Der Adventskranz

Foto: newslichter

Vier Kerzen brannten am Adventskranz. Es war still – so still, dass man hörte, wie die Kerzen miteinander zu reden begannen. Die erste Kerze seufzte: „Ich heisse Frieden. Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden, sie wollen mich nicht.“ Ihr Licht wurde immer schwächer und verlosch schliesslich.

Die zweite Kerze sagte betrübt: „Ich heisse Glaube. Aber ich ich bin überflüssig geworden. Die Menschen wollen von Gott nichts mehr wissen. Es hat keinen Sinn mehr, dass ich weiter brenne.“ Ein Luftzug wehte durch den Raum – und auch diese zweite Kerze erlosch.

Traurig meldete sich die dritte Kerze: „Ich heisse Liebe. Ich habe fast keine Kraft mehr zum brennen. Die Menschen stellen mich auf die Seite. Sie sehen nur sich selbst und nicht die anderen, die sie lieb haben sollten.“ Mit einem letzten kraftlosen Aufflackern erlosch auch dieses Licht.

Da kam ein Kind in das Zimmer. Es schaute die Kerzen an und sagte: „Aber, aber – ihr sollt doch brennen und nicht aus sein!“ Fast begann das Kind zu weinen.

Die vierte Kerze, deren Licht den Raum noch erhellte, wusste Trost zu spenden. Sie sagte: „Kind, hab keine Angst. So lange ich brenne, können wir auch die anderen Kerzen wieder anzünden. Weisst Du, ich heisse Hoffnung.“

Flugs nahm das Kind diese Kerze in die Hand und zündete mit ihrem Licht die anderen Kerzen wieder an.

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9 Kommentare zu “Der Adventskranz
  1. Sabine sagt:

    Diese Geschichte zum Adventskranz ist ein Geschenk. Vielen Dank.
    Ich wünsche dir: Frieden – Glaube – Liebe – Hoffnung.
    http://www.sabinesteger.com

  2. Bhawna sagt:

    Eine tolle Geschichte mit tieferer Bedeutung

  3. Gastleser sagt:

    Eine wunderschöne, zu Herzen gehende Geschichte. Vielen Dank!

  4. Karina sagt:

    Eine kurze, aber tief berührende Geschichte. Ich wünsche allen eine ruhige und besinnliche Weihnachtszeit und Frieden und Gesundheit, Nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt.

  5. Anne P.-D. sagt:

    Eine sehr berührende Geschichte, die ich vor etlichen Jahren mal in meinem Weihnachtsbrief verschickt habe! Sehr wertvolle Gedanken! Danke Newslichter!

  6. Patrick Esch sagt:

    Eine wunderschöne Geschichte, die ich an Weihnachten meiner Familie und meinem Sohn vorlesen möchte.

  7. Barbara sagt:

    Dieser zu Herzen gehenden Geschichte wünsche ich noch zahlreiche LeserInnen!

  8. Günther sagt:

    Sehr schön. Hoffen sollte man immer…

  9. Isolde sagt:

    Gewiss, die Hoffnung sollte man nicht aufgeben.
    Aber (passives) Hoffen allein reicht nicht, um „Frieden, Glaube, Liebe“ neu zu entzünden.
    Ich, Du, wir alle müssen dafür an jedem Tag neue Funken schlagen.

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