TV-Tipp: Eine unerhörte Frau

Eine unerhörte Frau

Eine unerhörte Frau Bild: Wild Bunch (Central)

Der Film „Eine unerhörte Frau“ beruht auf der fast unglaublichen, aber wahren Geschichte von Angelika Nachtmann und ihrer Tochter Katharina. Authentisch erzählt, manchmal traurig und immer auch voller Hoffnung. Er zeigt, welche dramatische Folgen Ignoranz und Kleingeist nach sich ziehen können. Ein Mut machender Appell, der inneren Stimme und Wahrheit zu folgen.

Im dem sensibel erzählten Film heißt Angelika „Hanni Schwaiger“ lebt mit ihrem Mann Sepp, ihren drei Kindern und ihrer Schwiegermutter auf einem Bauernhof in Bayern. Weniger Idylle, vor allem harte Arbeit. Und dann sind da die Sorgen um ihre Tochter Magdalena, die kaum noch isst, sich ständig erbricht, unter schweren Kopfschmerzen leidet und offenbar zunehmend ihre Sehkraft verliert. Doch außer Hanni scheint niemand die Symptome ernst zu nehmen.

Auch die Ärzte nicht, die Placebos und eine Brille mit Fensterglas verschreiben. Alle halten Hannis Sorgen für eine fixe Idee, auch ihr Mann Sepp und ihre beiden Söhne, die sich zunehmend von der Mutter vernachlässigt fühlen. Doch Hanni ist keine, die so leicht aufgibt. Von Familie und Ärzteschaft alleingelassen, beginnt sie sich in medizinischer Fachliteratur schlauzumachen und lässt auf eigene Kosten die Wachstumshormone ihrer Tochter bestimmen.

Das führt endlich zur richtigen Diagnose. Das Kind hat einen Hirntumor, der mittlerweile so groß ist, dass nur ein in New York praktizierender Hirnchirurg noch die Operation wagen würde. Hanni nimmt ihren Mut und ihre wenigen Englischkenntnisse zusammen und fliegt dorthin. Tatsächlich gelingt es ihr, den Arzt mit seinem Team nach Deutschland zu holen.

Hanni hat die Situation, ganz für sich allein zu stehen, bereits als junges Mädchen kennengelernt, als die ganze Dorfgemeinschaft, aber vor allem die eigene Mutter, wegsah, als sie missbraucht wurde. Nur der Richter glaubte dem Kind. Auch nach den schweren ärztlichen Versäumnissen an ihrer Tochter stellt ein Gericht die Gerechtigkeit wieder her. Das Münchner Landgericht spricht ihr in einem Prozess gegen den Freistaat Bayern als Betreiber des Krankenhauses eine Entschädigungssumme zu.

Bis zum 9.10.2017 in der ZDF Mediathek

Der auf einer wahren Geschichte beruhende Film erhielt beim Filmfest München 2017 den One-Future-Preis der evangelischen Interfilm-Akademie. Der Preis zeichnet seit 1986 Filme aus dem Programm des Filmfests München aus, die sich ethisch und filmästhetisch mit der unteilbaren Zukunft dieser Welt auseinandersetzen.

Auf Bitten des Filmproduzenten Nils Dünker verfasste Angelika Nachtmann über ihre Erinnerungen ein Buch, das 2016 kurz nach der Filmpremiere unter dem Titel Nicht gehört – fast zerstört im Scholastika Verlag (ISBN 978-3-9817395-4-1) erschienen ist

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Ein Kommentar zu “TV-Tipp: Eine unerhörte Frau
  1. Naras sagt:

    Hab Ich gesehen. 1 sehr guter Film. <3 <3

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