Macht der Psychogene – Deine emotionalen Codierungen

Grafik: Sara Maria Hardenberg Psychogenetik

Von Sara Maria Hardenberg. Für uns ist es ganz normal, dass wir unsere Gene von unseren Eltern und Großeltern haben. So erhalten wir Merkmale von ihnen, wie z.B. die Augenfarbe oder den Körperbau, aber auch Veranlagungen von Krankheiten oder Talente.

Doch erben wir -weit über die gängige Vorstellung hinaus- auch deren Psychogene, das mentale und emotionale Erbe, was uns bei der Zeugung mitgegeben wird und unser eigenes mentales und emotionales Leben maßgeblich mitbestimmt. Die „Psychogene-Mixtur“ besteht aus Erfahrungen, Beschlüssen, Bewertungen, Ansichten, unverarbeiteten Ereignissen, Glaubenssätzen und Schicksalsergebenheiten unserer Eltern, Großeltern und sogar der Urgroßeltern.

Die wenigsten Menschen wissen um die Informationen und hinterlegten mentalen und emotionalen Codierungen dieses Erbes. Die Psychogenetische Methode stellt hier eine große Chance für Suchende dar, so manches Geheimnis zu lüften. Beispielsweise, warum es noch nicht gelungen ist, sich selbst zu finden oder bei sich anzukommen.

Viele Menschen träumen zum Beispiel davon, in einer glücklichen, beständigen Partnerschaft zu leben. Was aber hindert ernsthaft Suchende daran, den passenden Partner zu finden?

Das Beispiel Johannes

Johannes ist vierundfünfzig Jahre alt und verzweifelt, als zum wiederholten Male eine Beziehung scheitert, ohne dass er sich erklären kann, warum er wieder ungewollt und trotz aller Bemühungen an diesem Punkt gelandet ist. Das, was uns an Psychogenen vererbt wurde, ist in der Regel die Wurzel des Übels, wenn wir ein klares Ziel ansteuern und uns auf dem Weg dorthin immer wieder selbst sabotieren oder schlicht einfach nicht zum gewünschten Erfolg kommen. Auch Johannes litt unter solchen „ererbten“, unbewussten Verhinderungen seitens seiner Mutter, wie sich herausstellen sollte.

Die Psychogenetische Analyse geht davon aus, dass der Mensch neben seinem physischen Körper auch über zwei feinstoffliche, nicht sichtbare Körper verfügt, den Mentalkörper und Emotionalkörper. Hier sind Gefühle, Gefühlsketten, Überzeugungen, Glaubenssätze, Ängste, Blockaden und Gedanken aller Art wie auf einer Festplatte abgelegt und gespeichert, wobei nur ein Bruchteil davon für das Bewusstsein Klienten zugänglich ist. Diese hinterlegten Informationen, auch Psychogene genannt, werden, wenn sie unerlöst bleiben, über die Generationen weitergegeben.

Unbewusste Muster aufdecken

Tückisch daran ist, dass all dies unbewusst geschieht. Aus scheinbar unerfindlichen Gründen scheitern Beziehungen immer wieder am selben Punkt, weil man immer wieder denselben Partnertyp anzieht oder es erst gar nicht schafft, verbindliche Partnerschaften aufzubauen. Häufig wiederholen sich wie durch eine „unsichtbare Lenkung“ Beziehungsmuster innerhalb einer Familie, sodass beispielsweise Frauen am Ende alleinerziehend dastehen oder Männer sich ausgenutzt fühlen, weil Frauen nur ihr Geld und Absicherung wollen.

Vererbung durch unterschiedliche Psychogene

Es gibt bislang drei signifikante Varianten der psychogenetischen Vererbung.

1. Variante: Die Vererbung der Psychogene durch mehrere Generationen hindurch, wonach die Psychogene beispielsweise von der Großmutter, oder bereits der Urgroßmutter, zur Mutter und dann zur Tochter ungefiltert weitergegeben werden und entsprechend in der jeweiligen Lebensepoche individuell wirken.

