Leben in herausfordernden Zeiten

Foto: Elske Margraf

Foto: Elske Margraf

Von Inaqiawa. Diese Zeit ist so außergewöhnlich … so außergewöhnlich wie Übergangszeiten nur sein können. Das alte System hat sich noch nicht aufgelöst und das neue System ist noch nicht wirklich da. Das Alte wollen wir oft nicht mehr und etwas Neues ist zwar in unseren Vorstellungen vorhanden, aber nur vereinzelt bereits Realität.

Dieser Zustand erzeugt eine Art Zerrissenheit, eine Verunsicherung, manchmal Verwirrung, fast immer aber eine Vermischung von Altem und Neuem, die uns die Klarheit nehmen kann. Die Frage stellt sich immer häufiger in uns: was geht gar nicht mehr und was geht noch nicht … was geht denn überhaupt noch mit einem guten Gefühl? Besteht die Anforderung dieser Zeit genau darin, diese beiden so unterschiedlichen Aspekte der Gegenwart gleichzeitig zu meistern und mit dem Gefühl leben zu lernen, dass wir wie in zwei verschiedenen Universen leben? Mir erscheint dies als eine der großen Herausforderungen unserer Zeit.

Es ist schon eine längere Zeit her, da bekam ich in einer Meditation ein Bild für diesen Zustand. In mein rechtes Bein strömte das Alte: das Geldsystem, der Besitz, das Festhalten, die Verstandesübermacht und alle damit verbundenen Gefühle und beim nächsten Einatmen strömten all die wundervollen Vorstellungen einer neuen Zeit in mein linkes Bein: eine von Liebe geprägte Gesellschaft mit Menschen, die bedingungslos lieben lernen und die die Balance zwischen Nehmen und Geben bewahren. Eine Zeit, in der das Jetzt wichtiger ist, als alte Erfahrungen der Vergangenheit es je sein konnten. Das Verblüffendste an diesem Bild war für mich, dass sich beide Beine mit den vorhandenen Aspekten gut anfühlten und ich konnte erkennen, dass es eine Zeitqualität ist, uns in beiden „Universen“ so einzurichten, dass es sich gut und richtig anfühlt.

Um diese Gegenwart in Fülle und Liebe leben zu können, müssen wir uns (zur Zeit noch) auf beiden Beinen stabil und zufrieden fühlen, sonst kippen wir um und fallen in die Lücke dazwischen, in der die Zerrissenheit, die Verunsicherung und die Verwirrung existieren. Beide Beine erscheinen mir für einen „gesunden Wechsel“ wichtig.

Jede Idee hat ihre Zeit und wenn die Zeit gekommen ist, dann wird sich die Idee verwirklichen und so scheint es, dass es (noch) nicht an der Zeit ist, nur auf einem der beiden Beine zu stehen. Egal auf welchem … wir brauchen in dieser Zeit Halt auf beiden. Das ist eine echte Herausforderung und immer wieder mal ertappen wir uns dabei, dass wir nur zu gerne allein auf dem linken, dem „neuen Bein“, stehen möchten … und dann kippen wir …

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Jede und Jeder für sich feststellt: was geht gar nicht mehr … was geht noch nicht … und was geht überhaupt mit einem guten Gefühl?

Leben wir die Herausforderungen dieser Zeit … und gestalten wir eine neue Zukunft … dafür sind wir hier!

Zur Person: Inaqiawa engagiert sich für die „Rückkehr der weisen Frauen“. Sie gibt ihre reichhaltige Lebenserfahrung und ihr spirituelles Wissen über Seminare und als Buchautorin an viele Menschen weiter. Sie ist Mitglied in dem nach indianischem Vorbild gegründeten Europäischen Rat der Großmütter und setzt sich ein für die Bildung vieler weiterer Großmütterräte. Mehr auf ihrer Website.

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3 commenti su “Leben in herausfordernden Zeiten
  1. Claudia sagt:

    aus der Seele gesprochen..danke Inaqiawa !!

  2. Hans sagt:

    Um diese Idee umzusetzen, wäre der Ausgleich meine Vorstellung.
    Am Ende des Lebens sollte das (meiste) angehäufte Vermögen an die Gemeinschaft zurück gegeben werden müssen.

  3. Marvita sagt:

    Dieses Traum-Bild von den „beiden Beinen“ erfüllt mich sehr – zumal meine Beine so voller Schmerzen sind. Danke dafür, Inaqiawa

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Hans Kruppa

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