Sylvesterkracher mal umgedacht


Von Matthias Jackel. Warum macht eigentlich so ein kleiner Kracher einen solchen Rabatz.
Innen ist Schwarzpulver und außen herum ist eine Hülle. Das Interessante ist, dass Schwarzpulver, wenn es angesteckt wird, fast keine Wirkung hat, ohne die Hülle, die außen herum geschaffen wurde.
Das hat mich nachdenklich gemacht.

Denn wenn wir das Schwarzpulver als Synonym nehmen für die Dinge, die wir im letzten Jahr als negativ empfunden haben, dann entsteht die gesamt Sprengkraft davon nur durch die Hülle die wir selbst der Sache geben. Die Hülle steht also für die Bedeutung, die wir einem Geschehnis geben. Indem wir es z.B. persönlich nehmen, vergleichen und uns vielleicht eine negative Zukunft daraus projizieren. Die Hülle steht auch dafür, wie oft wir Dinge in uns hineinfressen, nicht achtsam hinblicken und uns lieber einen dicken Panzer aufbauen, statt unser Herz zu öffnen und daraus Leichtigkeit entstehen zu lassen.

Das hier ist nur ein kleiner Kracher (LadyCracker). Wenn ich den anzünde, dann passiert nicht viel. Fast gar nichts.

Wenn ich aber mehr Pulver nehme und immer mehr Hüllen, dann sieht das schon so aus (2er Kracher). Oder so (Kanonschlag). Und das Kerlchen lasse ich mir ganz sicher nicht mehr in der Hand losgehen. Mache ich das mein ganzes Leben lang, dann kommt so etwas dabei raus. Eine solide Rohrbombe. Wenn wir Glück haben legt sich die Rohrbombe eines Tages einfach nur als Blindgänger ins Grab. Wenn es aber blöd läuft, dann kommt dieser eine Funke, deiese Rohrbombe zur Explosion bringt. Dann verlieren wir uns selbst und verletzen andere Menschen schwer.

Dabei gibt es eine sehr einfache Methode, so einen Kracher schadlos zu machen: Indem wir ihn einfach aufbrechen. Wenn dann ein Funke von außen kommt, dann entsteht nur noch ein Licht.

Genauso gibt es im richtigen Leben Methoden des Umganges. Wir können auch hier mit unseren alten Reaktionen brechen. Geschehnissen mit Interesse begegnen, bevor wir schnell in die Bewertung gehen oder in den Vergleich. Wir können aufhören, mit der Vergangenheit zu hadern, wir können aufhörne, uns vor der Zukufnt zu fürchten, wie wissen sowieso nicht, was auf uns zukommt. Wir können uns entscheiden, dass wir im Hier-Und-Jetzt leben. Im Hier-Und-Jetzt können wir uns öffnen, hinblicken, achtsam sein und eine kleine Mauer, die entsteht, gleich wieder abreißen. Das ist wichtig, weil einen solchen Kracher aufzubrechen, das ist einfach. Aber wenn wir in unserem Leben schon an diesem Punkt angekommen sind (Rohrbombe), dann ist es schwierig. Dann brauchen wir Werkzeug oder sogar Hilfe von außen.

Wenn jetzt Silvester kommt, dann habe ich einen Vorschlag. Wenn Ihr einen Kracher hört, dann nehmt den als Synonym für irgendein negatives Erlebnis das Euch letztes Jahr passiert ist. Nehmt wahr, wie sich dieses Problem in Schall uns Rauch auflöst. Lasst los. Macht das so oft wie möglich. Es gehen ja einige Kracher los. Hebt Euch ein paar kleine Kracher für das neue Jahr auf. Wenn es nächstes Jahr wieder einmal richtig heiß her geht und Ihr das Gefühl habt, Ihr müsstet „zumachen“, dann macht genau das Gegenteil, macht Euch auf (Kracher aufgebrochen). Steckt das Ding ruhig an und seht, wie der große Krach ausbleibt. Auf diese Art und Weise könnt Ihr Euch öffnen, Ihr könnt nach innen schauen und den Dingen, die Euch widerfahren die Hülle geben, die Ihr wollt. Das ist der Rahmen, in dem Euer Leben 2016 stattfindet. Und das ist die ultimative Freiheit, die wir ALLE haben. Die Entscheidung darüber, wie wir auf die Dinge reagieren, die uns geschehen.

Ich wünsche Euch ein schönes 2016

Matthias Jackel

Matthias Jackel

Zur Person: Matthias Jackel ist Motivationstrainer und Musik-Coach für Unternehmen. Seit 10 Jahren coacht er Führungskräfte und Unternehmen speziell mittels Musik. Seiner Überzeugung nach ist Musik ein wichtiger Schlüssel zur Bewältigung unserer Herausforderungen in der Gemeinschaft: „Ich habe gelernt und in meiner Arbeit umgesetzt, dass musikalisches Zusammenspiel Menschen in eine solche Gemeinschaft versetzt. Es ist eine perfekte Metapher für Führung, Teamarbeit und Kooperation und damit ein ideales Vehikel, um diese zu trainieren. Alle meine Projekte wurzeln in der Macht des Rhythmus und der Musik.“ Mehr hier.

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4 Kommentare zu “Sylvesterkracher mal umgedacht
  1. Cornelia Mohrig sagt:

    Die Macht der Rhythmen und der Musik , aber auch des Taktwechselspiels , die literarischen Grundlagen, Text, Stil ,Gehalt – daran erinnert jetzt Michael Jackel mit dem Newslicht zum Jahreausklang… herzlichen Dank für den guten Rat , der sich auf das Weltgeschehen insgesamt wunder bar übertragen lässt . CM

  2. Peter Backof sagt:

    Schönes Bild. Kleiner Hinweis: Es heißt Silvester und nicht Sylvester. https://de.wikipedia.org/wiki/Silvester

  3. Elke De Macq sagt:

    Herzlichen Dank für diesen wertvollen Beitrag. Es ist so wichtig, immer wieder das Umdenken aktiv zu praktizieren. Es schenkt uns dann Lebensqualität in Fülle, Gesundheit, Frieden und allem Guten. In diesem Sinne wünsche ich euch allen liebevolle Ge-DANKE-n, EDM

  4. Cornelia Mohrig sagt:

    Das ist gut… ein 2.Mal eine Botschaft hören, sehen… im letzten Jahr habe ich mich lobend zum Beitrag geäussert … heute, ganz anders , kann ich nur hoffen, dass meine eigenen – angestauten Schwarzpulveranteile sich lösen lassen – .Die Botschaften zu den Rauhen Nächten haben dazu Impulse gegeben … nun die Wiederholung von M. Jackels Aufruf…Bettina und die Newslichter , unsre Wegbegleiter im Jahreslauf …

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