Der Weg der newslichter

newslichter Update eines Artikels vom 24.8.2015. Heute schreibe ich mal wieder ganz persönlich zu Euch, weil ich eine weitere Gipfelbesteigung der newslichter mit Euch feiern und allen danken möchte, die mich auf dieser langen, wunderschönen, aufregenden Berg- und Talfahrt begleitet und unterstützt haben. Und um anderen Menschen Mut zu machen, an ihr Projekt zu glauben.

Für mich gib es drei wirklich wichtige Dinge, die den Erfolg ausmachen: eine gute Idee, deren Zeit gekommen ist, konsequent umzusetzen, eine gesunde Naivität und jede Menge Durchhaltevermögen.

Die Idee der guten Nachrichten trägt mich bis heute, ich glaube aus tiefstem Herzen an sie und sie ist größer als meine Person. Ich darf sie nicht verraten und muss ihr folgen. Wann immer ich aus welchen Gründen auch immer von der ursprünglichen Idee abrückte, es ging sich nie aus.

Gesunde Naivität war mir eigen, aber zuerst unbewusst (über die Anfänge hier nachlesen). Als die newslichter am 17.10.2009 online gingen, hatte ich natürlich nachgerechnet und hatte mir ein Jahr Zeit gegegben, um die nötigen LeserInnnen und ersten 500 Abonnenten für 3,33 im Monat zu gewinnen. Das wären 1.665 Euro Einnahmen gewesen, davon wäre mir nach Abzug der Unkosten 1.200 Euro geblieben – genug zu einem bescheidenen, aber guten Leben, um meiner Berufung zu folgen. Dann wollte ich nach und nach auch Unternehmen als Sponsoren finden, um die Umsatz auf 3.000 Euro zu erhöhen. Ja, das war naiv, aber irgendwie braucht es das auch, sonst würden wir nie große Dinge angehen.

Jede Menge Durchhaltevermögen, ja das hatte ich, weil ich wirklich eine BeRufung spüre. Und inzwischen ist es für mich eine Art spiritueller Übung geworden, jeden Tag zu newslichtern. Egal, wie es mir persönlich geht, die newslichter sollen leuchten. Etwas in mir stellte das nie in Frage und zum Glück hatte ich meine Partnerin Elske Margraf, eine Familie, Freunde, treue erste LeserInnen und AutorInnen, die mich darin nimmer müde unterstützten.

Die Berg und Talfahrt
Wie auf der Zeichnung zu sehen, ging es nicht so einfach. Nach einem Jahr war der Weg noch nicht frei, zu wenig Spenden, die Seite technisch nicht optimal. Ich lebte von meinen Ersparnissen und wurschtelte mich so durch. Der erste Schritt bergauf führte über die KarmaKonsum Konferenz 2010. Ich durfte meine Ideen beim Greencamp vorstellen und bekam super viel positive Rückmeldung. Und zwei Menschen an die Seite gestellt, welche die newslichter zukunftsfähig machten. Danke Philipp Steinweber für den ersten Relaunch im Webdesign und Danke Jens Brehl für das redaktionelle Feintuning.

Doch alles erhöhte aber erstmal nicht die Einnahmen, sondern nur die Ausgaben – 2011 waren meine Erspanisse aufgebraucht und ich musste mir Unterstützung vom Amt holen. Und schwupps war dann auch noch meine private Rentenversicherung einkassiert – was für einen Wahnsinn dieses System. Aber viel schlimmer ist der energetische Verlust, den es bedeutet in diesen Mühlen zu kommen. Finanziell hat es mich über den tiefen See (siehe Grafik) gebracht. Doch vom Selbstbewusstsein her, war es die härteste Prüfung meines Lebens. Nicht nur deswegen bin ich ein absolute Verfechterin des Grundeinkommens.

Sonne-mit-AboWeiter immer weiter
Aber ich war immer noch da und langsam, ganz langsam aber sicher wurden die Abos und Spenden mehr. Sabine Langenscheidt schenkte mir einen Workshop. Und dort sah ich das newslichter Ladenbüro und damit eine Professionalisierung vor mir – und es manifestierte sich tatsächlich genau so im Juni 2012. Und obwohl ich eigentlich die Miete nicht bezahlen konnte, kamen dadurch die Dinge so richtig ins laufen. Durch die großartige visionäre und anpackende Art von Dieta Heilmann und Rolf Ahlborn entwickelte sich das tragfähige Konzept von Nimm ein Abo. Im PartnerAbo fanden endlich auch Unternehmen ihren angemessenen Platz. Mit dem paypal-Button kamen mehr spontane Spenden.

