Jahreskreisfeste: Frühlingsanfang

Foto: newslichter

Das Frühlingsfest  ist da – die Amazonenkraft steht vor unserer Tür, aber wir dürfen sie dieses Jahr ganz anders ausdrücken. Während die Natur nach dem milden Winter schon überall aufblüht, scheinen wir Menschen uns ganz tief besinnen zu sollen und dürfen mehr lauschen und schauen.

Martha Deegen erinnert uns an den Zyklus: Zur Wintersonnenwende wurde das Saatkorn für dieses Jahr, dein Vorhaben, als Winterkind unerkannt und “einfach so” geboren.  Zum Lichtfest (1. Februar) erhielt es eine gedankliche Form, wurde gesehen, von dir in konkrete Worte gekleidet. Jetzt wird die Lichtfest-Vision weiter konkretisiert oder ganz neu geboren, mit Worten und auch mit Taten. Heller Tag und funkelnde Nacht sind nun in der Balance. Licht und Dunkel füllen für eine kurze Zeit den Tag zu gleichen Teilen.

Das Frühlingsfest entspricht im Tageszyklus der Energie des Sonnenaufgangs. Die Göttin der Morgenröte, in griechischer Mythologie Eos genannt, verliebt sich ständig neu, ist offen für neue Wege und Möglichkeiten. Ihr Herz spricht mit ihr. Sie hat als Nachkommen mehrere Winde geboren. Luft ist das Element des Frühlingsfestes. Das innere Licht, dessen Patin die Weise Alte ist, verlangt in die äußere formhafte, gestaltbare Welt.

Mit schwungvoller Kraft wird der Boden bereitet, gelockert, von Steinen und wuchernden Wurzeln befreit. Verdichtete Klumpen werden gelöst. Die Erde wird gut belüftet, reifer Kompost hinzugefügt als Nahrung für den Start. In Vorfreude auf das, was vielleicht entsteht, nicht absichtslos, wenden wir Kraft auf, meditieren dann vielleicht schweigend mit der Erde und bitten ihre Kräfte um Mitarbeit. Die Saat für das, was wir ernten wollen, wird gelegt.

Vielleicht habt ihr Lust, diesmal das Ritual mit dem Sonnenaufgang zu feiern. Das nach außen gerichtete Leben, die helle Jahreshälfte, Sunna, lässt sich aus den morgendlichen Frühnebeln besonders gern hervorlocken, um in die sichtbare, die geschäftige Welt geboren zu werden. Sie kommt in eine Welt der Taten, die in die Dinglichkeiten wirken. Vielleicht wird gesungen und getanzt, in steigendem Tempo wachsender Vitalität und Lebenslust, bis das durchbrechende nach außen gerichtete Leben nicht mehr zu verkennen ist und endgültig in den Vordergrund tritt, den Winter besiegt. Der Hase der Skadi, der Nordischen Göttin des Winters, bringt Ostaras rote Eier, Symbole des neuen Lebens, zu den Menschen.

Hintergrund: Der Text ist dem Kalender der Zeitspirale entnommen. Der Tanz des Lebens führt uns jedes Jahr durch die acht Jahreszeiten. Grundthemen sind hierbei das Sehen (Lichtfest), Werden (Frühling), Wachsen (Walpurgis), Blühen (Sommer), Ernten (Schnitterin), Weitergeben (Herbst), Vergehen (Halloween), Funkeln (Winter) sowie die vermischende und freisetzende Kraft der Rauhnächte.

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