Die Schattenseiten der Avocados

Bild von Juraj Varga auf Pixabay

Seitdem die Avocado als das “Fleisch der Veganer” und neues “Superfood” gilt, nimmt ihr Anbau weltweit zu. Auch im Süden Portugals – einer der wenigen klimatisch geeigneten Regionen Europas. Die Schattenseite: Der chronische Wassermangel nimmt wegen der durstigen Avocado-Plantagen rasant zu. Anwohner und Kleinbauern wollen das nicht länger hinnehmen.

Seinen neunten Sommer als Betreiber einer Urlaubs-Quinta hatte sich Matthew Ambrose (54) anders vorgestellt. Jahrzehntelang hat Matthew Bars und Discotheken in Großbritannien betrieben. Jetzt möchte er mit einem kleinen Gästehaus, inmitten eines grünen Gartens, mit seinem Esel, einem Pony und zwei Hunden ein ruhigeres Leben führen. Doch der Kleinunternehmer befürchtet, dass sein einziger Brunnen versiegt und sein Land verödet.

Lärmende Bagger umzingeln sein Anwesen. Für die Anlage einer 50 Hektar großen Avocado-Plantage ist ein portugiesisches Obstbau-Großunternehmen dabei, Korkeichen und Feigenkakteen aus dem Boden zu reißen und Wasserleitungen zu verlegen.

Drei tiefe Brunnen sind schon gebohrt, und das, „obwohl uns Bürgern das Bohren neuer Brunnen nach vielen regenarmen Jahren und Waldbränden strengstens verboten ist!“ regt sich Matthew auf. Doch das Unternehmen kann alle Genehmigungen seitens der portugiesischen Behörden vorweisen. „Was hier passiert, ist Folgendes“, ärgert sich der Brite, „die Plantage wird zehn, vielleicht 20 Jahre intensiv betrieben, der Grundwasserspiegel wird sich absenken, Brunnen in der Gegend werden versiegen. Der Boden wird ausgelaugt und ohne Nährstoffe zurückgelassen”.

Trotzdem genehmigen die Behörden immer größere Plantagen, gefördert auch von der EU. „Re:“ besucht Avocado-Bauern, trifft Anwohner und Bürgerinitiativen.
Portugals Avocados: Grünes Gold – oder nur ein kurzfristiger Profitbringer mit teuren Langzeitfolgen?

In der arte Mediathek

Sharing is Caring 🧡
Posted in Menschen Verwendete Schlagwörter: ,
4 Kommentare zu “Die Schattenseiten der Avocados
  1. Elli sagt:

    Wäre ja gelacht, wenn wir diese wundervolle Erde nicht kaputt kriegen! Es ist sehr traurig, dass so viele einseitige Irrtümer zu katatrophalen Umweltschäden führen. Ich esse nie Avokado, mag sie nicht. Ich mag Kartoffeln, Karotten, Sellerie, Äpfelt, es gibt sooo unendlich viele einheimische Nahrung , wozu diese Exotik???

  2. hannerose sagt:

    es ist schon mehr als ärgerlich, daß solche “industrie”-anlagen auch noch von der eu gefördert werden.
    wir verbraucherInnen haben es in der hand! ich liebe avocados, esse sie aber nur noch selten und dann aus bioanbau. dort ist der wasserverbrauch nicht sooo groß.
    ohne nachzudenken und genaues hinschauen ist einkauf heute nicht mehr.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Dein Kommentar wird nach der Prüfung freigeschaltet. Bitte beachte, Einschätzungen und Meinungen in Ich-Form zu formulieren und die AutorInnen zu wertschätzen. Nicht identifizierbare Namen (Nicknames), Kommentare ohne erkennbaren Bezug auf den Inhalt des Artikels und Links zu nicht eindeutig verifizierbaren Seiten bzw. zur Eigenwerbung werden grundsätzlich nicht freigeschaltet.