Just Love – Die Sprache des Herzens


Auszug aus JUST LOVE – Paramahamsa Vishwananda: Die Sprache des Herzens (Darshan in Brasilien). Wie ich bereits sagte, bin ich sehr glücklich, hier zu sein. Ich bin schon überall herum gereist und an vielen Orte gewesen, habe unterschiedliche Kulturen und Sprachen kennen gelernt, doch es gibt nur eine Wirklichkeit: die Sprache des Herzens, welche die Sprache der Liebe ist.

Liebe ist die Sprache, die die limitierten Worte, die wir äußern, nicht zum Ausdruck bringen können. Sie kann nur gefühlt werden. Es ist eine Sprache, die die Mutter versteht. Wenn ein neugeborenes Baby auf die Erde kommt, kann es nicht sprechen, doch es ist zu einer Herz-zu-Herz-Kommunikation imstande – und diese Herz-zu-Herz-Kimmunikation ist die Wahre Sprache. Dies ist die Sprache der Liebe, die Sprache der Seele. Leben ohne diese Sprache, Leben ohne diese Liebe ist sinnlos. Selbst wenn jemand keine Liebe fühlt, ist ein gewisser Grad an Liebe in ihm vorhanden, sonst würde er nicht existieren. Ein Leben ohne Liebe ist wie ein Land, das man immer wieder bestellt, das jedoch niemals fruchtbar sein wird. Das Leben mit ein bisschen Liebe nennen wir Freude.

Es gibt zwei Arten von Freude: diejenige, bei der wir Freude an Dingen empfinden und die ewige Freude, die tief in uns liegt. Die eine Freude hat Grenzen und die andere ist grenzenlos. Nur der Weise entscheidet sich für die grenzenlose Freude. Wir sind alle dazu aufgerufen, doch sind so mehr mit unserem eingeschränkten Mind konfrontiert, mit ausschließlich dem, was wir mit unserem Mind wahrnehmen oder verstehen können. Und dann sehen wie unsere Begrenzung und sagen: „Ist das alles? Ist das das Leben?“ Nein, das ist es nicht.

Was ist Leben? Was ist der Zweck des Lebens? Ich stelle euch diese Frage. Ich habe gehört, dass die Menschen in Brasilien sehr lebendig sind. Was ist Leben? „Deinen Nächsten zu lieben“ und die „Evolution des Geistes“ – beides sind sehr gute Antworten von euch. Doch was ist eigentlich der Geist?

Wenn du erkannt
hast, dass du ein
Tropfen im endlosen
Meer der Liebe bist,
ist der Zweck des
Lebens erfüllt.

Was ist das Ziel des Lebens? Das Ziel des Lebens ist zu realisieren, wer du bist. Wenn du erkannt hast, dass du ein Tropfen im endlosen Meer der Liebe bist, ist der Zweck des Lebens erfüllt; denn in diesem Meer ist ein Tropfen nicht dasselbe, was du unter einem Tropfen verstehst, sondern Er ist eins mit der Einheit. Die Evolution der Seele oder, wie zuvor gesagt wurde, deinen Nächsten zu lieben, ist solange schwierig, bis man diese Liebe in sich selbst verwirklicht hat. Du magst sagen: „Swamiji, du sprichst von Liebe, aber dennoch weiß ich nicht was Liebe ist.“ Ja, dein Mind weißt es nicht. Mit dem Mind kannst du nicht verstehen, aber tief in euch wisst ihr es alle. Du bist hier, um dies durch eine spirituelle Praxis zu erkennen. Praktizierst du täglich? Ich hoffe es.

Was ist Praxis? Es bedeutet, dich kontinuierlich an das Göttliche zu erinnern. Bei allem was du tust. Das ist Yoga. Wenn jemand nur meditiert und rein äußerlich betet, ohne zu erkennen, dass der Herrm zu dem er betet, im Herzen eine jeden Lebewesens gegenwärtig ist, nützt es nichts. Indem du zuerst durch Meditation und durch dein Gebet erkennst, dass der Herr nicht im Außen, sondern in deinem Innern ist, wirst du immer die Limitierung sehen. Weißt du etwas über Mahavatar Babaji? Er ist ein Meister in Indien. Er ist tatsächlich über 5.000 Jahre alt und lebt immer noch. Er ist mein Satguru. Manchmal sieht man Bilder, Zeichnungen von ihm, auf denen Er eigentlich recht streng aussieht. Aber ich sage dir: Er ist solch ein Ausdruck von Liebe, dass es schwer ist, dies in Worte zu fassen. Das Wort Liebe ist zu begrenzt, um diese Liebe zum Ausdruck zu bringen. Und wie Er mir einst sagte: Wenn er dies erreicht hat, dann kann das jeder.

