Die Kraft von Labyrinthen und universellen Symbolen

Von Monika Kirschke. Ein Buch über Labyrinthe zu verfassen, ist etwas ganz Besonderes. Es ist in etwa so: Haben Sie erst einmal den Faden aufgenommen, erfordert es Ausdauer, Geduld und Vertrauen, damit Sie sich nicht verlieren in den unendlichen (Lebens-)Wegen, die sich eröffnen.

Doch bevor sich die »träge Masse Mensch« in Bewegung setzt, braucht es weitere Auslöser. Mir reichte es nicht, Labyrinthe als Lebensweg zu beschreiben oder vom „Auf und Ab des Lebens“ zu erzählen. Das kennt ein jeder von uns bestens im Karussell seines Lebens. Es ist so viel mehr, was es „in uns“ zu entfalten gibt.

Anders als es Labyrinthdarstellungen aus dem Mittelalter für gewöhnlich beschreiben, dienten Labyrinthe in ihrer Urform mit hoher Wahrscheinlichkeit als »Sternwarte« zur Beobachtung der Himmelskörper und ihrer Umlaufbahnen. Ihre Erbauer wussten um die auf- und absteigenden Bahnen von Sonne und Mond im Jahreslauf und konnten die Gestirne in ihrem ALLtag deuten. Ein Zeitmaß oder einen Kalender, wie wir ihn nutzen, brauchten sie nicht. (Kalender wäre ohnehin ein unpassender Begriff. Das Wort »Kalender« entstammt dem alten lateinischen Begriff »Calendarium« und bedeutete so viel wie »Schuldbuch«)

Doch damit nicht genug. Labyrinthe sind von Menschenhand gemacht, doch universelle Symbole – über die wichtigsten schreibe ich im Buch, kommen in der Natur vor. Sie verbinden uns direkt mit der Urquelle der Schöpfung und der Nullpunkt-Energie.

Symbole einer uni-Vers-ellen Sprache
Wer sich für die Welt der universellen Sprache interessiert, bekommt hier einen kleinen Einblick: Es beginnt mit dem kosmischen Kreuz als Schöpfungsschlüssel. Es kann gedeutet werden für den linearen und dualen Weg des Menschen, für die Zahl Vier (Erde) und für die vier Elemente. Oder viele kennen das Pentagramm vom Lauf der Venus und als Vorlage für Leonardo Da Vincis Proportionsstudien, doch wer erkennt darin den Goldenen Schnitt, gleich 10-fach und weiß um die Konstruktion eines 5-Stern-Labyrinths.

Foto: Fünfstern Monika Kirschke

Interessant darüber hinaus ist die Swastika als kosmisches Prinzip der Bewegung bzw. als Symbol für das Rad des Lebens. In den heiligen Veden des Hinduismus wird sie als wichtigstes Symbol nach dem Om und dem Dharma beschrieben. Ein faszinierendes, dynamisches Symbol für Bewegung und Auflösung und aktuell ins Bewusstsein gerückt, ist die liegende Acht, das Unendlichkeitszeichen und die Schlange, damit weit über das Wissen der verstandsorientierten Welt hinausgehend.

Die Spirale wiederum zeigt sich im Wasser als Wasserstrudel und auch in der Luft bewegt sie sich gern in dieser Form – gut zu sehen, wenn sich ein Wirbelsturm bildet. Oder stellen Sie sich einen Tannenzapfen vor und verbinden Sie damit Ihre Zirbeldrüse. Am bekanntesten im menschlichen Körper ist die Doppelhelix der DNA mit den Erbinformationen. Sie ist die »Spirale aller Spiralen« und entspricht in ihren Dimensionen dem Goldenen Schnitt.

Die wichtigste Spirale in unseren Körperzellen ist die Doppelhelix der DNA

Überall, wo Spiralen auftauchen, werden sie mit der Schöpfungsgeschichte und der Entstehung der Welt in Verbindung gebracht. Natürlich schwingt sie auch mit in der Blume des Lebens, bekannt als heiliger Schlüssel des Hermes Trismegistos Thot, als unendlicher Wissensspeicher und als eine Art Portal oder Schlüssel zur Akasha-Chronik – einem universellen Energiefeld.

