Jahreskreisfest: Lammas

lammasDas Jahreskreisfest  am 1. August hat mehrere Namen, doch ob Schnitterin, Kräuterweihfest oder Lammas: Es ist ein Erntefest, speziell für Getreide und magisch verwendete Kräuter, deren energetische Wirkung in dieser Zeit am stärksten ist. Das SchnitterIn-Fest liegt auf dem Höhepunkt des Sommers, dem Übergang vom fruchtbaren Sommer in den Spätsommer. Und obwohl es noch heiß ist, gibt es schon eine erste Ahnung des Herbstes. Gerade eben wogen überall die Getreidefelder, kurze Zeit später sind sie weg. Ein rascher endgültiger Schnitt lässt ein Stoppelfeld zurück.

Traditionell wird zu diesem Fest das erste Mal Brot aus dem neuen Getreide gebacken. Dieses Brot kann im Rahmen einer kleinen Feier mit Freunden geteilt werden. Aber auch der Grossteil der Kräuterernte wird abgeschlossen, da die Wirkstoffe der Kräuter auf dem höchsten Niveau sind. Gerne wird ein Kräuterstrauß gesammelt und mit einem roten Band verbunden. Die Anzahl der Kräuter sollte einer magischen Zahl entsprechen. Meistens spielt die 3 darin eine große Rolle, wobei die 9 besonders magisch ist. Ein typischer 9er Bund besteht zum Beispiel aus Arnika, Baldrian, Johannakraut, Kamille, Königskerze, Pfefferminze, Schafgarbe, Tausendgüldenkraut und Wermut.

Das Schnitterinfest lehrt auch auf spiritueller Ebene das Wählen, Trennen und Sortieren, das sich auf verschiedene Ebenen übertragen lässt. Sie gilt für einzelne Pflanzen ebenso wie für ganze Felder, für Geld, für Geräte, für die persönliche Reifung wie die gemeinsame Entwicklung einer Gruppe. In diesen Zusammenhängen einen Schnitt zu führen ist nicht immer einfach. Die Kraft der Schnitterin unterstützt den Prozess der Unterscheidung zwischen zu erhaltenden Ressourcen und unnötigen Ballast.

Hintergrund:  Der Tanz des Lebens führt durch die acht Jahreszeiten und -Feste. Grundthemen sind hierbei das Sehen (Lichtfest), Werden (Frühling), Wachsen (Walpurgis), Blühen (Sommer), Ernten (Schnitterin), Weitergeben (Herbst), Vergehen (Halloween), Funkeln (Winter) sowie die vermischende und freisetzende Kraft der Rauhnächte.

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Die Blätter fallen, fallen wie von weit, als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.
Und in den Nächten fällt die schwere Erde aus allen Sternen in die Einsamkeit.
Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.
Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen unendlich sanft in seinen Händen hält.”

Rilke

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