Selbstsicherheit – ohne Angst in einer gesunden Beziehung

Kennst du die Moment, wo du plötzlich in der Nähe von geliebten (oder ersehnten) Menschen erstarrst, unkontrolliert wütend oder eifersüchtig, oder dich ohnmächtig, hilflos fühlst?

Kennst du den Wunsch nach stabiler, liebevoller, verlässlicher Beziehung? Eine gesunde Beziehung, in der du dich sicher fühlst und auch selbstsicher aus dir heraus handeln kannst.

Aus Eifersucht, Verzweiflung und Angst herausfinden lernen

Ich kenne es. Ich habe all diese Momente von Verzweiflung, von Hilflosigkeit oder auch unkontrollierter Wut, Eifersucht, Panik und Angst, erlebt.

Von Sicherheit in der Beziehung keine Spur. Oder zumindest von dem Gefühl in mir: da war nur Angst, da war Misstrauen, Flucht oder auch Angriffshaltung von mir. Sehr anstrengend für alle Beteiligten. Kennst du das auch? Oder Liebesillusionen, die keinen Boden hatten…

Manchmal wollte ich aufgeben, oft hat es sich auch so angefühlt: es geht nicht mehr. Ich kann nicht mehr. Oder auch: wie soll ich jemals jemanden finden oder mich so verändern lernen, dass ich Liebes- und Beziehungsfähig werde?

Wie ist es bei dir?

Wie fühlst du dich in Beziehungen?

Und was ist dein Wunsch dazu?

Ich selbst habe dann für mich beschlossen, ich will einen Weg finden. Ich will lieben lernen. Ich möchte mich so verändern und verhalten lernen, dass ich mit mir gut sein kann und in Beziehungen.

Aber wie?

Eigene Traumata der Kindheit erkennen und überwinden lernen

Der Schlüssel waren die Prägungen und Erfahrungen für mich als Kind. Schon pränatal erfahren wir heute, ob wir gewollt, geliebt und vor allen Dingen: sicher sind. Und Sicherheit bedeutet nicht nur ein Dach über dem Kopf zu haben, etwas zu essen und warm angezogen zu sein, nein, Sicherheit entsteht durch unsere ersten Bindungserfahrungen.

Ein Baby kann sich nicht alleine regulieren, es braucht jemand, der sich gut einfühlt und dementsprechend reagieren kann. Es braucht eine Mutter oder einen Vater, der es:

  • sanft wiegt, liebevoll hält
  • mit sanft klingender Stimmte spricht
  • mit liebevollen, warmen Blick ansieht, mit Augen, die weich sind
  • Nähe die nährend ist
  • Lachen und Freude

Wenn Angst, Panik, Eifersucht und Gewalt in Beziehung vorherrschen

Leider ist es eben auch für ein ganz kleines Baby bedrohlich, wenn es eben nicht willkommen geheißen, nicht gefühlt und nicht von der Mutter (oder auch dem Vater oder nahen Bezugs- und Bindungspersonen) beruhigt wird. Bedrohlich auch körperlich, weil sich das Autonome Nervensystem (nach Stephen Porges – die Polyvagal-Theorie) in dem Alter nicht alleine beruhigen kann. Innere Spaltung und unlösbarer Stress sind die Folge, und Notsysteme werden schon ganz früh eingeschalten.

Das sind die Momente und Erfahrungen, wo wir von Anfang an Bindungsangst entwickeln. Bindungsangst und die daraus erstmal folgende Angst vor Nähe, weil wir es einfach nicht kennen und schon als Baby extremen Belastungen, Gefühlen und Zuständen ausgesetzt waren.

Wenn der Partner/Partnerin oder auch das eigene Kind als Nähe- und Mutterersatz verwendet wird…

Auch Eifersucht, wenn Gefahr, die Bezugsperson zu verlieren. Oft ist es der Partner, der dann für dass Kind in uns die Mama wiederspiegelt – endlich nimmt mich jemand in den Arm und hat mich lieb. Endlich sieht mich jemand und beruhigt mich.

Gerade in den Traumaaufstellungen, wo wir mit einzelnen Wörtern und Anteilen arbeiten, zeigen sich oft ganz, ganz kleine Kind-Anteile in uns – die nah neben den Partner sitzen. Die uns selbst gar nicht anschauen – aber den Partner!

