Donut-Ökonomie – ein revolutionäres Wirtschaftsmodell

Donut-Ökonomie - ein revolutionäres Wirtschaftsmodell

Quelle: Christian Felber

Die Britin Kate Raworth ist mit ihrem Begriff der „Donut-Ökonomie: Endlich ein Wirtschaftsmodell, das den Planeten nicht zerstört“ eine Bestellerin der alternativen ÖkonomInnen-Szene.

Kate Raworth weist mit dem Donut-Modell einen revolutionären Weg aus der Krise, der Kapitalismus, Ökologie und soziale Grundrechte auf brillante Weise vereint. Seit seiner Erfindung macht der Donut Furore. Die Form des Donut steht für den sicheren Ort der Menschheit. Nach außen übertreten wir ihn etwa durch den fortschreitenden Klimawandel, nach innen müssen wir das soziale Fundament unserer Gesellschaft stärken, um in die Donut-Maße zurückzukehren. Die Donut-Ökonomie wird gerade zur Bewegung, sie rüttelt auf und macht Mut für die Zukunft!

Die ehemalige Oxfam-Expertin und Mutter von Zwillingen schlug zunächst den klassisch akademischen Weg über ein Wirtschaftsstudium in Oxford ein, war aber schon bald enttäuscht: Die Modelle erschienen ihr realitätsfremd und den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nicht gewachsen. Auf der Suche nach Antworten zeichnete sie einen Donut, der sich aus der sozialen Unter- und der ökologischen Obergrenze der Menschheit und ihres Umweltverbrauchs darstellt. Aufgabe der Ökonomie des 21. Jahrhunderts sei, die Menschheit innerhalb dieser beiden Grenzen zu steuern, „im sicheren Ring des Donuts“.

Donut-Ökonomie - ein revolutionäres Wirtschaftsmodell

Das „Donut-Modell“ von Kate Raworth: Die äußere Linie markiert die ökologischen Belastungsgrenzen der Erde. Überschreitet die Belastung diese Grenzen, franst der „Donut“ aus – es gibt Probleme. (Grafik: Kate Raworth)

Sieben neue Ansätze

Inzwischen lehrt Raworth an den Universitäten Oxford und Cambridge Ökonomie und verbreitet das Donut-Wirtschaftsmodell weltweit. Im März erschien die deutsche Version des Buchs „Donut-Ökonomie“.  Darin definiert sie insgesamt sieben Ansätze für die Ökonom*innen des 21. Jahrhunderts und sieht vor allem die Wirtschaftswissenschaft in der Verantwortung. Diese müsse veraltete Grund- und Denkansätze loslassen und neue Prinzipien aufnehmen, allen voran ein ökologisch regeneratives und sozial distributives Design der Wirtschaft. Zum Beispiel könnte unternehmerisches Handeln von vornherein auf Verteilungsgerechtigkeit zielen und nicht auf Gewinnmaximierung; die Arbeit der privaten Haushalte – überwiegend unentgeltlich erledigt von Frauen – könnte wertgeschätzt werden; Wirtschaft und Gesellschaft sich regenerativ ausrichten; die Finanzwirtschaft der Gesellschaft dienen; und menschliche Beziehungen könnten gefördert werden.

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Warum der Hanser Verlag bei der deutschen Übersetzung die Kernfarbe schwarz statt grün gewählt hat, erschließt sich mir nicht…(Druckkosten sparen auf Kosten der Lesbrabkeit?)

TV-Tipp: Wem nützt Wirtschaft

Die Gemeinwohl-Ökonomie hat Kate Raworth gemeinsam mit der Gesellschaft für Plurale Ökonomik nach Österreich geholt und gemeinsam mit dem ORF ein Dialogforum mit dem Titel „Wem nützt Wirtschaft?“ am 22. April 2018 veranstaltet. Nach der Keynote von Kate Raworth nahmen Christian Felber, Monika Köppl-Turyna von Agenda Austria, Katharina Schrimpf von der Gesellschaft für plurale Ökonomik, Werner Wutscher von New Venture Scouting sowie Leonhard Dobusch, Professor für Wirtschaftswissenschaft an der Universität Innsbruck, an der Diskussion teil. Klar abgelehnt wurde auf dem Podium das österreichische Regierungsvorhaben, das Wirtschaftswachstum als Staatsziel in der Verfassung zu verankern. Raworth und Felber waren sich einig, dass stattdessen der Erhalt der Lebensgrundlagen und das Gemeinwohl langfristig bessere Staatsziele seien.

Die Sendung wird am 3. Mai 2018 um 23:15 Uhr auf ORF III ausgestrahlt.

Hier der aktuelle Vortrag bei der Heinrich Böll Stiftung (Vortrag auf englisch Ton wird nach wenigen Minuten besser 🙂

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Ein Kommentar zu “Donut-Ökonomie – ein revolutionäres Wirtschaftsmodell
  1. Ralf sagt:

    Klasse, wenn sich zwei Protagonisten für ein NEUES WIRTSCHAFTEN, Werteorientiert und Nachhaltig, verbinden. Langsam spüren wir wie die zarten Pflänzchen der Veränderung immer größer und stärker werden. Danke Bettina für diesen wertvollen Impuls!

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