 

2. Variante: Ein neues Psychogen wird häufig durch den Vater oder die Mutter eines Kindes initiiert, welches vom Kind als ungefilterte Information wie eine Codierung angenommen wird und Einfluss auf dessen Leben und Verhalten hat.

3. Variante: Eine Person selbst entwickelt aufgrund ihrer Lebenserfahrungen, Beschlüsse, Bewertungen, Inkompetenzen, Minderwert, Vermeidungs-strategien, etc. mentale und emotionale Psychogene, die sich in ihr fest codieren und auch an die Nachkommen weitervererbt werden.

In der Analyse gibt es zum Aufspüren dieser Psychogene und Codierungen und zur späteren Loslösung und Veränderung der emotionalen und mentalen Veranlagungen, zwei wesentliche Elemente:

Die Identifikationen

Hier werden für den Ratsuchenden die entsprechenden unbewusste Beziehungen, z. B. von Vater oder Mutter oder zu einem Kind bzw. anderen wichtigen Person, untersucht. Dabei zeigen sich die relevanten Inhalte und Informationen, die über die Vererbung wechselseitige Bedeutung auf das Leben des Menschen haben. Es werden zum Beispiel der Klient und seine unbewusste Beziehung zur Mutter, und die hier vorliegenden mentalen und emotionalen Verwicklungen, klar.

Auch bei Johannes brachte diese Aufdeckungsarbeit den Durchbruch. Als er die Beratung aufsucht, verbinde ich mich in einer Sitzung mit seiner Identität. Ich nehme stellvertretend die Informationen in den Energiekörpern des Klienten wahr und artikuliere diese:


„Ich stehe vor meiner Mutter. Ich war schon sehr früh der Überzeugung: Du gibst mir nichts. Und ich habe eine generelle Überzeugung in mir, nämlich: Eine Frau kann einem Mann nichts geben. Eine Frau will einem Mann nichts geben. Und ich sage das in gewisser Weise generalisierend, weil ich mich davor schützen möchte, in das Bewusstsein zu treten ‘Es wäre schön, wenn eine Frau mir etwas gibt’, und mit diesem Wunsch unerfüllt zu bleiben. Ich werde wohl auch in den sauren Apfel beißen müssen, von einer Frau niemals erfüllt zu werden.“

Durch die Erfahrungen mit seiner Mutter ist Johannes überzeugt davon, dass Sie und alle anderen Frauen ihm nichts geben können oder wollen. „Geben“ im Sinne von Erfüllung und Bereicherung, von tiefen Gefühlen und essentiellem, menschlichen Austausch von Werten, wie Zärtlichkeit, Geborgenheit, Vertrauen, Zuverlässigkeit, Fürsorge oder Wärme. Diese generalisierte Psychogen veranlasst ihn sogar dazu, von vorne herein seinen tiefen Wunsch, von einer Frau erfüllt zu werden, mit der Resignationshaltung „Frauen geben mir nichts“, im Keim zu ersticken. Johannes trägt ein eingebautes Implantat, ein selbsterschaffenes Psychogen in sich, was im radikalen Ausschlussverfahren Frauen generalisiert und „abstempelt“, aus Angst, wieder die Erfahrung machen zu müssen, von einer Frau unerfüllt zu bleiben. So kommt er seinem eigentlichen seelischen Wunsch, als Mann tiefe Erfüllung durch eine Frau zu erfahren, kein Stück näher:

„Ich stehe wieder vor meiner Mutter. Durch dieses Gefühl ‘Du gibst mir nichts’, und das Generalisieren ‘Frauen geben nichts’, was ja eigentlich eine Schutzmaßnahme ist, um nicht in den Wunsch zu kommen ‘Es wäre schön, eine Frau gibt mir etwas’, und dann enttäuscht zu werden, hast du mir die Erfüllung als Mann versagt. Ich habe mir auch selbst dadurch versagt, von einer Frau erfüllt zu werden, weil ich durch dich niemals erfüllt wurde. Diese Generalisierung schützt mich vor Enttäuschungen. Aber diese Generalisierung macht mich auch einsam.“



Durchbruch durch Neuprogrammierung

Der wesentliche Vorteil und der Schlüssel zum Erfolg bei der Analyse und Bearbeitung von hartnäckigen Lebensblockaden ist der, dass man die unbewussten, vorher nicht greifbaren oder erklärbaren Zusammenhänge aus den Energiekörpern des Klienten bewusst, zugänglich und erkennbar macht.