Und wehe, der geht. Oder hat keine Zeit, dann ist die Not für das kleine, von uns abgespaltene Kind, unermesslich groß, es hat Panik. Ja, sogar Todesangst…. könnte ausgelöst sein durch eine WhatsApp, die nicht kommt.

Da vermischen sich dann die ganz frühen Traumaprägungen von uns als Kind, mit dem, was wir als Erwachsener Mensch gut klären könnten. Wer ist denn schon wirklich bedroht – wenn eine WhatsApp nicht kommt? Der Partner mal keine Zeit hat? Oder sich sogar trennt?

Nein, unser Leben ist dann nicht wirklich bedroht und trotzdem kann es sich als Traumafolge von Entwicklungs-, Liebes-, Identitäts- und Gewalttraumata so anfühlen. Wir haben dann auch keine Wahl, innerhalb von Sekunden signalisiert unser Nervensystem absoluten Notzustand.

Deine Angst zu verstehen stärkt deine Selbstsicherheit

Ich selbst habe dann den Mut gefunden, der Ursache meiner Angst auf den Grund zu gehen. Es gab auch nicht den einen Grund, sondern mehrere. So dass ich auch eine Weile damit beschäftigt war, immer wieder meine Selbstvertrauen, meine Selbstbewusstsein und meine Selbstsicherheit zu stärken, indem ich meine Angst verstanden, einordnen und mich immer mehr gut beruhigen konnte. Angemessen und in ganz kleinen Schritten, so dass der Körper und die Psyche und meine Bewusstsein sich mit entwickeln konnten.

Sich heute mit der Angst zu beschäftigen, sie erstmal verstehen und unterscheiden zu wollen, gibt Sicherheit und Halt.

Sich zu erinnern, was damals uns so geprägt hat, bildet Basis und Selbstbewusstsein. Mich selbst immer mehr beruhigen, annehmen, lieb haben zu können, gibt mir Sicherheit. Ja, es ist meine Sicherheit.

Diese Verbindung, es gibt dazu einen extra Nervenstrang – den Vagusnerv (nach Stephen Porges), können wir tatsächlich trainieren und stärken. Auch körperlich! Das was wir als kleinste Kinder so notwendig gebraucht hätten, an Liebe, an Einfühlungsvermögen, an Sanftheit, an Mitgefühl und innerer Stärke – können wir uns selbst geben lernen.

Und mit der Zeit kann ich dann auch immer sicherer die Gefühle in mir auch in Beziehung und auch in der Nähe einordnen. Manche tauchen dann auch gar nicht mehr auf, und andere Situationen muss ich wieder und wieder nochmal üben, trainieren, mich in der Nähe mit geliebten (oder auch ungeliebten ;.)) Menschen ausprobieren. Manches taucht dann auch nochmal neu auf und will auch gefühlt und integriert werden.

Mögliche Ursachen von Angst

Angst kann die Folge von früher Vernachlässigung sein, genauso wie auch von Überflutung der abgespaltenen Traumagefühle der eigenen Mutter (Symbiosetrauma). Angst kann auch die Folge von frühen oder auch späteren Übergriffen sein, sei es psychisch, körperlich oder auch sexuelle Gewalt.

Meist ist es in der Kindheit passiert. Manchmal sogar schon pränatal oder gleich nach der Geburt, so früh prägt es uns besonders. „Wir sind dann die Angst“ oder auch das Gefühl, je nachdem, was du fühlst. Es einordnen zu können, hilft. Was wir gemeinsam üben und trainieren können:

  • es aus der Gegenwart heraus anzuschauen.
  • die Vergangenheit von heute ganz klar zu unterscheiden

Ja, heute kann ich auch noch Angst haben – vor Nähe, vor Beziehung und wieder davor, verletzt zu werden. Aber diese Angst kann ich überwinden lernen, ich kann Wege finden, ich kann mir Unterstützung holen und es ist in den allermeisten Fällen wirklich lösbar!

Aber ich muss losgehen – und etwas tun.

Aber das kleine Kind was ich mal war, vielleicht sogar als Baby oder pränatal – da gab es keine Chance, keine Wahlmöglichkeit – außer der unlösbaren Not, dem unlösbaren Leid und der absoluten Überforderung. Allein das zu sehen und zu verstehen kann die Sicherheit in dir und das Mitgefühl für dich stärken!

