Poesiealbum: Invictus (Unbezwungen)

Foto: Nelson Mandela Stiftung

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Dieses Gedicht von William Ernest Henley rezitierte Nelson Mandela in seinen 27 Jahren im Gefängnis jeden Abend und er blieb es bis zuletzt – unbezwungen

Aus dieser Nacht, die mich umhüllt,
von Pol zu Pol schwarz wie das Grab,
dank ich welch immer Gottes Bild
die unbezwung’ne Seel mir gab.

Wenn grausam war des Lebens Fahrt,
habt ihr nie zucken, schrein mich sehn!
Des Schicksals Knüppel schlug mich hart –
mein blut’ger Kopf blieb aufrecht stehn!

Ob zornerfüllt, ob tränenvoll,
ob Jenseitsschrecken schon begann:
das Grauen meines Alters soll
mich furchtlos finden, jetzt und dann.

Was kümmert’s, daß der Himmel fern
und daß von Straf‘ mein Buch erzähl‘,
ICH bin der Herr von meinem Stern,
ICH bin der Meister meiner Seel‘!

William Ernest Henley (* 23. August 1849 in Gloucester, Gloucestershire; † 11. Juli 1903 in Woking, Surrey) war ein englischer Schriftsteller. Er lag, als er Invictus schrieb, in einem Krankenhaus, in dem ihm die Ärzte seinen zweiten (tuberkulösen) Fuß amputieren wollten und er sich dagegen wehrte. Sein Gedicht wurde erst durch die Hinrichtung von Timothy McVeigh einer größeren Öffentlichkeit bekannt geworden: Vor ihrer Hinrichtung pflegen Verurteilte in den Vereinigten Staaten ihre „Letzte Aussage“ niederzuschreiben. McVeighs Final Statement enthält ausschließlich den Text dieses Gedichts.

Out of the night that covers me,
Black as the pit from pole to pole,
I thank whatever gods may be
For my unconquerable soul.

In the fell clutch of circumstance
I have not winced nor cried aloud.
Under the bludgeonings of chance
My head is bloody, but unbowed.

Beyond this place of wrath and tears
Looms but the Horror of the shade,
And yet the menace of the years
Finds and shall find me unafraid.

It matters not how strait the gate,
How charged with punishments the scroll,
I am the master of my fate:
I am the captain of my soul.

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