FREUDE – Von der Kunst, „Danke“ zu empfinden

Foto: Evelin Rosenfeld

Foto: Evelin Rosenfeld

Freude ist der positive Ausdruck von Lebendigkeit. Und anders, als die Konsum- und Leistungsmentalität uns vermitteln will, ist sie unabhängig von den Dingen, die wir HABEN – ganz gleich wie kostbar sie sein mögen.

Freude zu empfinden heißt, das was IST zu sehen – mehr noch: Das was ist mit offenem Herzen als Geschenk anzunehmen.

Freude zu empfinden heißt also auch: Dankbarkeit für das, was ist, empfinden zu können.

So viele Menschen laufen mit mürrischen Gesichtern, leidender Haltung, Unzufriedenheit und Trauer durchs Leben. Und nicht etwa, weil es sie schlechter getroffen hat als andere. Darüber bin ich mir sicher, seit ich die blinde, abgemagerte alte Frau in Nepal gesehen habe, in ihrer zugigen Hütte auf dem nackten Boden sitzend, ein Tongefäß formend – und lächelnd. Als ich nach einigen Minuten stiller Betrachtung dieses vom Leben gezeichneten und zugleich strahlenden Menschen weiterging, meinte ich sogar, sie leise summen zu hören….

Freude ist eine Entscheidung – denn das Leben gibt uns in jeder Situation, in jedem Moment eine reiche Auswahl von Schönem und Nicht-so-Schönem (nach unseren selbst gesetzten Maßstäben). Freude ist die Entscheidung, das Schöne in dem was IST zu sehen und zu empfinden, dass es eine Gnade, ein Geschenk ist, dieses Schöne erleben zu dürfen.

Kunst der Dankbarkeit

Wer diese Kunst der Dankbarkeit nicht lernt, wird an der Hässlichkeit der eigenen Urteile zerbrechen. Nicht am Leben.

Dankbarkeit nimmt nichts als selbstverständlich. Dankbarkeit weiß um Verletzlichkeit, Vergänglichkeit und Gewöhnlichkeit. Und genau weil sie dieses Wissen hat, genau weil ein Mensch, der Dankbarkeit empfinden kann, die (eigenen) Schatten und die Endlichkeit kennt, ist Leben ein Geschenk. Und wer Geschenke annimmt und als solche würdigt, lebt in Freude.

Ich erinnere mich an einen Klienten, der sehr unzufrieden mit seinen Arbeitsbedingungen war. Auch seine Frau erschien ihm als anstrengend und ewig nörgelnd. Er erkannte für sich, dass die Lösung bei ihm lag – zunächst eher aus einer Haltung der Hilflosigkeit heraus und auf der Suche nach neuen Möglichkeiten in seinem Leben.

Nachdem wir zwei Wochen auf Teneriffa miteinander gearbeitet hatten, viele Widerstände, viele Urteile und Ängste zum Ausdruck gekommen waren und er begann, sich mehr und mehr frei – mit dem Herzen und dem Geist eines Kindes, angstfrei, neugierig – mit er Wahrheit seiner Seele zu befassen, lichtete sich seine Stimmung von Tag zu Tag, wurden seine Beschreibungen von Frau, Arbeits- und Lebenssituation bunter, vielseitiger und reizvoller.
Nichts hatte sich im Außen verändert: Die Frau war die gleiche – auch ihre ganz persönliche Verfasstheit – Arbeitgeber und unrunde Prozesse genauso wie zuvor.

Doch er hatte sich verändert: Er hatte gelernt „Danke“ zu empfinden – dafür, dass diese Frau trotz aller Rangeleien noch immer an seiner Seite war, dafür, dass so viele kostbare Momente mit ihr bereits erlebt waren, dafür, dass er (nun) Möglichkeiten sah, seine Arbeitssituation aktiv mitzugestalten, dafür, daß er in seinem Job tun konnte, was ihm am meisten Spaß machte, dafür, dass sein Team noch immer zu ihm stand – trotz der vielen „Fehler“ im System….

Und die Dankbarkeit führte ihn zu Freude.

Freude an den Geschenken, die neben den Herausforderungen lagen.

