Sich selbst reparieren = die Welt reparieren

2012 ist nicht nur das globale Jahr der Transformation. Für amo ergo sum – ich liebe also bin ich – ist es auch ein Jubiläumsjahr. Zehn Jahre arbeite ich jetzt im Rahmen meines eigenen Ansatzes. Seit März bin ich fast durchgehend auf Vortragsreise und habe in dieser Zeit mit mehreren tausend Menschen gearbeitet. Dabei konnte ich feststellen, dass tatsächlich etwas Grundlegendes im Wandel begriffen ist. Rapide steigt die Bereitschaft loszulassen. Die Fixierung auf die äußere Welt und auf materialistisch-patriarchale Werte lockert sich. Viele, viele Menschen sind bereit bei sich selbst anzufangen und an sich zu arbeiten. Indem sie die Risse in ihrem eigenen Dasein zu kitten beginnen, heilen sie die Welt.

Eine kleine Geschichte, frei nach GABRIEL GARCÍA MÁRQUEZ

„Es war einmal ein Wissenschaftler, der sein Leben den Problemen der Welt widmete und bereits viele Methoden entwickelt hatte, diese zu verringern. Er verbrachte seine ganze Zeit damit, immer neue Antworten auf seine Fragen und Zweifel zu suchen.
Eines Tages kam sein siebenjähriger Sohn in sein heiliges Labor, entschlossen, ihm bei der Arbeit zu helfen. Doch der Wissenschaftler fühlte sich gestört und forderte den Jungen auf, anderswo zu spielen. Als er merkte, dass er ihn so leicht nicht loswurde, sann er darüber nach, wie er den Sohn beschäftigen und ablenken könnte.
Da sah er eine Fach-Zeitschrift mit einer Abbildung der Erdkugel.
Hastig schnitt er mit einer Schere das Bild in viele kleine Teile, übergab die Papierschnipsel seinem Sohn und dazu eine Rolle Klebstreifen und sagte: Weil Dir Ratespiele und Puzzle so viel Freude machen, gebe ich Dir diese kaputte, in viele Einzelteile zerschnittene Erde. Deine Aufgabe ist, sie ohne fremde Hilfe zu reparieren.
Bei sich dachte er: Wenn er es überhaupt schaffen wird, braucht der Kleine mindestens 10 Tage um die Landkarte zusammenzusetzen.
Aber es kam anders.
Schon wenig später rief der Junge voller Freude: Papa, Papa! Ich hab’s geschafft. Alle Teile sind zusammengesetzt. Die Erde ist repariert.
Der Vater wollte es nicht glauben. Unmöglich konnte der Junge es so schnell geschafft haben ein Bild der Erde, welches er niemals zuvor vollständig gesehen hatte, in so kurzer Zeit zusammensetzen! Ungläubig hob er den Blick von seiner wichtigen Arbeit, in der Erwartung, ein wirres Durcheinander vorzufinden – entsprechend dem Wissensstand eines Kindes.
Zu seiner Überraschung war die Landkarte perfekt zusammengesetzt. Alle Teile, alle Länder befanden sich an ihrem Platz.
Wie war das möglich?
So fragte der Vater seinen Sohn mit zweifelndem Blick: Sohn, Du wusstest nicht einmal, wie die Erde aussieht. Wie hast Du das ohne fremde Hilfe gemacht?
Der Junge antwortete: Papa, stimmt, ich wusste nicht, wie die Erde aussieht. Aber als Du die Karte aus der Zeitschrift zerschnitten hast, habe ich gesehen, dass auf der Rückseite des Blatts ein Mensch abgebildet war. So habe ich alle Schnipsel umgedreht und einfach den Menschen wieder zusammengesetzt. Und als ich den Menschen repariert hatte, war auf der anderen Seite auch die Erde wieder in Ordnung.“

Love Rules für den Wandel in Beziehungen

Zwei Leitsätze haben mich und meine Arbeit ein Leben lang begleitet: Der erste – „amo ergo sum – ich liebe, also bin ich“ – ist mein persönliches Credo. Der zweite nimmt Bezug auf meine tiefe Überzeugung über die Bedeutung des Einzelnen in einer Welt des Wandels. „Selbstrealisation ist Weltrealisation.“
Liebe ist das Prinzip der Verbindung. Gelebte Liebe setzt zusammen, was vormals getrennt war. Liebe baut Brücken, versöhnt und inspiriert. Sie bringt alles an seinen Platz. Wenn wir erkennen, dass es darum geht, uns selbst zu reparieren und unseren Platz im Ganzen einzunehmen, wird unser Wirken sehr schnell auch die äußere Landschaft verändern.

Auf meiner Suche nach den gemeinsamen Grundaussagen der Weisheitstraditionen habe ich festgestellt: Alle Lehren sind sich darüber einig, dass es die falsche Richtung ist, im Außen beginnen zu wollen. Dort reißt ein Loch, das gestopft wird, nur andere auf. Diese Herangehensweise bereitet nichts als Kopfzerbrechen. Überdies ist viel zu zeitintensiv. Durch die Umkehr nach innen setzen sich die Teile ganz „von selbst“ neu zusammen. Der „unschuldige Geist“ (Krishnamurti) übernimmt die Regie, spielerisch, unbekümmert, intuitiv, intrinsisch motiviert. Das wilde, ungezähmte Herz mit seiner sprühend kreativen Intelligenz kommt zum Vorschein – unverstellt, unkompliziert, einfach so.

Hintergrund:
Christina Kessler hat eine neue Seminarreihe zum Thema „Nachhaltige Beziehungen“ entwickelt. Eines der faszinierendsten Ergebnisse ihrer Forschungen war: Es gibt universelle innere Regeln – RULES – für starke, tragende, gesunde, kreative und glückliche zwischenmenschliche Beziehungen. Diese Regeln bilden eine goldene Richtschnur /Golden Guideline für unser tägliches Miteinander – in der Partnerschaft, der Familie, am Arbeitsplatz. Da es sich hierbei um die Keimzellen der Gesellschaft handelt, findet Transformation nicht nur im Kleinen sondern auch im Großen statt. „Paare, Familien, Unternehmen und Organisationen, die heute an sich arbeiten, bereinigen nicht nur ihre persönlichen Belange. Gleichzeitig leisten sie wertvolle Pionierarbeit für den Sprung in eine neue Bewusstseins- und Beziehungskultur.“

LOVE RULES – Das amo-Paar-Seminar, 24.—27. November 2012
FAMILY RULES – Die „nachhaltige“ Familie, 28. Februar – 3. März 2013.
Beide Intensiv-Seminare finden im ZIST, Penzberg bei München statt.
Info: www.christinakessler.com oder Tel: +49- 8802 – 8151

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