Der Weg der newslichter

newslichter Ladenbüro 2012/13 leider im Winter zuuu kalt

Es begann zu laufen und ich verlief mich ein bißchen
Erstens war ein Ladenbüro nicht das richtige, ich muss in der Regel in Ruhe arbeiten und außerdem war es im Winter 2012/2013 saukalt hinter einen großen Glasscheibe und auf Steinboden… Und noch eine andere an sich richtige Idee war eine tolle Erfahrung, aber leider am Ende ein Umweg: Der newslichter-Neuland Event mit den wundervollen Jwala und Karl Gamper passte zwar perfekt zur newslichter Ausrichtung, brachte mich aber vom Kerngeschäft weg.

Aber ich war inzwischen entspannter mit den Lektionen des Lebens und zog ich im Sommer 2013 um, in ein ruhiges, warmes Büro und verabschiedete mich von weiteren Event-Gedanken.

Der Weg der newslichter

newslichter Büro in Hannover

Jetzt hieß es konsequent nur noch gute Nachrichten publizieren, die Zusammenarbeit mit Autoren intensivieren, mehr Partner finden und private Spenden aktivieren. Und endlich nach all den Jahren entschloss ich mich einen automatischen Spendenaufruf online stellen, der sich immer nach wenigen Sekunden einblendet. Wie lange fand ich das blöd und zu aufdringlich, aber seitdem läuft es!

Endlich im grünen Bereich

Der Weg der newslichter

Vorm Büro in Hitzacker

2014 war das erste Jahr mit nennenswerten schwarzen Zahlen. Heute kann ich von den newslichtern gut leben, so wie ich es mir schon für 2010 spätestens 2011 vorgestellt hatte.

Und ich danke jeden Tag Euch LeserInnen, Euch PartnerInnen, Euch Spendern von Geld, Ideen und Liebe, Euch wortgewandten AutorInnnen, Findern von guten Nachrichten und allen anderen Wesen, die mich so liebevoll begleiten. Nicht immer hab ich alles verstanden, aber dann macht doch alles einen Sinn.

Die newslichter leuchten! Nach den ersten 7 Jahren beginnt für mich spürbar ein neuer Zyklus, der mit dem Wohlwagen als Büro schon 2017 beginnt!
Namaste – so sei es!

Und so ist es: Ende Juni 2017 rollte der Wohlwagen auf das Grundstück in Glienitz an der Elbe – wunderbar! Hier mehr.

Der Weg der newslichter

newslichter Wohlwagen-Büro

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18 Kommentare zu “Der Weg der newslichter
  1. Katrin sagt:

    Danke Bettina! Danke für deine Offenheit. Würden viel mehr Menschen über ihre Lebenstäler und -berge sprechen, wären wir vielleicht alle etwas entspannter und ruhiger mit unseren Lebenslinien und eben nicht auf der Suche nach der Geraden. Danke.

  2. Elsa sagt:

    Danke für’s Durchhalten, Bettina! Ich freu mich jeden Tag auf die newslichter.

  3. Birgit Schmidmeier sagt:

    Liebe Bettina, vielen Dank für diese respekteinflößende Zusammenfassung. Wir lieben es, deine Kooperationspartnerinnen zu sein und haben dir viel zu verdanken, denn deine LeserInnen scheinen uns sehr zu mögen! Wir freuen uns sehr, wenn du uns mal besuchen kommst in unserer Auszeiten-Oase-Chiemgau. Und diesen Artikel werde ich jetzt gleich mal auf facebook posten. Tausend Dank für das tägliche Licht, das du in die Welt sendest und das die Welt um soviel schöner macht.
    Wir wünschen dir, dass du künftig von dieser wertvollen Arbeit so richtig, richtig gut leben kannst. Das wäre wirklich sehr angemessen.
    Herzliche Grüße –
    Birgit Schmidmeier

    • Bettina Sahling sagt:

      Liebe Birgit, danke für die lieben Worte, ja ich freue mich, mal mit Euch persönlich an Eurem wundervollen Ort zu SEIN. Auf bald

  4. Sabrina Gundert sagt:

    Liebe Bettina,

    danke dir – für deine Offenheit, deinen Mut und dein Gehen für deinen eigenen Weg und Ruf!
    Ich empfinde deine Arbeit jeden Morgen, den ich bei den Newslichtern vorbeischaue, als inspirierend, kraftspendend, ermutigend. Denn sie zeigt mir immer wieder, dass ich getragen bin in einem Netz von Menschen, die sich ebenso neue Formen des Miteinanders, der Verbundenheit und Gemeinschaft wünschen.

    Die Newslichter und du – ihr seid für mich ein Ort zum Ankommen, Innehalten, Auftanken und inspiriert werden. Ein nährendes Feuer, an dem ich jeden Morgen von Herzen gerne Platz nehme.

