Liebe ist Oscar-würdig

Michael Hanekes Film Liebe wurde gestern sensationell in 5 Kategorien für den Oscar nominiert als Bester Film, Beste Regie, Bester ausländischer Film, Bestes Drehbuch und für die Beste Hauptdarstellerin. Die newslichter Reporterin Marga Böhle schrieb schon im April, als der Film in Cannes gewann: „Die gute Nachricht gleich vorab: Gewonnen hat der menschlichste, der zärtlichste Film des Festivals, Michael Hanekes „Liebe“. Eine gute Entscheidung der Jury, war doch zuvor spekuliert worden, ob man Haneke, der vor drei Jahren die Goldene Palme für „Das weiße Band“ erhalten hatte, schon wieder als Sieger ausrufen würde. Damit ist der 1942 in München geborene Haneke erst der dritte Regisseur in der Geschichte des Festivals, der zweimal den Hauptpreis absahnen konnte. Mit „Liebe“ ist ihm ein reifes Alterswerk gelungen, das mit einer Zartheit und Einfühlsamkeit besticht, die man dem eher für verstörende Psychogramme bekannten „Funny Games“-Regisseur nicht unbedingt zugetraut hätte. „Liebe“ ist tatsächlich ein großer Film über die Liebe geworden.

liebeEr spielt fast ausschließlich in der Pariser Wohnung von Anne und Georges, ein altes, seit ewigen Zeiten verheiratetes Paar, dessen gut eingespieltes, aber immer noch aufmerksames Miteinander plötzlich bedroht wird, als Anne durch einen Schlaganfall zum Pflegefall wird. Georges kümmert sich aufopferungsvoll um seine Frau, immer bemüht, der Situation eine gewisse Würde zu erhalten. Bis er an eine Grenze gelangt, die eine Entscheidung erfordert, die Georges mutig trifft. Was zwei Liebende füreinander zu tun bereit sind, zeigen die Schauspielikonen Emmanuelle Riva und Jean-Louis Trintignant, von denen man jahrelang nichts mehr gesehen hat, in einem überwältigenden Comeback. Bessere Darsteller hätte Haneke nicht finden können. Für ihren vermutlichen letzten großen Filmauftritt hätten beide auch der Schauspielpreis verdient.“

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