Sehnsucht nach einer anderen Art von Arbeit


Viele Menschen steigen in ihrer Sehnsucht nach einer anderen Art von Arbeit aus den „normalen“ Unternehmen aus und machen sich selbständig. Doch gibt es nicht doch Organisationen, die eine andere Art der Zusammenarbeit erfolgreich praktizieren? Dieser Frage ist Frederic Laloux nachgegangen und der ehemalige Unternehmensberater stellt in seinem Buch „Reinventing Organizations“ 12 Firmen, Schulen und Non-profit-Unternehmen vor, die auf eine ganz andere Art und Weise strukturiert und geführt werden. Sie alle zeichnet aus: Sie machen alles radikal anders. Aber am Ende bilden alle ähnlich neue evolutionäre Organisationsformen aus – vielleicht ein Modell für noch viele weitere mehr?!

Vertrauen und Transparenz statt Angst und Kontrolle
buurtzorgLalouxs Lieblingsfirma und auch mein Lieblingsbeispiel ist die niederländische Organization Buurtzorg (Nachbarschaftpflege) für häusliche Krankenpflege. Hier haben sich selbstorganisierende Teams von 10-12 Mitarbeitern gebildet, die ungefähr 50 Patienten in einer kleinen, klar definierten Nachbarschaft betreuen. In der inzwischen 9.000 Pflegekräfte umfassenden Firma gibt es keine Führungshirarchie, keine Chefs, wichtige Entscheidungen werden kollektiv getroffen. Alle Planungs- und Managementaufgaben werden im Team verteilt. In der Zentrale arbeiten nur 30 Personen, deren Hauptaufgabe wiederum nur ist, neue Teams mit Lösungsorientierten Interaktionsmethoden zu schulen. Tiefer Respekt und Nutzung der Kompetenzen eines jeden Einzelnen sind dafür wichtig. Wenn es Probleme gibt, können die Teams einen regionalen Berater (der 40 bis 50 Teams betreut) hinzuziehen, der dem Team hilft eine für sie passende individuelle Lösung zu finden.

Das Ergebnis: Großer persönlicher Bezug der Pflegekräfte („endlich habe ich meinen Beruf wieder“) zu jedem Patienten. Mehr Zeit für Kontakt und die speziellen Bedürfnisse, auch um die Selbständigkeit der Patienten zu fördern. Große Zufriedenheit der Pfleger und Patienten. So kommt es am Ende dazu, dass Buurtzorg im Durchschnitt unglaubliche 40 Prozent weniger Arbeitsstunden pro Patient benötigt.

reinventingorgaNeues Bewusstsein in der Arbeitswelt
Das Buch von Laloux ist ist eine wahre Schatzkiste unglaublich inspirierend, um das neue Bewusstsein auch in die Arbeitswelt zu tragen und um das klassische auf Angst basierende Organisationssystem durch intelligentes Vertrauen zu ersetzen. Die neuen Systeme kontrollieren sich aus sich selbst heraus. Zitat von Ken Wilber aus dem Nachwort „Die programmatische Aufforderung ‚Reinventing Organizations‘ mündet in einem Organisationsmodell, das Strukturen wie Praktiken nach neuartigen, evolutionär-integralen Prinzipien ausrichtet. Im Ergebnis steht die Erkenntnis, dass das Leben und Arbeiten in Organisationen, ebenso wie deren Leistungsbeiträge für die Gesellschaft, radikal zum Positiven verändert werden können. Aber hierzu muss nicht zuletzt die Führung eine fortgeschrittene Entwicklungsebene erreichen.“

Das Buch Reinventing Organizations: Ein Leitfaden zur Gestaltung sinnstiftender Formen der Zusammenarbeit gliedert sich in drei Teile, plus Anhang und Nachwort von Ken Wilber:

Teil 1: Die historische und entwicklungstheoretische Perspektive
Teil 2: Die Strukturen, die Praxis und die Kultur CYANER Organisationen
Teil 3: Die Entstehung CYANER Organisationen

Ins Buch lesen hier.

