Jahreskreisfeste: Frühlingsanfang

1966121_10151914348356227_1295568536_oVon Martha Deegen. Das Frühlingsfest naht – die Amazonenkraft steht vor unserer Tür. Die innere Reise durch die dunkle Zeit, in der die Kraft der Funkelnden Luna dich begleitete, wird jetzt beendet. Lass los, was an inneren Fragen nicht gelöst, was bis jetzt nicht gesehen wurde. Es wird wieder neue Gelegenheiten in anderer Form geben. Luna übergibt das Zepter der Macht an Sunna, die es in der hellen Jahreshälfte führt. Immer sind beide anwesend, doch eine tritt nach vorn. So gestalten sie den Tanz des Lebens. Die Amazone in uns lockt den Wechsel hervor, mit Entschiedenheit und Lust auf das Neue, auf die neue Variation ihres Lebens.

Zum Winterfest wurde das Saatkorn für dieses Jahr, dein Vorhaben, als Winterkind unerkannt und „einfach so“ geboren. Vielleicht hast du es auch im Tanz gewiegt. Zum Lichtfest erhielt es eine gedankliche Form, wurde gesehen, von dir in konkrete Worte gekleidet. Jetzt wird die Lichtfest-Vision weiter konkretisiert, mit Worten und auch mit Taten. Heller Tag und funkelnde Nacht sind nun in der Balance. Licht und Dunkel füllen für eine kurze Zeit den Tag zu gleichen Teilen.

Das Frühlingsfest entspricht im Tageszyklus der Energie des Sonnenaufgangs. Die Göttin der Morgenröte, in griechischer Mythologie Eos genannt, verliebt sich ständig neu, ist offen für neue Wege und Möglichkeiten. Ihr Herz spricht mit ihr. Sie hat als Nachkommen mehrere Winde geboren. Luft ist das Element des Frühlingsfestes. Das innere Licht, dessen Patin die Weise Alte ist, verlangt in die äußere formhafte, gestaltbare Welt.

Mit schwungvoller Kraft wird der Boden bereitet, gelockert, von Steinen und wuchernden Wurzeln befreit. Verdichtete Klumpen werden gelöst. Die Erde wird gut belüftet, reifer Kompost hinzugefügt als Nahrung für den Start. In Vorfreude auf das, was vielleicht entsteht, nicht absichtslos, wenden wir Kraft auf, meditieren dann vielleicht schweigend mit der Erde und bitten ihre Kräfte um Mitarbeit. Die Saat für das, was wir ernten wollen, wird gelegt.

Vielleicht habt ihr Lust, diesmal das Ritual mit dem Sonnenaufgang zu feiern. Das nach außen gerichtete Leben, die helle Jahreshälfte, Sunna, lässt sich aus den morgendlichen Frühnebeln besonders gern hervorlocken, um in die sichtbare, die geschäftige Welt geboren zu werden. Sie kommt in eine Welt der Taten, die in die Dinglichkeiten wirken. Vielleicht wird gesungen und getanzt, in steigendem Tempo wachsender Vitalität und Lebenslust, bis das durchbrechende nach außen gerichtete Leben nicht mehr zu verkennen ist und endgültig in den Vordergrund tritt, den Winter besiegt. Der Hase der Skadi, der Nordischen Göttin des Winters, bringt Ostaras rote Eier, Symbole des neuen Lebens, zu den Menschen.

Hintergrund: Der Text ist dem Kalender der Zeitspirale entnommen. Der Tanz des Lebens führt uns jedes Jahr durch die acht Jahreszeiten. Grundthemen sind hierbei das Sehen (Lichtfest), Werden (Frühling), Wachsen (Walpurgis), Blühen (Sommer), Ernten (Schnitterin), Weitergeben (Herbst), Vergehen (Halloween), Funkeln (Winter) sowie die vermischende und freisetzende Kraft der Rauhnächte.

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