Die Maisinsel2 min read

Minimalistisch, ohne viele Worte beeindruckt der Film „Die Maisinsel“: Jedes Jahr im Frühling schwemmt der kraftvolle Fluss Enguri ganze Brocken fruchtbaren Bodens aus den Höhen des Kaukasus in die Ebene, wo sie sich zu kleinen unbewohnten Inseln zusammenschließen – Oasen für wildes Leben, aber auch für die Menschen.

Abga, ein alter Farmer, ist mit seiner sechzehnjährigen Enkelin Asida am Fuß der Berge zu Hause. Zurückgezogen und bescheiden leben sie von und mit der rauen Wildnis. Obwohl es lebensgefährlich ist, weil die schwimmenden Länder jederzeit abtreiben können, will Abga es wagen, eine der grünen Inseln zu bepflanzen. Zusammen mit Asida baut er eine kleine Hütte, pflügt den Boden und säht Mais aus. Als der Mais langsam aus dem Boden zu wachsen beginnt, begegnet Asida einem verwundeten Soldaten, der sich in den Maisfeldern verborgen hält. Sie versteckt ihn auf der Insel – doch als die schwimmende Insel ins Visier seiner Verfolger gerät, bereitet der Großvater den Boden für sein gefahrloses Verschwinden, denn er fürchtet den Verlust seines neuen Zuhauses und Asidas, die sich zu dem Soldaten hingezogen fühlt und sich seit seiner Ankunft ein eigenes Leben erträumt.

In meisterhaft arrangierten Bilderströmen von berückender Schönheit und sinnlicher Wildheit erzählt »Die Maisinsel« die Geschichte eines zarten Erwachens und einer Freiheitssuche. Der Gewinner des Internationalen Filmfestivals Karlovy Vary führt uns auf eine hypnotisierende Reise durch eine Welt voller Vergangenheiten und Zukünfte, durch Geheimnisse und Wandlungen, die wir nirgendwo besser als in der Natur erfühlen können.

Regisseur George Ovashvili: „Der gesamte Film spielt sich in der Mitte eines Flusses ab, auf einer kleinen Insel, die durch die Überschwemmungen des Frühlings
geschaffen wurde. Die Insel selbst ist eine der Hauptfiguren im Film, zusammen mit einem alten Mann und seiner sechzehnjährigen Enkelin. Während des gesamten Frühjahrs haben die beiden sehr hart für eine gute Maisernte auf dem kleinen, aber fruchtbaren Stück Land gearbeitet. Beide Uferseiten wurden von rivalisierenden Gruppen eingenommen, aber das Land, das vom Fluss erschaffen wurde, gehört allein dem Fluss, und was er im Frühling hervorgebracht hat, zerstört und spült er wieder im Herbst davon. Der erfahrene, alte Mann weiß nur zu gut um diese Gesetzmäßigkeit und versucht alles, um die Natur zu überlisten und seine Ernte zu retten.

Ich verstehe die Geschichte als eine Art Modell für das Leben. Von der Schöpfung über das Leben bis hin zum Tod.“

In Programmkinos ab dem 28.5.2015

Foto: Neue Visionen Filmverleih
Foto: Neue Visionen Filmverleih
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