Vor ein paar Tagen war ich in Israel. Ich war dort und versuchte zu fühlen, wie Christus gefühlt hat. Es ist bekannt, dass die Kirche über einen Christus predigt, der streng und erst ist, wo man immer ernst und unglücklich sein muss. Tatsächlich war es aber vollkommen anders.

Paramahamsa Vishwananda

Paramahamsa Vishwananda

Alle großen Meisters lehrten über die Selbst-Verwirklichung, darüber, dieses ewige Glück zu finden – nicht im Außen sondern in dir. Denn bei dem Glück, dem wir im Außen nachlaufen, werden wir uns immer unseren Kopf anschlagen. Wir sagen, dass etwas uns glücklich machen kann, doch in dem Moment, wo wir dieses Etwas bekommen, verwandelt sich unser Glücksein in etwas anderes, weil wir dieses wahre Glück, das in uns ist, nicht gefunden haben. Sobald man dieses wahre Glück in sich gefunden hat, kann man es zum Ausdruck bringen. Man kann es teilen. Man muss es aber wirklich wollen. Wie viele wollen das wirklich, wollen das aufrichtig? Und was würdest du dafür tun? Alles?

Am einfachsten ist es, wenn man anderen hilft, denn was das Herz öffnet, was die Liebe so einfach macht, ist diese Liebe zu teilen, anderen zu helfen und das Glück in jemand anderen zu sehen. Das ist es, was die innere Reise um einiges einfacher macht. Denn sieh, wenn wir sagen: „Lass uns sitzen und meditieren“, was geschieht dann? Der Mind ist sehr beschäftigt. Wir müssen also einfach lernen, den Mind zu beruhigen. Und wie beruhigt man den Mind? Um den Mind zu beruhigen, singe zunächst die göttlichen Namen. Das ist so, als gäbe man dem Mind ein Spielzeug, um sich zu beschäftigen. Wenn ein Baby sehr nervös ist und schreit, was tun dann die Eltern? Sie geben dem Kind einfach ein Spielzeug. In dem Augenblick, in dem das Kind sein Spielzeug erhält, wird es zu spiele beginnen und ruhig bleiben. Genauso verhält es sich mit dem Mind. Wenn der Mind aktiv ist, wenn der Mind wie ein Affe umherspringt, gib dem Mind etwas zu spielen. Gib dem Mind kein Spiel, das eine Grenze hat, sondern gib ihm ein unbeschränktes Spiel. Gib dem Mind göttlich Namen. Je mehr du die göttlichen Namen singst, desto mehr wirst du zu diesen göttlichen Namen werden und desto mehr hört der Mind auf, dir Schwierigkeiten zu bereiten. Hat der Mind erst einmal aufgehört, dich zu stören, wird dir das Meditieren um einiges leichter fallen. Wenn du anderen hilfst, dann siehst du dieses Glück, du spürst dieses Glück und durch die göttlichen Namen wirst du erkennen, dass du dem Göttlichen dienst. Dies hilft dir auf deinem spirituellen Weg.

Ich werde dir eine einfache Methode geben, um den Geist zu beruhigen und zwar durch den Atem – das Geschenk des Lebens. Man kann ohne Nahrung leben, man kann leben ohne zu trinken, doch man kann nicht leben ohne zu atmen. Das meint Christus mit: „Gib uns unser täglich Brot“ – das Brot des Lebens, welches die Prana Shakti ist. Auf allen spirituellen Wegen – ganz gleich, wohin man geht, ganz gleich in welcher Kultur – gibt es die Kontrolle des Atems. Wir werden nun zusammen eine einfache Übung zur Kontrolle des Minds machen.

Es gibt viele Wege, den Mind zu kontrollieren. Einige sind sehr einfach und andere sehr schwierig. Welchen möchtest du? Den schwierigen Weg oder den einfachen Weg? Also, machen wir es! Der Gedankenstrom fließt immer voraus. Selbst wenn ich dir sage, dass du dich zur Meditation setzen sollst – wohin ist dein Mind schon gesprungen? Er denkt bereits: „Ach, wie wird es wohl sein?“ Manchmal sitzt du hier und schon bist du gedanklich in Amerika. So schnell ist der Mind. Deshalb sagen wir: „Er springt wie ein Affe von Baum zu Baum.“ Daher ist es sehr wichtig, diesen Affen festzuhalten und festzubinden. Andersfalls wirst du niemals frei sein. Du wirst wie dieser Affe sein. Versuche also, aufrecht zu sitzen, um einen guten Energiefluss in deinem Innern zu haben. Lass deine Augen geöffnet.