    Danke dir für dein Dasein und dein Tun,
    alles Liebe,
    Sabrina

  5. Renate sagt:

    Hallo Bettina, endlich mal Gelegenheit mich zu bedanken für die wundervollen Newslichter, die mir schon so oft den Tag schöner gemacht haben und worauf ich mich täglich freue.
    Vor vielen Jahren hatte ich eine sehr ähnliche Idee, aber mein Weg war ein ganz anderer und so freue ich mich, das ich jetzt hier immer wieder gute Ideen, Kraft und viel Sonne finde, welches mir alles bei meinen eigenen Weg hilft.
    Danke und weiterhin alles Gute – ich bleibe dran!

  6. Aerdna sagt:

    Hallo Bettina,
    es berührt mich, zu lesen, wie steinig dein Weg war und dass Du dennoch weiter an deine Idee, deine Vision geglaubt hast und diese weiter verfolgt hast. Mir sind die newslichter ein wichtiger, unentbehrlicher Begleiter geworden und das ist es mir wert, mit einem Abo zum Bestehen beizutragen. Immer wieder erschreckt es mich, dass in den üblichen Nachrichten nur von Leid, Krisen, Krieg etc. berichtet wird und wie wenig die positive Seite des Lebens dort Beachtung findet. Ich danke Dir sehr, dass Du die guten Nachrichten verbreitest und dies mit Deinem Engagement, Deinem Durchhalten, Deinen Impulsen und Deinem Glauben an deine Idee möglich machst. Ich wünsche Dir, dass der Kreis der LeserInnen und SpenderInnen weiter wächst. Alles Gute von Andrea

  7. Ginolino sagt:

    Hallo Bettina.

    Als ich im Moor Internet deinen Newsletter fand, war ich begeistert.
    Endlich eine andere Focusierung auf eine andere hellere Realität. Dazu ein Mensch der seinen Herzensweg geht. Kompliment. Du lebst vor was ich selber machen will.

    Die automatischen Spendenaufrufe sind wahrscheinlich OK. Aber du könntest die Geschichte zum werden der Newslichter prominenter in diesen Aufrufen plazieren.
    Denn Spendenaufrufe gibt es sehr sehr viele und Gründe dafür auch. Ehrenwerte Gründe sollten auch als solche erkannt werden. Für mich sind die Aufrufe zu aufdringlich und erst als ich dein Werden las verstand ich dein Vorgehen. Eben darum die Idee zu einer Verlinkung zu der Geschichte deines Projektes. Das öffnet den Blick.

    Danke und sei gesegnet auf deinem Weg.

    Herzlich Ginolino

    • Bettina Sahling sagt:

      Lieber Ginolino,
      danke für deine Rückmeldung, werde es 2016 nochmal versuchen, charmanter einzubinden 🙂 herzliche Grüße und Segen auch zu Dir

  8. jaja sagt:

    Zu dem Abschnitt mit dem Grundeinkommen. So gesehen kann man sich ALG II ohne von den „Mühlen“ runtergezogen zu werden einklagen:

    https://aufgewachter.wordpress.com/2013/07/10/befreit-von-jeglichen-masnahmen-fur-immer-hartz-iv/

    https://aufgewachter.wordpress.com/2014/02/14/unter-dem-radar-sanktionen-entgehen/

    https://aufgewachter.wordpress.com/2015/02/13/erwerbsloser-kundigt-schriftlich-praventiv-seinem-masnahmetrager-von-1-euro-jobs-wie-dem-sozialwarenkaufhaus-an-seinen-regularen-tariflichen-stundenlohn-von-1292-euro-brutto-lagerarbeiter-ubers-a/

    Nur mal so als Gedankenanreiz. Energetisch sicherlich nicht astrein aber anscheinend eine Möglichkeit.

  9. Erika sagt:

    Liebe Bettina, herzlichen Dank für dein Tun. Lichtvolle News sind so wichtig. Ich wünsche mir, dass die Newslichter wachsen und wachsen und die anderen berühmten Newssendungen einpacken können oder aber Newslichter nachahmen müssen um erfolgreich zu bleiben, was die wundervollere Variante wäre. Ich wünsche dir Fülle auf allen Ebenen.
    Mit deiner Geschichte machs du mir Mut auf meinem Weg zu bleiben, auch wenn sich meine Talstrecke unentlich lange hinzieht. Ich bleibe dran…

    • Bettina Sahling sagt:

      Danke Erika, wie schön, wenn die newslichter auch viele andere ermutigen,ihren einzigartigen Weg zu finden und zu gehen. Mögen alle Wesen glücklich sein!

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