Wer bist Du?

Lara Dengs  / pixelio.de

Lara Dengs / pixelio.de

Von Claudia Shkatov Wer bist Du? Immer, wenn ich oder jemand mir diese Frage stellte, war meine erste Reaktion ein schmerzhaftes inneres Zusammenzucken, das ich nicht wirklich begriff. Ich konnte als Teenager jahrelang nicht mein eigenes Spiegelbild ansehen, ohne rot zu werden oder mich zumindest ganz fürchterlich unbehaglich zu fühlen. Selbst als erwachsene Frau erlebte ich das noch ab und zu. Und so vermied ich es lange Zeit einfach komplett, mich selbst anzusehen. Das galt für Außen wie für Innen. Ich hatte keine Ahnung, wie es in mir aussah, wenn mir nicht irgendjemand als Spiegel zur Verfügung stand und bereit war mir seine Anerkennung oder am Besten seine Liebe zu schenken. Nur dann spürte ich mich und war innerlich und äußerlich lebendig.

Ich hatte Glück und erlebte als 12-Jährige eine wunderbare Zeit der ersten Liebe, die 13 Jahre lang andauerte. An Bestätigung und Liebesbeweisen mangelte es mir in dieser Zeit nicht. Doch ich stieg schließlich aus ohne zu begreifen, warum ich es tat. Darauf folgten Jahre, in denen ich ausprobierte, was Beziehung ist oder was ich dafür hielt. Immer noch hatte ich keinen blassen Schimmer, wer da wie und mit wem in Beziehung ging. Ich spürte und sah mich abhängig davon, wie es andere taten, bzw. wie sie auf mich eingingen.

Beziehungen waren das Zentrum meines Lebens. Sie ließen mich fühlen, wer ich war. Ich war süchtig nach ihnen. Und zunehmend nach denen, die schmerzhaft waren. Denn der Schmerz machte mich irgendwie noch lebendiger als das, was ich für Liebe hielt. Der Schmerz war kraftvoller und er war mir näher als die Anerkennung und Liebe, die von Außen kam. Er hatte mit mir zu tun. Anerkennung und Liebe nicht. Sie kam nicht aus mir heraus.

Herz und Seele kennen den Weg

Claudia Shkatov und ihr Mann

Claudia Shkatov und ihr Mann

Mit 28 Jahren lernte ich in Moskau meinen Mann Vladimir kennen. Heute sind wir 20 Jahre zusammen. Unsere Liebe für einander ist, wie ich erleben durfte, unendlich groß. Lange Jahre hat mich der Lieblingssatz meines Mannes nach einem Streit, „Ich liebe Dich trotzdem“, nur auf die Palme gebracht. Heute weiß ich, er hat es tatsächlich einfach so gemeint.

Ebenso groß wie unsere Liebe waren auch unsere Verstrickungen, Blockaden und Muster, die zu einander passen wie die Faust aufs Auge. Im Rückblick erkenne ich dass es mein Mann war der mich zu mir selbst führte. Auch er stellte sich mir als Spiegel zur Verfügung. Und er zeigte mir sehr bald nach der ersten Phase der Verliebtheit und schonungsloser als jeder andere zuvor, wer da alles in mir war. Ich litt und kämpfte wie eine Tigerin. Doch es kam der Punkt, an dem ich endlich bereit war, die Waffen zu strecken und hinzusehen. Ich lernte NLP, machte Therapien, besuchte Seminare, las mich durch Bibliotheken psychologischer und spiritueller Literatur. Ich lernte viel und kam mir sogar näher. In meiner Ehe gab es immer wieder Phasen des Glücks und der Nähe, doch nach wie vor war sie von Kampf und Distanz bestimmt.

Die Wende kam, als mir vor drei Jahren ein Artikel über Theta Healing in die Hände fiel. Damit hielt ich meinen Schlüssel in der Hand, um all dem auf den Grund zu gehen, was mich von meinem wahren Selbst und meiner wahren Liebe noch trennte. Ich nahm readings und wusste sofort, das wollte ich auch lernen. Plötzlich wurde mir bewusst, wie hellsichtig und hellfühlig ich bereits seit meiner Kindheit war. Ich arbeitete mit mir selbst und mit unseren Kindern, die sich voller Vertrauen und mit Leichtigkeit darauf einließen. (Danke, meine Süßen!) Sehr bald tauchten Freunde und Bekannte auf, die auch mit mir arbeiten wollten. Es folgten ihre Freunde, Verwandten, Kollegen und Bekannten.

