Neu im Kino: Samsara


Samsara ist ein Wort, welches das sich unaufhörlich drehende Rad des Lebens beschreibt. Es ist zugleich ein sehr intimes und breit gefächertes Konzept für einen Film, der wie eine nonverbalen, geführte Meditation daherkommt. Er führt auf eine Reise der Seele. Das perfekte Thema für die Filmemacher Ron Fricke und Mark Magidson, die schon bereits an Chronos, Baraka und anderen Projekten zusammenarbeiteten und während der letzten 20 Jahre auf der Suche nach einzigartigen Bildern über 58 Länder gemeinsam bereist haben. In 70mm gedreht unterlegt mit dynamischer Musik beleuchtet der Film die Verbindung der Menschen mit dem Rest der Natur. Er bringt zum Ausdruck, inwieweit unser Lebenszyklus dem Rhythmus unseres Planeten entspricht. Samsara wurde in 25 Ländern gedreht und befand sich fast fünf Jahre in der Produktion.

Foto: Samsara Film

Das kleine Filmteam, bestehend aus Mark Magidson (Produzent), Ron Fricke (Regisseur), JC Earle (Koproduzent) und Myles Connolly (Herstellungsleiter), reiste während der gesamten Drehzeit gemeinsam umher. Die Crew war mit relativ wenig Gepäck unterwegs: Sie hatten nur eine Panavision 70mm-Kamera dabei sowie die speziell hergestellte Kamera für die Zeitraffersequenzen, einen kurzen Auslegerarm, ca. neun Meter Schienen für Dollyfahrten, die aufgrund von Transportvorschriften der Fluggesellschaften in kleine Teile zerlegt waren, und ein Paket mit grundlegendem Zubehör. Alles andere wurde vor Ort gekauft oder geliehen. Überall sorgten Helfer dafür, dass Transportmöglichkeiten, Drehgenehmigungen und manchmal auch zusätzliche Ausrüstung zur Verfügung standen.

Samsara ist nur einer von einer Handvoll Filme, die (wie sein Vorgänger Baraka) während der letzten 40 Jahre im 70mm-Format gedreht wurden. Mithilfe eines mühsamen Konvertierungsprozesses, bei dem jeder einzelne Frame des Films in einer 8k-Auflösung gescannt werden musste, entstand ein überdimensionales Datenpaket (mehr als 20 Terabytes!), das dann später in das endgültige Format umgewandelt wurde. Dieser Prozess wurde ausführlich getestet, um die Vorteile des Oversamplings beim Scannen von Film- zu Digitalmaterial zu verdeutlichen, und liefert ein unvergleichliches Filmerlebnis mit außergewöhnlicher Detailgenauigkeit, Schärfe und Dynamik. Diese Methode wurde zum ersten Mal bei der Herstellung der Blu-ray DVD von Baraka eingesetzt und ist seitdem eine in der Filmindustrie oft angewandte Methode. Die erfolgreiche Herstellung der Baraka-Blu-ray ist ein Meilenstein bei der Umwandlung analoger 70mm-Filme in ein digitales Format.

Samsara wird den Zuschauern in einer unglaublichen 4K-Digitalprojektion gezeigt. Der nonverbale, 95 Minuten lange Film Samsara wird von Musik untermalt, die von Michael Stearns, Lisa Gerrard und Marcello De Francisci komponiert wurde; daneben wurden auch Kompositionen anderer Musiker verwendet. Der Soundtrack selbst webt eine vielschichtige Landschaft, die ebenso reichhaltig ist wie das visuelle Bild. Mark, Ron und Michael, der für seine bahnbrechende Kompositionen für Baraka bekannt ist, haben sich erneut mit der beliebten Musikerin, Sängerin und Komponistin Lisa Gerrard zusammengetan, die zuvor bereits für Baraka das Stück „Host of Seraphim“ beisteuerte und mit Mark am Tourfilm Toward the Within über die Gruppe Dead Can Dance gearbeitet hatte.

Eine der größten kreativen Herausforderungen für die Komponisten war die Entscheidung, wann Soundeffekte im „Hier und Jetzt“ eingesetzt werden sollten und wann es besser wäre, eine musikalische Pause einzulegen, um in sehr intensiven Momenten Raum für die Betrachtung des Bildes zu lassen. Jeder einzelne Takt wurde akribisch evaluiert, um die Gesamtvision von Samsara als geführte Meditation, die den Zuschauer sowohl visuell als akustisch tragen soll, in den Mittelpunkt zu stellen.

Hier gehts zur Kinoliste, wo der Film ab dem 23.8. läuft

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Die Blätter fallen, fallen wie von weit, als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.
Und in den Nächten fällt die schwere Erde aus allen Sternen in die Einsamkeit.
Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.
Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen unendlich sanft in seinen Händen hält.”

Rilke

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