Woher kommt der Muttertag?

Foto: Anke Persson

Die ursprüngliche Idee zum Muttertag kam von einer Feministin und hatte eine ganz andere Bedeutung als heute oft angenommen. Deswegen hätte ihn die Frau, die diesen Tag vor über hundert Jahren ins Leben rief,  am liebsten wieder abgeschafft.

Los ging es 1872. Da forderte Julia Ward Howe, eine bekannte Vertreterin der amerikanischen Frauenbewegung, den amerikanischen Müttern einen Tag im Jahr zu widmen, an dem sie für all ihre Mühen geehrt würden. Die Forderung blieb zunächst unerfüllt. Als eigentliche Begründerin des Muttertages gilt schließlich die Frauenrechtlerin Anna Jarvis. Auch sie setzte sich für die Einführung eines offiziellen Feiertags zu Ehren der Mütter ein.

Anna Jarvis wählte als Datum den Todestag ihrer Mutter – am 9. Mai 1905 starb ihre Mutter Marie Reeves Jarvis. Diese setzte ihr Leben lang für den Frieden ein und sorgte dafür, die schlechten hygienischen Verhältnisse zu verbessern, um die hohe Kindersterblichkeit zu verringern. Jarvis wollte mit dem Feiertag alle Mütter ehren und mehr Rechte für Frauen durchsetzen. Damals durften Frauen zum Beispiel noch nicht wählen. Der Kongress der Vereinigten Staaten erklärte am 8. Mai 1914 den zweiten Sonntag im Mai zum Muttertag, der US-Präsident diesen Tag zum nationalen Feiertag.

England zog nach und ließ auch dort einen „Mothering Day“ wieder aufleben. Darauf folgte 1917 die Schweiz, 1918 Norwegen, 1919 Schweden, 1922 Deutschland und 1924 schließlich Österreich. Der Muttertag entwickelte sich aber mehr und mehr zu einem reinen Fest der Geschenke, was Firmen nicht zuletzt Blumenhändler noch heute nutzen.

Diese Entwicklung gefiel Anna Jarvis nicht, da die eigentliche Botschaft durch den Konsum mehr und mehr verloren verging. Sie zog sie sogar vor Gericht, um den Muttertag wieder verbieten. Doch sie verlor.

Vielleicht feiern wir den Muttertag heute in ihrem Sinne, mit viel Respekt und Liebe für all die Leistungen der Mütter und Frauen auf der Welt. Ein selbstgebackener Kuchen und Blüten aus dem Garten machen sicher auch viel Freude 🙂

 

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