Und es zeigten sich die wirklich großen Veränderungen in mir selbst und damit auch in meiner Ehe. Ich hatte einen Weg gefunden, selbst für meinen daueraktiven Verstand völlig undurchdringliche Situationen und Gefühle zu verstehen und aufzulösen. Denn Theta Healing ließ mich meine Verbundenheit mit Allem was ist begreifen und führte mich zu den verborgenen Bereichen meines Unterbewussten und Unbewussten. Und gerade hier finden sich die zahlreichen Programme und tiefen Überzeugungen, die unser Leben zu dem machen, was es gerade ist: Glücklich oder unglücklich. Arm oder reich. Erfolgreich oder erfolglos. Gesund oder krank. Sie zu verändern, verändert uns, unser Leben und unsere Beziehungen. So gesehen ist Jeder sein eigener Schöpfer und Jede ihre eigene Schöpferin. Und da wir alle verbunden und Teil eines universellen Energienetzwerks sind, sind wir auch Co-Kreatoren des gesamten Universums. Der Einfluss jedes Einzelnen ist grenzenlos. Allerdings ist es ein Einfluss, der seinen Weg von Innen nach Außen nimmt. Niemals umgekehrt. Das Außen ist immer nur ein Produkt dessen, was wir im Inneren kreieren.

Liebe will immer geben

Heute sieht meine Welt völlig anders aus als noch vor drei Jahren. Mein Mann und ich haben wieder begonnen zusammen Tango zu tanzen. Argentinischer Tango ist eine Leidenschaft, die wir teilen. Doch zusammen tanzen war uns in den letzten Jahren unmöglich geworden. Während ich dies schreibe liest mein Mann, der sich selbst als „Weltraumingenieur, Atheist und Realist“ 😉 beschreibt, ‚Theta Healing’ von Vianna Stibal in russischer Übersetzung. Ich wunderte mich kaum noch, als er vor ein paar Tagen damit nach Hause kam. Denn ständig tut oder sagt er nun Dinge, die ich vor wenigen Jahren noch für undenkbar hielt.

Ich habe mich und meine Berufung gefunden. Unsere Familie erblüht ebenso wie unser Garten und die Beziehungen in unserem Freundeskreis. Heute spüre ich mich jeden Tag und es wird mir immer bewusster, wer ich wirklich bin und was ich hier auf dieser Erde tue. Der Andere ist nicht mehr da, um mir ein gutes Gefühl zu geben. Er zeigt mir mein Innerstes da, wo ich nicht hinschauen will. Er ist mein Lehrer und derjenige, mit dem ich mich teile und der sich mit mir teilt.

Auch meine Beziehung zum Schmerz hat sich verändert. Er ist jetzt ein alter Freund, der immer mal wieder vorbeischaut. Dann weiß ich, er weist mich darauf hin, dass ich gerade einen Fehler mache. Und den sehe ich mir an, und entscheide mich neu. Theta Healing ist dabei mein Instrument der Wahl. Doch manchmal reicht schon die bewusste Hinwendung zum Schmerz und er zeigt mir was ich hinter ihm verborgen halte: Wahre Schätze!

Claudia Shkatov

Claudia Shkatov

Zur Person: Claudia Shkatov lebt mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen in Birkenwerder bei Berlin. Nach einem ersten Einstieg ins Berufsleben als Europasekretärin und einem anschließenden Studium der Betriebswirtschaft sammelte sie im Laufe von 23 Jahren im In- und Ausland Erfahrung als Personalberaterin, Unternehmerin, Personalmanagerin und Business Coach und widmete sich außerdem in dieser Zeit intensiven psychologischen und spirituellen Studien. Sie ist heute NLP Master und ausgebildete Theta Healerin.
Seit 2012 unterstützt Claudia als Theta Healerin Erwachsene und Kinder bei der Heilung physischer und psychischer Themen im privaten und im beruflichen Kontext. Sie arbeitet auf Deutsch, Englisch und Russisch. Mehr auf ihrer Website

Posted in Kolumne, Leben Getagged mit: , ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Dein Kommentar wird nach der Prüfung freigeschaltet. Nicht identifizierbare Namen (Nicknames) werden nicht freigeschaltet.