Der Mensch in seiner gottgegebenen Liebesfähigkeit ist der Schlüssel – in der Verantwortung für sein Tun das 5. Element. Ge(h)Heimwissen hat eine lange Tradition und wird nur an Auserwählte von Mund zu Mund weitergereicht. Der Geist kann verwandeln, von Zustand zu Zustand. Gleiches lässt sich nicht mit Gleichem erlösen, doch mit Höherem. Das „Hamsterrrad der Wiederholungen“ verlassen wir erst, wenn wir „bewusst“ vom Kreis in die Spirale springen.

Warum fühlen wir uns von besonderen »Kraftorten«, z.B. von megalithischen Anlagen und Labyrinthen, magisch angezogen bzw. haben das Gefühl, zu Hause angekommen zu sein?

Ein Labyrinth hat Rhythmus und Ordnung und ist weder ein Irrgarten noch ein Irrweg. Es führt ein Weg direkt in die Mitte und nach einer Kehre um 180° wieder hinaus. In seiner Urform pulsiert in der Mitte ein gleichschenkliges Kreuz, das in allen Kulturen der Erde das Kosmische Kreuz (= die SCHÖPFUNG = freie Energie) darstellt. Es ist von zwei gegenläufgen Spiralen bzw. Wegen umgeben und erzeugt auf diese Weise einen Rhythmus bzw. ein Schwingungsmuster, das unsere Zellen als Urschwingungsmuster wiedererkennen. Das ist einer der Gründe für die Magie und Anziehungskraft von Labyrinthen. Die tiefere Symbolik des Labyrinths ist also die Ganzheitlichkeit, die kosmischen Einheit von Himmel und Erde.

Bedeutende megalithische Anlagen wie die Megalithtempel von Tarxien auf Malta, das »Türkische Stonehenge« Göbekli Tepe (Sirius), die Sphinx in Ägypten mit der Halle der Aufzeichnungen, die u.a. nach den Tagundnachtgleichen und Sonnenwenden ausgerichtet wurden, auch das Phänomen von New Grange in Irland mit dem „Sonnenbriefkasten“, sind Themen. Unbeschreibbar und mit unseren „physischen Augen“ kaum erfassbar, sind die Energiephänomene im „Tal der Pyramiden in Bosnien“, Nahe Sarajewo, die seit 11 Jahren wissenschaftlich erforscht werden!
Bild: Ravne-Tunnellabyrinth unterhalb der Sonnenpyramide in Bosnien

Ein weiterer Hinweis auf die zentrale Bedeutung dieser monumentalen Bauwerke, ist die Tatsache, dass fast jede alte Hochkultur Anlagen in einer Größe und mit einer Präzision erschaffen hat, die für uns heute nicht vollständig erklärbar sind. Faszinierend ist, dass diese Bauten mit unseren heutigen visuellen und technischen Möglichkeiten weder erfassbar noch machbar sind. Relikte dieser Bauwerke aus längst vergangenen Zeiten bezeugen ähnlich wie die Nazca-Linien in Peru – ein Hinweis auf unterirdische Energieströme, um die auch schon die Nachkommen der Atlanter wussten –, die Kenntnis über die großen planetarischen Zyklen bis in die Gegenwart hinein. Menschen lange vor unserer Zeit hatten noch ein Bewusstsein für zyklische Dimensionen und kannten offensichtlich Tore in die Anderswelt außerhalb des Raum-Zeit-Gefüges.

Labyrinthe im Weißen Meer in Russland

Die weltweit höchste Konzentration an Stein- und Graslabyrinthen, 35 an der Zahl, befindet sich auf einem Archipel im Weißen Meer in Russland. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei einer Gruppe von 14 Steinlabyrinthen, die vor rund 3000 Jahren auf der kleinen, nur 1,25 km2 großen Insel Bolschoi.

