem veganen Restaurant von Amerika essen”, meinte sie dort – und war von der zahlreichen positiven Reaktion überrascht. Der Plan für “Will Travel For Vegan Food” war geboren!

Und jetzt, wie ist das Leben unterwegs? Nachfolgend ein kleines Interview

Veganer Schokoladenkuchen bei Plant in Asheville Foto: Will Travel for Food.

Was hat dich bisher am meisten auf deinem Roadtrip überrascht?
Kristin: Ich habe ja noch einige Monate vor mir, aber bis jetzt hat mich am meisten überrascht – oder hat mich besonders positiv gestimmt -, dass wirklich jeder, den ich getroffen habe, unglaublich nett und großzügig zu mir war. Ob mir jetzt jemand einen Platz zum Schlafen anbietet oder mich zum Essen einlädt oder mich zu einer Veganen Gruppe bittet, ich habe wirklich mit jedem Spaß! Was ich dabei gelernt habe ist, dass die meisten Menschen gut sind. Nein, nicht nur gut, großartig. Und das ist fantastisch!

Und was ich wirklich überraschend gefunden habe: Ich war überrascht zu erfahren, dass es gerade in Florida sehr viele vegane Rohkost-Restaurants gibt – mehr als in anderen Staaten. Vielleicht hat es damit zu tun, dass dort alle großartig aussehen möchten, weil sie ja immer in ihren Bikinis herumlaufen. Ich weiß es nicht. Aber die Rohkost-Bewegung hat Florida definitiv eingenommen.

Welche Person, die du getroffen hast, hat dich am meisten beeindruckt?
Kristin: Jeder war sehr hilfreich, großzügig und nett. Ich habe keine Person getroffen, bei der ich mich unwohl gefühlt habe. Ich liebe es mit anderen zu sprechen – vor allem über IHRE Träume und Ziele in ihrem Leben. Ich liebe es, ihnen dabei zu helfen, sie auch wahr werden zu lassen. Das ist sehr aufregend :-)

Eine Person.. ooh… das ist eine Frage, die mir noch nicht gestellt wurde. Ich habe eine Reihe herausragender Persönlichkeiten getroffen, aber eine Person hat einen besonders bleibenden Eindruck hinterlassen: Ben Strothmann, auch bekannt als Honey LaBronx, eine vegane Drag Queen. Ben ist ein Aktivist aus New York City, der sich besonders für Tiere, Vegane und Homosexuelle einsetzt. Im Oktober haben mein Reisepartner und ich ein 2-teiliges Interview mit Ben gemacht und waren auch Gast bei seiner veganen Kochshow.

Ben ist einer der beeindruckendsten, ausdrucksstärksten und einfühlsamsten Aktivisten, die ich je getroffen habe. Er ist unglaublich freundlich und hat so eine schöne Art, über Veganismus zu sprechen. Er ist definitiv eine der bemerkenswertesten Personen, die ich auf dem Roadtrip bisher getroffen habe. Wenn du jemals in New York City sein solltest, halte nach ihm Ausschau und lade ihn zu einem oder zwei Essen ein. Du wirst eine unvergessliche Zeit haben… und dabei vermutlich einiges über dich lernen!
Wie beschreibst du deinen Trip in 3 Worten?
Kristin: Köstlich. Abenteuerlich. Nach innen schauend.

Wenn jemand in deine Fußstapfen treten möchte, was würdest du ihr/ ihm empfehlen? Was hättest du gern im Vorhinein gewusst?

Kristin: Es gibt keinen richtigen Weg, so etwas zu tun. Konzentriere dich auf deine Interessen, arbeite hart und bleibe positiv. Ich glaube, eine positive Einstellung zu allen Dingen im Leben hilft Ziele und Träume zu erreichen – statt ihnen nachzujagen oder sie aus der Ferne anzustarren. Ich würde nichts daran ändern, wie ich bis hierher gekommen bin. Es war alles eine wunderbare Lernerfahrung und ich glaube das ergeht jedem so, der etwas Ähnliches macht. Eines aber: Ein Trip wie dieser ist kein einziger großer Urlaub. Wenn du deinen Traum und dein Abenteuer mit anderen teilen möchtest – zum Beispiel auf einer Website – ist das jede Menge Arbeit.

Du reist nur in den USA, hast du Pläne, deinen Trip auszuweiten oder mit Will Travel For Vegan Food auch nach Europa zu gehen?

Kristin: Die Reise konzentriert sich auf die USA, ja. Aber ich war in den letzten sechs Monaten bereits in Montreal, Paris, und in ein paar Gegenden von Italien. Ich plane außerdem nach Toronto und Vancouver zu fahren. Ich bin offen, in Zukunft andere Länder zu entdecken, mag es aber auch, die Reise im Moment “regional” zu halten. Vielleicht wird es einen Teil II von Will Travel For Vegan Food in Europa geben :-)

Was hast du auf deinem Roadtrip gelernt und möchtest mit den Zuhause-Gebliebenen teilen?
Kristin: Ich habe viel über mich gelernt und über die Art von Person, die ich gern sein möchte. Ich habe viel Zeit für mich um mit meinen Kernthemen zu sein, die ich die letzten 29 Jahre geschaffen habe. Ich habe auch festgestellt, dass diese Reise eine tolle Möglichkeit ist, mich selbst besser kennen zu lernen und an mir zu arbeiten. Ich glaube, ich habe mich sehr geändert – vor allem in den letzten drei Monaten – und ich mag dieses neue Bewusstsein. Mein Freund Ryan würde sagen: “Wir haben viel im Leben zu ent-lernen”. Auf dieser Reise bringe ich mir also selbst bei, einiges zu “entlernen”, das mich seit einiger Zeit beschäftigt hat. Es geht darum, selbstbewusster zu werden mit mir und mit dem, wer ich sein möchte, und das Leben voll zu leben.

Hintergrund: Der Artikel wurde zuerst auf der Website littlemissitchyfeet.com – von einer, die auf der reise ist, veröffentlicht. Da bloggt Doris Neubauer ungewöhnliche Reisegeschichten und Notizen: “Worum´s mir geht? Um Bewegung, um Entwicklung, um Neues, um Anderes, um Vernetzung on- und offline – aber auch um Nachhaltigkeit, Umwelt, neue Energien, soziale Belange, spannende Menschen, die etwas tun. Schließlich findet Abenteuer nicht nur im Außen, sondern auch im Inneren statt.”

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