Jahreszeitenfest: Herbstanfang/Mabon

Am Dienstag ist es wieder soweit, am 23. September sind Tag und Nacht gleich lang. Die helle Hälfte des Jahres geht zu Ende und die dunkle beginnt: Herbstanfang. In der Zeit des Übergangs sind beide Kräfte gleich (ge)wichtig. Die Kräfte sind vollkommen ausgewogen und eine kann sich in den Haaren raufen, wenn sie eine Entscheidung fällen möchte.

Noch einmal zeigt sich jetzt die Natur in großer Farbenpracht und Fülle. Die Feldfrüchte werden eingebracht; es ist die Zeit der Äpfel und des jungen Weins, die Zeit des Saft- und Marmeladeneinkochens. Frau Holle schickt uns schwarze Grüße mit den reifen Holunderbeeren. In einem Herbstritual ist es nun Zeit für Erntedank. Die Früchte des Jahres sind sichtbar. Eine Meditation zum inneren Ort des Reichtums kann auch eine Rückschau auf das Jahr sein, auf die Ernte, die es brachte. Zeit Danke zu sagen. Etwas von dieser Fülle weiter zu schenken und zu feiern, kann überaus bereichernd sein und trägt dazu bei, für Ausgewogenheit zu sorgen.

Es ist auch eine schöne Zeit, um (Erntedank)Feuer anzünden, um uns von der lichten Hälfte des Jahres zu verabschieden. Wir verabschieden uns auch von altem Groll, der sich im Laufe des Jahres angesammelt hat. Es heißt, dass nun Persephone, die Tochter der Demeter, für vier Monate in die Unterwelt geht, um dort als Herrin der Toten neben ihrem Gatten Hades zu herrschen (oder je nach Mythe zu Hekate, der alten Herrscherin des dunklen Reiches zu gehen).

Die Bezeichnung “Mabon” hat übrigens keinen nachweisbaren Hintergrund, sondern taucht schriftlich zuerst bei dem amerikanischen Autor Aidan Kelly  in den 70er Jahren auf. Die walisische Sagengestalt Mabon war hierfür wahrscheinlich Vorbild.

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Die Blätter fallen, fallen wie von weit, als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.
Und in den Nächten fällt die schwere Erde aus allen Sternen in die Einsamkeit.
Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.
Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen unendlich sanft in seinen Händen hält.”

Rilke

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