Und mit dieser Freude waren die Herausforderungen kein Grund mehr für Un-Freude, Un-Frieden, Zorn und Trauer sondern vielmehr eine Einladung zum Spiel mit dem Leben:
Mit einem Mal (nicht „einfach so“ – denn er hatte Schwerstarbeit an seinem eigenen Panzer geleistet) – konnte er Freude im Überfluss „produzieren“ – und diese wirkte wie Licht auf eine Pflanze: Seine Ideen sprudelten, seine Fähigkeit, zu Kommunizieren und sich mit seiner Umwelt zu verbinden war zurück, sein Durchhaltevermögen und Ausrichtung erlebten eine regelrechte Vervielfachung.

So einfach ist das mit der Freude und der Dankbarkeit.

Naja nicht ganz einfach – denn unsere Vorstellungen davon, wie es sein SOLL sind meist recht hartnäckig und in ständigem Widerstreit dem, wie es IST.

Unsere Angst davor, unsere SOLL-Vorstellungen fallen zu lassen kann manchmal wie ein riesiger Dämon – bei vielen zwar nicht bewusst doch umso wirksamer –alles blockieren.
Doch wenn uns der Sprung gelingt, dem Leben und uns selbst so weit zu vertrauen, dass wir den Geschenken und Herausforderungen des Lebens gelassen begegnen, dann ist Freude der Lohn.
Vor vielen Jahren, als ich in einem Konzern fast zu ersticken drohte an all dem Frust, all der Unzufriedenheit, dem Ärger, dem Nicht-Genug, beschloss ich, diese Wurzel der menschlichen Zerstörung mit heilen zu helfen. Und das ist mein Anliegen bis heute.

Einladung ins Aditi-Land

Foto: Evelin Rosenfeld

Foto: Evelin Rosenfeld


Neben meiner Seelenarbeit, die ich in Deutschland, Thailand und auf den Kanaren verrichte, bin ich in der glücklichen Lage, Hüterin eines ganzen Waldhügels zu sein.
Dieser Platz ist ein Geschenk des Lebens an mich und meine Dienst. Und dieses Geschenk möchte ich teilen.

Um der Freude Vorschub zu leisten – und auch einem gemeinsamen TUN das frei ist von Vorteilsdenken und Zeitdruck – gibt es hier im grünen Herzen Deutschlands drei Möglichkeiten, Freude und Dankbarkeit in inniger Verbindung mit Mutter Natur zu kreieren:

BiENEN
Meine Bienenfreunde Irene und Georg, Claudia und Aron haben mich schon lange inspiriert, diese Meisterinnen der Kooperation mit ihren wertvollen Geschenken an uns Menschen näher kennenzulernen.
Und siehe da: Das Aditi-Land hat in Hülle und Fülle Eschen, Feldahorn und Schlehen, die Nahrung, Raum und Mehrung für gut 35 Bienenvölker geben. So werden wir gemeinsam eine Bienen-Initiative in der Region starten, die es geneigten Naturliebhabern ermöglicht, von den Bienen zu lernen, ein eigenes Volk zu hüten.

Ab Frühjahr 2017 vergeben wir insgesamt 33 Bienenpatenschaften für all jene, die diesem faszinierenden Schwarm-Volk ihre Aufmerksamkeit schenken wollen: Für einen Basisbeitrag von 250 € p.a. kannst Du die Patenschaft für ein Volk mit eigenem Stock und eigenem Platz auf dem Aditi-Hügel übernehmen: Du bist verantwortlich für die Versorgung deines Volkes, fütterst auf, hältst den Stock in Schuss und dafür „erntest“ Du zweimal im Jahr zusammen mit den anderen Pat/innen Honig, Propolis und Bienenwachs. Nicht nur das Sein mit den Bienen und hier draußen unter freiem Himmel ist Premiumfutter für Dankbarkeit und Freude. Auch die gemeinsame Arbeit beim Honigschleudern und Wachsziehen, bei der Pflege der Bienenhäuser und bei der Neugewinnung von Schwärmen führt in eine Welt von Schönheit und Fülle.

KRÄUTER
Natürlich werden wir im Frühjahr die Wild Natural Spirits (siehe http://wild-natural-spirit.org ) auf das Grundstück einladen und endlich genug Platz für die kostbaren Räucherpflanzen haben. Die Urtica wächst hier bereits in einer Pracht – da müssen wir gar nichts mehr tun, außer zu ernten und danken. Die vier anderen Medizinpflanzen werden wir setzen. Und in Kooperation mit dem Landkreis kommt nun hoffentlich auch die Jugendarbeit hinzu, die von Anfang an mit diesem Projekt geplant war.
Wer Dankbarkeit und Freude in sich hervorrufen will, fühle sich herzlich willkommen, sich in die gemeinnützige Pflanzarbeit oder in die Arbeit mit den Jugendlichen einzuklinken.
Nach wie vor suche ich für das Projekt eine/n Koordinator/in, der Lust und Know How hat, die Spirits in das ESF-Programm zu integrieren. Dabei entsteht eine neue Stelle als Voll- oder Teilzeit. Wer will ?