Auf diese erste Identifikation, die hier nur in Ausschnitten gezeigt wird, folgt eine ausführliche und intensive Reflektionsphase. Diese ermöglicht es dem Klienten, die neuen Erkenntnisse und Einsichten in seinem Bewusstsein fest zu integrieren. Er kann das neue Bewusstsein als Grundlage für eine “Neuprogrammierung“, frei von den blockierenden Überzeugungen, nutzen.

Die Separation

In einem weiteren Schritt wird eine Separation erarbeitet, ein Text, der individuell anhand der gesammelten Informationen ausgearbeitet wird.

Durch das Verinnerlichen der Inhalte des neuen Codierungs-Textes und die 21-tägige „Umprogrammierung“ seines Bewusstseins und Unterbewusstseins, kann der Klient sich nachhaltig von seinen alten Mustern lösen, um einen neuen Umgang mit Beziehungen in sich zu initiieren und zu etablieren. Die Selbstbeschränkung aus Angst vor erneuten Enttäuschungen durch Frauen, wurde von Johannes so erfolgreich eliminiert und abgelegt. Sie wurde durch eine neue, bewusste, objektive Haltung ersetzt, die es ihm ermöglicht, in eine positive Resonanz gegenüber Frauen zu treten, mit dem Wissen und der inneren Substanz, „Frauen geben mir etwas und Frauen erfüllen mich zutiefst“.

Das Beispiel von Johannes macht deutlich, wie unerwartet, subtil und mächtig die psychogenetischen Übertragungen unserer Herkunft unser Leben beeinflussen und stören können.

Zur Person: Sara Maria Hardenberg arbeitet seit über 20 Jahren als Psychogenetikerin in eigener Praxis und ist die Begründerin der Psychogenetischen Methode. Jeder der interessiert ist, in seine eigene Psychogenetik hineinzuschnuppern, hat die Möglichkeit ein zweistündiges Tiefengespräch (inkl. Mitschnitt) zu buchen.
www.psychogenetik.com

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2 Kommentare zu “Macht der Psychogene – Deine emotionalen Codierungen
  1. Björn S. sagt:

    Ich beschäftige mich seit Jahren mit transgenerationalen Themen und möchte für das eindrückliche Beispiel Frau Hardenberg Danke sagen. Es bestärkt mich dranzubleiben und erklärt manche Dinge, die man sich nicht erklären kann. Immer wieder schön, dass bei Bettina sooooo viele Dinge des Lebens eine Heimat finden.

  2. gaby ranis sagt:

    auch in meinem leben hat das erforschen, zuordnen und entwirren ererbter botschaften einen großen raum eingenommen. in meinem verständnis geht dies jedoch weit über meine person hinaus. ich bin jahrgang 1958 und trage das erbe der kriegserfahrungen in mir. dies tragen alle die zwischen 1955 und 1970 in europa geboren sind.
    dies erklärt vielleicht auch ein wenig warum unsere welt heute so ist, wie sie ist!kollektiv traumatisiert…
    und ich habe viel unterstützung durch familienaufstellungen erfahren. und ich möchte das erforschte wissen nicht eliminieren sondern hüten. für mich bin ich dadurch in der lage zeitzeugin anderer art zu sein. und kann traumatisierungen leichter erkennen, auflösen und manchmal verhindern.
    und meine träume von einer friedlichen welt sind genährt durch diese erkenntnisse.

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