Siehst du, wenn ich davon spreche zu meditieren, dann schließen die Menschen als erstes immer ihre Augen. Das ist eine Falle. In dem Augenblick, in dem du deine Augen schließt, springt dein Mind umher. Zunächst, bevor wir diese Technik praktizieren, um den Mind zu beruhigen, lass uns eine Minute lang betrachten, wie dein Mind ist. In Ordnung?

Schließe deine Augen und beobachte deinen Mind für eine Minute. Sag mir, ohne dich zu schämen oder schüchtern zu sein, wo du in dieser Minute gewesen bist. Ist dein Mind nach außen gelaufen? Bist du umhergereist? Bist du weit weg gewesen? Du siehst, wir können so schnell reisen. Der Gedanke des Menschen ist sogar schneller als der Blitz. Also, lass uns nun diese einfache Methode, den Mind zu beruhigen, ausprobieren.

Eine geführte Meditation:

Sitze aufrecht. Atem tief ein, und atme tief aus – kontinuierlich, ohne jegliche Unterbrechung dazwischen.
Wenn möglich, forme mit deinen Händen das Hridaya Mudra, das Mudra des Herzens. Bring Mittelfinger und Ringfinger mit dem Daumen zusammen. Beuge den Zeigefinger und lege die Fingerspitze an die Daumenwurzel. Der kleine Finger bleibt ausgestreckt. Dies wird das Herz-Mudra genannt – das Mudra, welcher das Herz öffnet und die Liebe in dir erweckt. Es ist einer der kraftvollsten Mudras.

Das Herz-Mudra ist sehr wichtig und es ist auch sehr hilfreich für Menschen die körperliche Herzprobleme haben. es hilft zu heilen. Menschen, die Druck empfinden, hilft es zu heilen. Menschen, die ein Herz haben, welches nicht bedingungslos lieben kann, hilf es, bedingungslos zu lieben. Einfach, oder? Es ist ein Energiefluss. Also halte deine Hand im Hridaya Mudras und atme ein und aus.

Schließe deine Augen. Konzentriere dich auf dein drittes Auge und höre den Klang deines Ein- und Ausatmens zu. Der innere Klang ist der kosmische Klang von OM. (5 Minuten).

Bringe nun deine ganze Aufmerksamkeit in dein Herz und öffne langsam deine Augen.

Dies ist eine Methode, um den Mind zu beruhigen. Selbstverständlich wirst du die Wirkung nicht erzielen, wenn du es nur einmal praktizierst. Du weißt, dass du regelmäßig üben musst.

Wenn du dein Selbst verwirklichen willst, dann konzentriere dich mehr auf das, was du hier in deinem Innern hast. Dort ist ein großer Schatz verborgen. Jeder einzelne von euch ist besonders. Jede einzelne von euch hat eine besondere Pflicht, ein Dharma. Bete, dass du den Sinn deiner Inkarnation erkennst. Deshalb beten wir: Asato ma sat gamaya, Tamaso ma jyotir gamaya, Mrityor ma amritam gamaya.

Die Weisen chanteten immer dieses Mantra. Es bedeutet: Von der Unwahrheit zur Wahrheit, von der Finsternis zum Licht, von der Sterblichkeit zur Unsterblichkeit. Das ist, wer wir sind. Wenn wir Grenzen setzen, befinden wir uns immer in der Unwahrheit unserer selbst, weil wir die Wirklichkeit nicht sehen. Wir befinden uns immer im Schatten. Deshalb bitten wir darum, dass der Schatten der Unwissenheit entfernt werde und dass wir im Licht sind, in der Weisheit des Göttlichen, sodass unsere bloße Sterblichkeit in unsere Unsterblichkeit transformiert werde, welche unser Atma ist.
Link zur neuen Auflage von Just Love:

Hintergrund: Die Neuauflage des Buches Just Love ist hier zu bestellen

Paramahamsa Vishwananda

justloveWeitere Infos zu Paramahamsa Vishwandanda in deutsch und  englisch hier

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Ein Kommentar zu “Just Love – Die Sprache des Herzens
  1. Peter Bruch sagt:

    Wow, sehr schöner inspirierender Artikel! Danke für den Buchtipp.
    LG

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