Auf dem Wasser laufen- The Floating Piers

floating Der 80jährige Christo hat der Welt wieder ein magisches Kunstwerk geschenkt. Seit dem 18. Juni kann man in dem kleinen Alpenort Sulzano am Lago d’Iseo (etwa 100 Kilometer östlich von Mailand) einen drei Kilometer langen schwimmenden Steg beschreiten. Umwickelt mit den für ihn typischen leuchtend orangenen Stoffbahnen sind das beschauliche Sulzano, die Inseln Monte Isola und San Paolo verbunden. Im Rhytmus des Wassers wandeln die Menschen auf den Wegen und lassen sich bewegen.

600 Helfer haben in den vergangenen Wochen 220.000 komplett recyclebaren Polyethylen-Würfeln zusammengefügt, Taucher haben den Steg im Boden des Sees verankert. 100.000 Quadratmeter orangeschimmernder Stoff wurden über den 16 Meter breiten Steg gespannt. (Making off Videos hier.)15 Millionen Euro soll Christo bezahlt haben, finanziert aus dem Verkauf seiner Werke. Eintritt wird – für ihn selbstverständlich – nicht verlangt. „Es gibt keine Tickets, keine Öffnungszeiten, keine Reservierung und keinen Besitzer. Die Floating Piers sind eine Erweiterung der Straße – sie gehören allen“, so Christo. 24 Stunden am Tag sind die Piers bis zum 3. Juli 2016 noch geöffnet.

„Alle unsere Projekte haben mit körperlichen Empfindungen zu tun“, erklärt Christo. „Ich mag keine Computer, ich spreche nicht gerne am Telefon. Ich trete durch meine körperlichen Instinkte mit den Dingen in Kontakt, nicht virtuell.“ Es sei ein unbeschreibliches Gefühl, „wenn man auf sehr kleinen stoffbespannten Wegen auf sehr fester Oberfläche geht und dann plötzlich anfängt, auf dem Wasser zu laufen“.

Das Projekt hat Christo noch zusammen mit seiner Frau Jeanne-Claude konzipiert. Es ist aber das erste, welches er nach ihrem Tod 2009 ohne sie realieren muss.

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