Das Gefühl von Sicherheit in Beziehungen stärken lernen

Mitgefühl, Wärme, Freundlichkeit, Offenheit als Beziehungsbasis stärken uns. Es lohnt sich, sich Menschen, Freunde, Partner, Gruppen zu suchen, wo wir genau so eine wertvolle und wertschätzende Haltung erfahren können. Und wir können es uns jederzeit selbst geben!

Es stärkt unser soziales Nervensystem, wir ruhiger, entspannter und geselliger. Gleichzeitig auch lustvoller, lebendiger und neugierig auf Neues.

Dieser Baum hat sogar Wurzeln unter Wasser – Selbstsicherheit entwickeln

Sicherheit entsteht durch mich selbst (oder manchmal auch durch mich in der Begleitung oder jemand anderer, der mitfühlend und reguliert ist)

Ich kann mich sehen

Ich kann mich verstehen

Ich kann mich annehmen, so wie ich bin

Ich habe gelernt, mich ganz achtsam, dem anzunähern, was ich als kleines Kind aushalten und überleben musste. Ich habe überlebt! Ich habe gelernt, in kleinen, achtsamen Schritten, die festgehaltenen Gefühle von Todesangst, von Scham, von Hilflosigkeit zu erkennen und auch über meinen Körper auszuleiten. Sei es mit Begleitung in Traumaaufstellungen, sei es mit mir – mit inneren Bildern und meiner eigenen dualen Selbstwahrnehmung.

Mehr Nähe, mehr Entspannung, mehr Liebe wird dadurch möglich

Gleichzeitig stärkt auch genau diese Entspannung unsere Selbstheilungskräfte im Körper. Selbstheilung findet auch körperlich statt, dadurch kommt dann auch mehr Kraft und mehr Leistungsfähigkeit, aber eben angemessen und gesund.

In nahen Beziehungen kann ich mich nun viel mehr gut abgrenzen oder auch einlassen, ganz wie ich will. Ich habe die Wahl…und du auch :-)!

Wie geht es dir damit?
Womit kann ich dich unterstützen, hast du Fragen dazu?

Feedback einer Kundin, 30 Jahre alt:
„…es ist die ganze Zeit über konstant eine richtig schöne Basis an Vertrauen und Nähe entstanden und plötzlich kam dann auch ein inniges Gefühl von Liebe das jetzt jeden Tag mehr wird.
Es ist eine wunderschöne Erfahrung, so eine Liebe zu spüren, die aus einer vertrauensvollen Bindung heraus entsteht und immer mehr wird… Ich glaube ohne die Beratung bei dir wäre ich da noch an einem ganz anderen Punkt! Es werden durch diese neue Beziehung zwar auch immer wieder mal alte Gefühle aufgewühlt und bestimmte Themen kommen nochmal hoch und da haben mir auch die Techniken die ich bei dir gelernt habe gut geholfen.“

Sabine

 

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2 Kommentare zu “Selbstsicherheit – ohne Angst in einer gesunden Beziehung
  1. Avatar Anne-Marie sagt:

    Liebe Sabine,
    die soeben gelesenen Zeilen incl. Inhalt, sind mit wertvollen Perlen vergleichbar…Ein Wort gliederte sich in das Nächste hinein, und zeigte sich am Ende als ein aneinander gegliedertes Juwel…
    Was ist es, dass meine Seele in vielem ” wie du es umschreibst ” sich in alledem reflektiert, oder sich gespiegelt fühlt???
    Am Ende erliege ich jenem Glauben, dass meine Erfahrung von dir erlebt wurde…

    Vielen DANK –
    A-M

  2. Sabine Herm Sabine Herm sagt:

    Liebe Anne-Marie,
    herzlichen Dank für dein Feedback und es berührt mich sehr, dass du dich darin so wiederfindest. Deine Frage: was es ist, wenn deine Seele sich berührt fühlt, so gespiegelt – würde ich dir gerne zurückgeben, dass du dir die Frage stellst (und gerne kannst du mir per Mail / website schreiben) – was hat dich als kleinstes Kind geprägt? Was ist deine persönliche Ursache für die Erfahrungen heute in den Beziehungen?

    und dann bekommst du dein eigenes Erleben deiner Erfahrungen und auch eine Stärkung deiner Beziehungsfähigkeit.

    und ich habe mein persönliches Erleben :-), was ich von Herzen gern teile um zu berühren, Mut zu machen und auf machbare Entwicklungswege einzuladen.

    von Herzen, Sabine

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