GEBETE
Am 21. März soll auf dem bereits initiierten Kraftplatz im Süden des Aditi-Hauses eine Schwitzhütte entstehen. Helfer und Helferinnen sind von Herzen willkommen!
Auch nach dem Bau will der Platz gepflegt und gehütet sein:
All jenen, die in die Inipi-Zeremonie eingeweiht sind, möchte ich anbieten, dies mit mir gemeinsam zu tun.

Wer auch immer sich berufen fühlt, die Mondhütten anzubieten, kann und soll das hier gere tun.
Vielleicht findet sich ja auch noch ein Prodzent der beliebeten „Tiny Homes“, der uns zwei, drei Wägen an die Grundstücksgrenzen stellt… mal sehen

Freude: Das Land, das nun 30 Jahre brach lag und vor 60 Jahren in Liebe erschlossen wurde, erwacht neu und bringt ein ganzes Füllhorn Möglichkeiten aus Hinwendung Dankbarkeit und aus Dankbarkeit Freud wachsen zu lassen !

Foto: Evelin Rosenfeld

Foto: Evelin Rosenfeld

Zur Person: Evelin Rosenfeld arbeitet als Coach und Interimsmanagerin für wertebasierte Unternehmen. Die Autorin bietet sechsmal im Jahr Reisen an, in denen sie für 7 oder 14 Tage den Prozess „Was Dir wirklich wichtig ist“ (siehe Buchtitel) begleitet.
Hier sind die Termine für 2017:
Thüringen: 20. Mai – 03. Juni.2017 und 05. – 19 August 2017
Teneriffa: 15. – 29. April 2017 und 02. – 16. September 2017
Thailand. 28. Jan – 11. Feb 2017 und 23. Dez 17 – 06. Jan 18
Mehr Info und Anmeldung unter www.seminar-und-reisen.de
Mehr zu Wochenendkursen, zur Jahresausbildung und zur Coachingarbeit www.evelinrosenfeld.de oder auf youtube

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2 Kommentare zu “FREUDE – Von der Kunst, „Danke“ zu empfinden
  1. Renate sagt:

    Vor langer Zeit hab ich mal einen „Spruch“ aus einer Zeitschrift ausgerissen
    „Danken ist das Atmen der Seele“
    weil er mich sofort ganz tief berührt hat
    Immer und immer wieder,
    auch wenn es soviel Ärger, Wut, Ungerechtigkeit und all sowas mich hinderten ins Gleichgewicht zu kommen oder zu bleiben, je nach dem, dieser Satz bringt mir immer wieder Ruhe und ein Stück Gelassenheit

    Danke

  2. Danke! ALLES spricht mir aus dem Herzen und wirkt, gleich der Bienen in die Welt hinaus.
    Was für ein Geschenk des Lebens uns immer wieder bewusst aufzumachen und all den Kram der Optimierungen und des Überlebenskampfes hinter sich zu lassen. Das Richtige kommt, wenn wir unser Herz für das Leben und unsere Sehnsucht öffnen.

    Gute Wünsche für das vielversprechend Projekt,
    P.S: hier noch eine kleine Geschichte: Ich liebte Bienen schon immer, von klein auf, mein Großvater war Imker… Vor einigen Jahren saß ich an einem Frühlingsmorgen am Rand des kleinen Gartenteiches. Die ersten wärmenden Strahlen genießend und den Flug der Bienen betrachtend, wurde ich zum „Retter“ einer ins Wasser gefallenen Biene. Daraufhin setzte ich sie an den Rand des Teiches und war ganz glücklich darüber wie sie sich erholte und putzte. Kurz darauf wurde diese Pflege von einer „Kollegin“ weitergeführt indem diese mit ihrem Rüssel unter die, noch feuchten und am Rücken festgeklebten Flügel stocherte und sich somit der Flügel löste. Dieses Ereignis ist unvergesslich und hat mich tief berührt.
    Möge es ein gutes Omen für ihr „Neuland“ sein.
    G. Lehner

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