Urlaubsphotos für eine bessere Welt

Foto: Steffen Rothhammel, Zusammenkommen

Von Hans Oberländer. Gut, dass Thomas Heinrich ein schlechtes Gewissen hatte. Sonst gäbe es Photocircle nicht – eine sozial engagierte Fotoplattform, die jetzt in Berlin an den Start gegangen ist. Darf man das, durch die Welt reisen und Land und Leute fotografieren? Was für eine Frage, Millionen von Hobbyfotografen tun es jeden Urlaubstag. Wieder zu Hause freuen sie sich über schöne Motive, die Anerkennung ihrer Freunde und über das Geld, das gelegentlich der Verkauf von Fotos bringt. Thomas Heinrich, 29, Wirtschaftswissenschaftler aus Berlin, freute sich jahrelang genauso. Doch irgendwann bekam er ein schlechtes Gewissen. Die Menschen, die er ohne ihr Einverständnis in ihrem Alltag fotografiert hatte, die exotischen Landschaften – wie profitierten sie? Gar nicht. Dabei hatte er viele seiner besten Fotos in armen Regionen gemacht, wo die Menschen jede Hilfe gut gebrauchen können. In Gesprächen mit anderen Fotografen stellte er fest, dass viele ähnliche Skrupel hatten: Sie wollten den Menschen auf ihren Bildern etwas zurückgeben, wussten aber nicht wie.

Und so entwickelte Heinrich eine Idee, die jetzt in ein sozial engagiertes, innovatives Geschäftsmodell mündete: Photocircle. Auf der Onlineplattform Photocircle.net können die Kunden eigene Bilder hochwertig drucken lassen oder Kunstdrucke talentierter und renommierter Fotografen kaufen. Beides geht einfach und bequem in nur wenigen Klicks. Das Besondere: Ein Teil des Erlöses wird an ein soziales Projekt in der Region gespendet, in der das Foto aufgenommen wurde. Dafür verzichten Fotografen, die bei Photocircle mitmachen, auf mindestens 30 Prozent ihres Gewinns. Zusätzlich spendet Photocircle bei jedem Kauf sechs Prozent des Grundpreises an das jeweilige Projekt: Etwa einen Brunnen für ein Armenviertel, die Förderung der Bildung indischer Dorfbewohner, eine Patenschaft in Nordkolumbien zur Stärkung der Rechte von Frauen und Kinder oder eine Schülerpatenschaft für sozial schwache Berliner Kinder. Die Kunden wählen das Projekt aus, das von Partnerorganisationen betreut wird: der UNO-Flüchtlingshilfe, Kinderhilfsorganisation Plan International und lokalen Initiativen wie den Schülerpaten Berlin oder der Kulturloge Berlin.

Um eine hohe Qualität der Fineart-Drucke zu gewährleisten, bestehen die Leinwände aus 100% Baumwolle und sind mit einem speziellen UV-Lack versiegelt. Das Holz stammt aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Bei den Acrylglasbildern und Alu Dibonds setzt Photocircle auf die klassische Kaschierung und meidet das minderwertige Direktdruckverfahren.

Die Erstveröffentlichung des Artikels fand im MAYmagazine des Journalisten Hans Oberländer statt. In 28 Berufsjahren hat er als Redakteur oder freier Mitarbeiter für eine Vielzahl namhafter Magazine gearbeitet hat, unter ihnen Stern, Gala, Wirtschaftswoche, Lufthansa Magazin.

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  • Cornelia Mohrig

    Das ist eine sehr gute Idee .. viel Glück dabei .. und einen intensiven, gerecht verteilten Gewinn für alle Beteilgten..

Das Böse ist nicht das Gegenteil des Guten.
Es gibt nur den Weg zu einer großen Einheit.
Man kann sich dieser nähern,
das ist das Höchste,
die Nähe zu Gott.
Bei näherem Hinschauen sieht man,
dass das Böse keine Existenz hat.

Überlebender von Auschwitz Jehuda Bacon in der Dokumentation ‘Mut zum Leben’

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Interaktion

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26.01.2015 um 10:01 Uhr

Night will fall

Ich habe die Doku “Night Will Fall” schon bei arte tief erschüttert gesehen und es hat mir nochmal unser aller Schattenthemen vor Augen geführt. Der von Sidney Bernstein produzierte Film, der das Grauen der KZs zeigte und an dem die Regissuere Andre Singer, Hitchkock und Billy Wilder beteiligt waren, wurde aus unterschiedlichen Gründen nie gezeigt, war dann verschollen und wurde erst 2014 rekonstruiert. Heute abend im Ersten um 23.30 Uhr. Ein guter Artikel im Abendblatt.
nightwillfall

25.01.2015 um 17:01 Uhr

Junge Alte

Toller Artikel mit tollen Menschen, die im hohen Alter noch ungewöhnliche Dinge erlernt haben. Inspirierende Fotos und Geschichtenhier.
alter

24.01.2015 um 12:01 Uhr

Die Cashmere-Queen

Aus Langeweile eines langen Krankenhausaufenthalts heraus “strickte” sich Iris von Arnim ihre Designermarke. Am 25.1. 2015 wird sie 70. Jahre alt. Mehr über eine ungewöhnliche Lebensgeschichte hier.

iris

Veranstaltungstipp

Am 14.2.2015 ist es wieder soweitonebillionrising2015

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