Ganz und gar lebendig sein

wenn alles„Wir glauben zutiefst, dass alles vollkommen sein wird, wenn wir nur genug meditiert, genug gejoggt oder uns perfekt ernährt haben. …

Alle losen Enden zu verknüpfen und schließlich alles im Griff zu haben, ist vom Blickpunkt des Erwachens tödlich, denn es erfordert das Leugnen vieler Grunderfahrungen. Eine derartige Einstellung, der Versuch, alle scharfen Kanten und Unvollkommenheiten zu glätten und das Leben zu einem netten angenehmen Ausflug zu machen, hat etwas Aggressives.

Ganz und gar lebendig zu sein, ganz und gar Mensch und wirklich wach zu sein bedeutet, unaufhörlich aus dem Nest geworfen zu werden. Voll und ganz zu leben bedeutet, sich ständig im Niemandsland zu befinden, jeden Augenblick völlig neu und frisch zu erleben. Wahres Leben ist die Bereitschaft, immer wieder aufs Neue zu sterben. Das ist Leben vom Standpunkt des Erwachens.

Tod hingegen ist der Wunsch, an dem, was man hat, fest zu halten und sich von jeder Erfahrung bestätigen und auf die Schulter klopfen zu lassen, weil man alles so schön im Griff hat.“

Pema Chödrön in Wenn alles zusammenbricht: Hilfestellung für schwierige Zeiten

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Ein Kommentar zu “Ganz und gar lebendig sein
  1. Freifrank Fischer sagt:

    Pema Chödrön – Ihr Buch „Gehe an die Orte die Du fürchtest“ hat mir damals viel gegeben, sie spricht tiefe Wahrheiten aus, immer sehr klar und dennoch einfühlsam.

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