TV-Tipp: Die Hüter der Tundra

Foto: wfilm

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Auf der russischen Kola-Halbinsel kämpfen die Sami um die Zukunft ihrer eng mit der Natur verbundenen Lebensweise, die vor allem auf der Rentierzucht basiert. Regisseur René Harder verfolgte ein Jahr lang den ergreifenden Kampf dieser Gemeinschaft und bringt uns die spektakulären Landschaften im hohen Norden Russlands näher. Ein echtes ökologisches Manifest. Mittwoch, 20. Januar um 23:25 Uhr auf arte.

In den endlosen Weiten unberührter Natur der russischen Tundra liegt das 500-Seelen-Dorf Krasnoschtschelje. Hier gibt es weder medizinische Versorgung noch eine Verkehrsanbindung, die Bewohner leben von der Rentierzucht. Die hier ansässige indigene Bevölkerung der Samen führt ein beschwerliches, karges Dasein bei eisigen Temperaturen – so auch Sascha und ihre kleine Familie. Jährlich versammeln sich samische Hirten, um während des „Festes des Nordens“ beim Rentierschlitten-Rennen gegeneinander anzutreten. Hier demonstrieren und beschwören sie stolz ihre jahrhundertealte Tradition und Kultur.

Doch das harmonische Leben im Einklang mit der Natur wird bedroht. Seit dem Ende der Sowjetunion gibt es keine staatlichen Subventionen mehr für die Rentierzucht, im Gegenteil: Der russische Staat unterstützt Unternehmen, die ohne jegliche Auflagen die Bodenschätze der Tundra abbauen. So schwindet die Existenzgrundlage der Samen, der Weidegrund für ihre Rentiere. Planungen sehen sogar vor, alle Bewohner in die nächste Stadt umzusiedeln. Sascha will dies verhindern. Sie wurde ins neugegründete Parlament in Murmansk gewählt und kämpft leidenschaftlich gegen die Interessen der Mächtigen. Widerstand regt sich und das Fest des Nordens wird zum Symbol der Verteidigung der Samen, denn „solange das Fest lebt, lebt das Dorf“.

Der Autor und Regisseur René Harder verbrachte ein ganzes Jahr in Krasnoschtschelje. In „Die Hüter der Tundra“ gelingt es ihm, sowohl die großartige Schönheit der Natur als auch die bedrohte Lebensrealität der Dorfbewohner in poetischen Bildern und feinfühligen Porträts festzuhalten.

Bis zum 27.1.2016 auch in der Mediathek
Wiederholung am Sonntag, 24.01. um 1:00 Uhr

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