Labyrinthe im Wandel der Geschichte

Kulturgeschichte beschreibt mehr als nur die Geschichte, sie ist ein Abbild für das Bewusstsein der
 Menschen ihrer Zeit. Mythen oder Sagen berichten meist von Gottheiten und Helden. Im griechischen Mythos um Theseus und Ariadne findet ein Übergang von matriarchalen zu patriarchalen Werten und Sitten und deren Vermischung statt. Im 15. Jh. – es ist der Beginn der Renaissance – endet allmählich die Blütezeit der klassischen Labyrinthe. Die Zeitlinie öffnet sich für das Lösen von Dogmen und das Denken in Alternativen. Es entstehen wunderschöne Gartenlabyrinthe, die auch heute noch zauberhafte Spielorte für verliebet Herzen sind.

Erwarten dürfen Sie in diesem Buch, dass ich immer wieder Perspektiven und Sichtweisen betrachte, beleuchte, erforsche, verknüpfe und für möglich erachte, die jenseits des Mainstreams liegen. Im Labyrinth von Chartres ist es das Geheimnis bzw. die „Geschichte der Gralstafeln“ aus den „Gärten der Einweihung“. Die Geschichte der Tafel Nr. 3 (Kreis), geht u.a. auf Joseph von Arimathäa zurück. Seit dessen Flucht nach England gilt er als Begründer der ersten Kirchengemeinde in Glastonbury, dem geheimnisvollen Avalon der Kelten.

Chartres war vor dem 12. Jh. 
ein bedeutender Wallfahrtsort zu Ehren einer schwarzen Madonna, die in der Druidengrotte gefunden wurde. Der Ursprung für die „Anbetung der schwarzen Madonnen“ gilt als Hinweis auf die älteste Religion der Menschheit: Je mehr wir unser Bewusstsein dafür öffnen, dass Dolmen, Tempelstätten, frühe gotische Kathedralen als Resonanzkörper der Erdkräfte dienten, desto klarer wird uns, dass es bei der Verehrung gebärender Jungfrauen oder anderer Heiliger um den Kontakt mit der Erde geht.

Foto Monika Kirschke: Heilige Maria in Santioaho de Compostela

Es ist die älteste Religion der Menschheit – der Kontakt zur Mutter Erde.

Im Film »The Da Vinci Code – Sakrileg«, eine US-amerikanische Verfilmung des gleichnamigen Thrillers von Dan Brown aus dem Jahr 2006, wird am Ende des Films der Kelch als Symbol des Göttlich-Weiblichen enthüllt. Es bleibt also spannend.

Das Wissen um kosmische Gesetzmäßigkeiten ist eine Hommage an das Leben selbst und das Hinschauen auf das Wesentliche ist wohl eine Meisterkür. Vergleichbar mit der Brille, die wir suchen, weil sie schon längst auf der Nase sitzt.

Monika Kirschke

Über die Autorin : Monika Kirschke vereint in ihrem Leben die Themen »Natur«, »gesundes Leben« und »Spiritualität«. Von ganzheitlichen Zusammenhängen inspiriert, erforscht sie schon ihr ganzes Leben lang immer wieder neue Zusammenhänge und Sichtweisen über den Sinn und scheinbaren Unsinn eines Lebensweges auf diesem wundervollen blauen Planeten.

Sie stellt sich den Fragen, Bedürfnissen und Anforderungen nach einem (herz)erfüllenden Leben voll körperlicher, mentaler und geistiger Vitalität – und das weit über ihre eigenen Visionen hinaus: »Wenn mein Leben in der Ewigkeit wirklich endlich ist, dann möchte ich eines Tages mein ›Erdengefäß‹ in Dankbarkeit, Wertschätzung und Weisheit abstreifen können, um in die Unendlichkeit emporzuschweben.«

Im Sommer 2016 führte sie ein Gartenprojekt zum berühmten Jakobsweg nach Spanien. »Es sind die berühmten Zufälle im Leben«, sagt sie, »die uns zufallen, ohne dass wir sie planen könnten«. Den Jakobsweg, den Pilger aller Herren Länder seit über 800 J. gehen, und seine Geschichte empfindet sie als große Bereicherung für ihr zweites Buch »Heilende Labyrinthe«, das wieder im Schirner Verlag erschienen ist.

www.heilende-gaerten.net und
www.facebook.com/Heilende.Gaerten

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