Zur Vertiefung dieses Video:

Posted in MenschenGetagged mit: ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

ganesha
Ganesha ist der wohl am meisten geliebte Gott im hinduistischen Pantheon. Er wird von Hindus, Buddhisten und Janis gleichermaßen verehrt. Er wird als Gott der Weisheit, der Überbringer des Glücks und der Beseitiger aller Hindernisse gesehen.

Interaktion

Gute Nachrichten teilen
25.07.2016 um 11:07 Uhr

Kornheiliger Jacobus

Der 25. Juli, der Tag des „Kornheiligen“ Jakobus, galt für die ländliche Bevölkerung als wichtiger Lostag. „Ist es hell auf Jakobustag, viel Früchte man sich versprechen mag.“ Ein heißer Jakobustag verkündet einen kalten Winter. Nach altgeübten Brauch werden am Jakobustag die ersten Kartoffeln, die Jakobi-Erdäpfel, geerntet und gegessen; man sammelt Heilwurzeln und Blaubeeren.
In den Alpen war und ist Jakobi das Hauptfest der Sennen und Hirten; es wird auf „Jakobsstärke“ getrunken; man mißt die Kräfte im „Rankeln“ oder „Schwingen“, eine alte Form des Ringens. Aus dem Juli-newsletter von Wolf Dieter Storl
a_juni_068_a_kornblume_quad

24.07.2016 um 08:07 Uhr

Gefängnisse schließen

Es gibt in den Niederlanden nicht genug Straftäter, um die Gefängnisse zu füllen. Deswegen werden jetzt Teile geschlossen. Warum die Verbrechensrate kontinuierlich sinkt und die Reintegration besser gelingt, schreibt die Huffington Post.
herz_aus_kuhschwanz

20.07.2016 um 06:07 Uhr

Fleischsteuer?

Klimaforscher möchten Fleisch verteuern – denn Fleischessen ist ähnlich umweltschädlich wie Autofahren. Insbesondere Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Eier machen rund die Hälfte der ernährungsbedingten Umweltschäden aus. Vegetarische oder vegane Ernährung belasten Umwelt und Klima deutlich weniger stark. Zum Beispiel benötigt die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch rund 14’000 Liter Wasser. Ein Kilogramm Früchte und Gemüse lässt sich hingegen mit rund 500 Liter Wasser erzeugen. Guter Artikel mit Grafik im Tagesanzeiger.ch.
87229

Lichtblick und newslichter

Zu Ökostrom oder Gas bei LichtBlick wechseln und damit die newslichter unterstützen. Für jeden geworbenen Neukunden spendet LichtBlick den guten Nachrichten 30 Euro. Einfach und schnell über diesen Link zu LichtBlick wechseln. Der zertifizierte LichtBlick-Strom stammt zu 100 % aus erneuerbaren Quellen aus Deutschland. Wer zu LichtBlick wechselt, schützt nicht nur Klima und Umwelt, sondern kann auf faire Konditionen und ausgezeichneten Kundenservice vertrauen.lichtblick

Partner

Sie bilden das Netzwerk der guten Nachrichten: Die Partner der newslichter. Wir verzichten auf klassische Werbeformate, aber wir empfehlen bewusst ausgewählte Projekte und Unternehmen auf unserer Partnerseite Wollen Sie für 365 Tage Partner dieses starken Netzwerkes sein? Für nur einen Euro pro Tag sind sie dabei. Hier Kontakt aufnehmen.

AboSonne

sunrays
sun with abo

Jetzt ein Abo!

Die newslichter sind frei zugänglich und wollen unabhängig von Werbung und journalistischen Zwängen ein neues Paradigma in der Medienwelt begründen. Wenn viele Menschen einen kleinen Beitrag leisten, können wir viel bewegen.

Spendenaufruf

schließen

Willkommen bei den guten Nachrichten. Die newslichter sind anders als die anderen Medien. Wir sind frei zugänglich und verzichten bewusst auf klassische Werbung. Deswegen braucht es Deine Großzügikeit und Unterstützung im Feld dieser positiven Energie: Nimm ein Abo oder spende direkt mit einen Betrag Deiner Wahl.

Freude und Danke.
Ich habe bereits gespendet

Vielen Dank!

Du lässt die newslichter leuchten

Vielen Dank, dass Du die newslichter.de durch Deine Spende unterstützt und werbefrei hältst. Freude!