Die 5 Wandlungsphasen

Foto: Evelin Rosenfeld

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Als ich 1990 Michio Kuchi in Massahuettes begegnete, hatte ich keine Ahnung davon, dass durch ihn meine Heilarbeit begründet sein würde. Misstrauisch lauschte ich als werdende Biochemikerin seinen Vorlesungen über Yin und Yang, fernöstliche Heilweisen, die Fünf Wandlungsphasen. Mit Erstaunen bemerkte ich die stark transformierende Wirkung des Essens, zubereitet nach makrobiotischen Prinzipien, das ich wohl oder übel in der Enklave in den Bergen teilen musste. Wenig später stieg ich ganz ein in diese seltsame Lehren, erfuhr shintoistische Rituale und lernte in der tiefe, was es mit diesen Fünfen auf sich hat.

Die Fünf ist im buddhistischen Kulturraum die Glückszahl.Nicht nur, weil die buddhistische Ethik auf den Fünf Silas (Sittlichkeitsregeln) oder die Systematik der Fünf Skandhas (Daseinsformen) Orientierung bei der Reinigung auf dem spirituellen Weg gibt. Die Fünf, das ist auch die Zahl der „gelben Erde“, die zentrale und stabilste Phase im Energiezyklus der Fünf Wandlungsphasen.

Fünf Wandlungsphasen – die Wandlung der Energie in jedem Ding, in jedem Phänomen.
Von Yin zu Yang, nie ausschließlich, immer sich wechselseitig gebärend. Fünf Schritte – vom Wind zum Feuer, vom Feuer zur Erde, von der Erde zum Metall, vom Metall zum Wasser und vom Wasser zum Wind. Überall kann man diesen natürlichen Zyklus beobachten: In der Natur, im Körper, in zwischenmenschlichen Zusammenhängen. Yin häuft sich an, bis es extrem wird, bricht zusammen und lässt nur den kleinen Yang-Kern übrig. Dann wächst Yang, solange, bis es Extrem wird und wieder nur den kleinen Yin-Kern hinterlässt.

Foto: Evelin Rosenfeld

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Ich studierte diese Zusammnhänge viele Jahre – zunächst im makrobiotischen Kontext: Wie ein von Yin zerfressener Körper in Krebs oder Autoimmunerkrankungen zerfällt – wie man ihm Yang zuführen kann und damit eine Balance herbeiführt, die man auch Heilung nennen könnte. Wie Wurzelgemüse so lange mit Druck und Feuer versehen werden, dass sie zur reinen Yang-Medizin werden – und umgekehrt, wie Öl und Wasser die lösende, weitende Wirkung des Yin übermitteln können. Wie Energie aus dem Yang-Palast Magen zum Yin Speicher Lunge fließt. Wie sich Energie zwischen Geist und Körper bewegt…

All dies führte mich zu der Einsicht, dass die menschliche … nennen wir es Seele … genau wie alle anderen Phänomene auch diese fünf Phasen aufweist. Als Potenzial, als wesensbildende Formen, als Persönlichkeitsaspekte.

In meiner Arbeit mit Menschen und Organisationen begann ich zu beobachten, ob und wie sich diese Aspekte zeigen und fand heraus, dass selten alle fünf Aspekte beobachtbar und bewusst waren. Bei den meisten Menschen gab es bestimmte Energiephasen, die so dominant wraen, dass man meinen musste: Das ist der ganze Mensch.
I unserer Europäischen „Pflicht-und-Anstand“-Kultur ist meist der harte, statische, formwahrende Aspekt des Metalls dominant. Viele Menschen sitzen aus einem Korsett von Pflichten, festen Anschauungen und (vermeintlichen) Sicherheiten. Viele Menschen identifizieren sich auch vollkommen mit dieser energetischen Verfassung.
Die Sehnsucht nach dem Fließen und Schmelzen des Wassers ist oft weit weg – noch weiter als die der Leichtigkeit und Formlosigkeit des Windes…
Ich begann mit Menschen, die so einseitig ausgeprägte Züge zeigten, mich auf die Suche nach anderen Energiepotenzialen in ihrer Persönlichkeit zu machen. Oft mussten wir uns durch eine ganze Menge Projektionen, Ängste, (Vor-)Urteile wühlen, bis wir sie fanden. Aber wir fanden sie.

Heute weiß ich, dass alle Menschen verschiedene Gesichter, verschiedene Persönlichkeitsaspekte haben, die sie einsetzen, die sie zu Rate ziehen und denen sie folgen können. Sie zu sehen, sie zu meistern – also bewusst entscheiden zu können, welcher Aspekt hier und jetzt der „richtige“ ist – sie zu pflegen und in Balance zu halten, ist Voraussetzung für Balance und Kraft.

Fünf.

Auch in der hebräisch-christlichen Welt hat die 5 eine Herausragende Welt. Aus der Genesis wird gelesen: „‚mit der 5 schuf er sie’“ (die Welt).“

Ich halte mich nicht an der Zahl fest – zumal ich über die weitverbreiteten Typen-Kategorien eher schmunzle, als dass ich sie ernst nehmen könnte.
Doch diese Wandlung der Energie die an sich ein Kontinuum ist, ein Kontinuum, das Gesichter der Natur spiegelt, ein Kontinuum, wie der Jahresverlauf, in dem es Frühling, Sommer, Spätsommer, Herbst und Winter gibt, erlaubt uns, Balance zu verstehen und den ewig sich wandelnden Kreis des Lebens.

Weitere Beiträge zu den 5 Wandlungsphasen

http://www.evelinrosenfeld.de/

http://www.seminar-und-reisen.de/index.php/de/wandlungsphasen.html

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