Qual der Wahl oder eine große Chance?

Ein persönliches Statement von Bettina Sahling.Die Bundestagswahl am 24. September ist für mich eine große Chance ein Zeichen zu setzen. Und endlich mal wieder für etwas die Stimme abzugeben, von dem ich richtig überzeugt bin: Das bedingungslose Grundeinkommen. Zum ersten Mal ist eine Partei wählbar, die sich nur diesem großen Zukunftsthema angenommen hat. Das Bündnis Grundeinkommen:

Und was ist mit den anderen wichtigen Themen?

Die GLS Bank hat 4 große Zukunftsthemen benannt, die leider in allen TV-Diskussionen mit den großen Parteien viel zu kurz kommen:

1. Arbeit entlasten, Kapital belasten. Digitalisierung und künstliche Intelligenz ersetzen vielfach menschliche Arbeit. Arbeit erhält dadurch weniger, Kapital mehr vom Kuchen der Einkommen. Darum braucht es eine stärkere Besteuerung von Kapital und Kapitalerlösen sowie eine steuerliche Entlastung bei den Arbeitseinkommen.

2. Ein bedingungsloses Grundeinkommen. Es verteilt unsere Ressourcen besser, verringert Armut und fördert sinnstiftende Tätigkeiten. Es ist finanzierbar: durch wegfallende Sozialleistungen und Erträge aus Kapitalsteuern.

3. Ausnahmslose Abgabe auf CO2-Ausstoß. Um die Verpflichtung aus dem Pariser Klimaabkommen zu erfüllen, braucht es eine Abgabe auf Kohlendioxid. Sie sollte zunächst 40 Euro pro Tonne betragen. Deutschland muss hier als Vorbild vorangehen – für eine zukunftsfähige Energiepolitik.

4. Konsequente Abgabe auf Spritz- und Düngemittel. Die schädlichen Folgen von Spritz- und Düngemitteln dürfen nicht mehr von der Allgemeinheit bezahlt werden. Wer Wasser und Boden verschmutzt, muss dafür die Verantwortung – und damit die Kosten – tragen.

Wie die etablierten Parteien zu diesen Themen stehen kann man im GLS Blog nachlesen und sich selber eine Meinung bilden.

Wahlentscheidungshilfen

Um sich einen weiteren Überblick zu verschaffen, gibt es verschiedene online Tools. Das älteste und etablierteste ist seit 2002 der Wahl-O-Mat. Da sind zur Bundestagswahl 2017 sind alle 42 Parteien vertreten, die laut Bundeswahlleiter zur Wahl zugelassen sind. Nutzer können ihre Zustimmung zu unterschiedlichen Thesen gewichten – und die App errechnet, mit welchen Parteien die Übereinstimmung am größten ist. Bis zu acht Parteien können in die Auswertung einbezogen werden. Weitere Entscheidungshilfen hier.

Warum es so wichtig ist zu wählen macht diese Grafik so schön einfach sichtbar:

PS: Für alle, die Impulse außerhalb oder über das bisherigen Demokratie und Wahlverständnis hinaus suchen, stelle ich nächste Woche das Buch „Gegen Wahlen“ vor!

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6 Kommentare zu “Qual der Wahl oder eine große Chance?
  1. Naras sagt:

    Schön, Bettina, dass Du noch/wieder so viel Vertrauen hast in Unserer „Demo-kratie“. Für Mich regiert das Volk schon lange nicht mehr und wird sich da auch nix ändern. Ich gehöre zur größten Gruppe der WahlberechtigtInnen: die Nicht-WählerInnen. Nur werden WIR nicht Ernst genommen. Auch von Dir nicht. Ich arbeite gerade als CrowdHörnchen und als Unterstützer hier und von anderen neuen Initiativen zur Mehrheit der Menschen, die Unsere neue Welt schon aufgebaut haben und die „alte“ liebevoll begleiten in ihrer TodesKrämpfen. Lange hält das System von Lüge und Betrug nicht mehr. <3 <3

  2. Petra sagt:

    Antwort an alle Nichtwähler ,wie Naras.
    Die Stimmen ALLER NICHTWÄHLER werden gleichmäßig auf auf die Parteien verteilt.
    Diese Tatsache wird leider nicht mehr öffentlich verkündet. Daher: Geht wählen und streicht
    alle durch oder kreuzt alle an; nur so könnt ihr verhindern was ihr nicht möchtet.

    • Ds stimmt nicht: Tatsache ist, dass ein unausgefüllter oder falsch ausgefüllter Stimmzettel eine ungültige Stimme ist. Die Ergebnisse werden immer „in Prozent der gültigen Stimmen“ ausgewiesen. Wahlzettel ungültig machen erhöht nur die Wahlbeteiligung, aber verändert nicht das Ergebnis!

  3. Horst Kroner sagt:

    Ist es wirklich Demokratie, Parteien wählen zu dürfen, die damit einen Freibrief haben, wen sie auf den Thron heben ? Dennoch, wenn ich mich nicht entscheiden kann, werde ich ungültig wählen. Das zeigt mein Interesse an Politik, dass ich aber keine passende Vertretung fand. Nicht wählen ist m.E. eine deutliche Erlaubnis, dass „sie“ machen können, was sie wollen.
    Der Wahl-O-Mat ist eine Form von Umfrage.
    Eine Gift-Abgabe reduziert das Vergiften ?
    Pflanzen brauchen CO2 !
    Klima vorhersagen geht nicht !

  4. Katrin sagt:

    Ich halte es ebenfalls mit dem „Sowohl-Wählen-gehen-als-auch-Neue-Initiativen-unterstützen“ und kann einen lesenswerten Artikel beisteuern:
    „Warum es sich lohnt, Kleinparteien und Einzelkandidaten zu wählen“:
    http://mnementh.blogsport.de/2009/09/23/warum-es-sich-lohnt-kleinparteien-und-einzelkandidaten-zu-waehlen/
    Auf jeden Fall werde ich mit meiner Wahl kund tun, dass ich das „Alte“ nicht mehr möchte, und wenn ich damit das „Neue“, das Menschenwürdige und Gerechtere auch nur ein wenig unterstützen kann – umso besser!

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