, 5. Februar 2012

Vom Wesen der Schönheit Teil II

Die Schönheit verstrickt sich nicht in die Bedürfnisse und Strategien des Getriebenseins. Unsere Zeit wird getrieben von den Energien des technischen Denkens; seine Leistungen resultieren aus seinem singulären Fokus, seiner linearen Richtung und Kraft. Wo das technische Denken herrscht, stirbt die Güte aus. Wir werden blind: Die Natur wird geplündert, die Politik scheut die Vision und dient nur noch zwanghaft der Ökonomie, die Religion entscheidet sich für die Mathematik des Systems und vergisst die Flamme der Mystik. Statt echter Führung, die sich als Dienerin von Vision und Phantasie verstehen würde, haben wir Marionettensysteme, die anderswo sorgfältig ausgedacht wurden und von dort manipuliert werden. Wir wissen nie, mit wem wir es zu tun haben; geheime Drahtzieher sind am Werk, die unsere Unsicherheit noch vertiefen und uns jede Hoffnung rauben. Doch der ständige Kampf ermüdet uns und höhlt uns aus. Unser Kampf um Reformen muss ausgeglichen, muss durch die Fähigkeit zum Feiern wieder in die Balance gebracht werden. Wenn wir die Schönheit aus den Augen verlieren, wird unser Kampf matt und zweckbestimmt.


Wenn wir das Schöne erwarten und zulassen, kommt in unserem Innern und zwischen uns Menschen etwas Neues in Fluss. Das Herz lebt auf, und völlig unerwartet erhellt Mut unser Leben. Es ist der Mut, der wieder Hoffnung ins Herz pflanzt. Im Alltag beweisen wir häufig Mut, ohne es zu merken. Nur wenn wir Angst empfinden, wird der Mut zum Problem. Mut ist so verblüffend, weil er den Kern der Furcht anzuzapfen vermag und diese angstvolle Energie in Initiative, Kreativität, Aktion und Hoffnung umwandelt. Wenn der Mut erwacht, werden die Kerkermauern zu Horizonten neuer Möglichkeiten, Schwierigkeiten werden zur Gelegenheit, und das Herz schwingt in einem neuen Rhythmus zuversichtlicher Gewissheit.

Im Herzen jedes Menschen existieren verborgene Quellen des Muts; doch muss der Mut erst in uns erweckt werden. Die Begegnung mit dem Schönen kann ein solches Erwachen bewirken. Mut ist der Funke, der zur Flamme der Hoffnung werden und in scheinbar toten, dunklen Landschaften aufregende, neue Pfade beleuchten kann.

Wenn wir uns des Rufs der Schönheit bewusst werden, realisieren wir auch neue Möglichkeiten des In-der-Welt-Seins. Wir wurden erschaffen, um selbst Schöpfer zu sein. Im innersten Wesen soll die schöpferische Kraft der Schönheit dienen und Schönheit evozieren. Erwachen dieser Wunsch und diese Fähigkeit zum Leben, dann sprudeln neue Brunnen in der Ödnis; Schwierigkeiten werden zur Chance, und statt uns gegen unsere Natur aufzulehnen, schwingen wir im Rhythmus ihres innigsten Bedürfnisses, ihrer stärksten Leidenschaft. Deshalb ist die Zeit reif, dass wir uns von der Schönheit überraschen und befreien lassen. Die Schönheit ist ein Freigeist und wird sich nicht in den Kerker der Zweckbestimmtheit sperren lassen.

“Liebe ist Schönheit und Schönheit ist Wahrheit,
und darum können wir in der Schönheit einer Blume die Wahrheit des Universums schauen.” – Gautama Buddha

Im Licht der Schönheit schmelzen die Strategien des Ego wie ein Gespinst in der Kerzenflamme. Fredrick Turner schreibt: »Die Schönheit . . . ist die höchste integrative Ebene des Verstehens und die umfassendste Eigenschaft zum effektiven Handeln. Durch sie werden wir fähig, uns im Fluss mit der tiefsten Strömung, im Einklang mit der tiefsten Melodie des Universums zu bewegen – und nicht dagegen.« Das Wunderbare am Schönen ist seine Fähigkeit, uns zu überraschen.

Seine flinke, reine Anmut gleicht dem göttlichen Hauch, der das Herz aufschließt. Gefeit gegen all unsere Strategien kann uns das Schöne ergreifen, wenn wir es am wenigsten erwarten. Da unsere gegenwärtige Denkweise jedoch vom Kalkül des Konsumdenkens und des Geschäftssinns beherrscht wird, öffnen wir uns der Fülle der Schönheit immer seltener. Wir sind tatsächlich so berechnend geworden, dass es heute geradezu naiv wirkt, sich überrascht zu zeigen! Einer der großen modernen Philosophen der Schönheit ist Immanuel Kant, der die Freude, die wir am Schönen empfinden, als »uninteressiertes Wohlgefallen« bezeichnete. Die Belebung durch die Schönheit vollzieht sich so rasch und befriedigend, dass wir sie einfach um ihrer selbst willen genießen.

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