Sommersonnenwende

Lesezeit 3 Minuten –

Hier in Norddeutschland gibt es wenige Bräuche zur Sommersonnenwende, keine Feuer, keine Feste – da müssen wir entweder noch weiter in den Norden, um Mittsommernacht zu feiern, oder mehr in den Süden, wo sich z.B. im Allgäu noch alte Bräuche wie Sonnenwendfeuer erhalten haben.

Dennoch nutzen auch wir die langen Sommerabende, um draußen zu sitzen, gesellig zu sein und das Leben zu genießen – die Straßencafés sind lange geöffnet und die Parks sind abends noch voller Leben.

Es lohnt sich auf jeden Fall, um diese Jahreszeit einmal einen (Spät-)Abend-Spaziergang zu machen und der Sonne dabei für ihre Kraft zu danken und sich an all dem, was so ein Sommerabend in der Natur zu bieten hat, zu erfreuen.

Kirchlich wurde natürlich kein Jahreszeitenfest gefeiert, aber mit dem Johannistag am 24. Juni (zeitlich genau „gegenüber“ dem Geburtstag von Jesus am 24.12.!) hat es doch ein wichtiges Fest um diesen Zeitpunkt herum gegeben.
Johannes gilt der Kirche als „Vorläufer und Verwandter Jesu“, der schon im Bauch seiner Mutter Elisabeth merkt, dass Jesus der angekündigte Messias ist, und sich freut (Lukas 1, 39 und folgende). Im Gegensatz zu Jesus ist er ein Asket und Bußprediger – umso interessanter, dass sein Geburtstagsfest mitten in den prallen Sommer fällt und das von Jesus in den kargen Winter.
In evangelischen Gegenden wird leider auch dieses Fest eher selten gefeiert, allerdings hat man es in den letzten Jahren wieder entdeckt – und feiert dann gern draußen.

Wendepunkt und Übergang in die zweite Jahreshälfte

Mit der Sommersonnenwende / dem Johannisfest lassen wir die erste Jahreshälfte (fast) hinter uns. Vielleicht ist das eine gute Gelegenheit zurückzuschauen:

· Was hat die erste Jahreshälfte gebracht?

· Was kam vor – und was kam nicht vor?

· Was habe ich gelernt, was schiebe ich vor mir her?

· Was beschäftigt mich am meisten im Moment und wie lange schon? Hat es sich verändert?

· Welche Früchte wachsen heran?

Und dann drehe dich um und schaue in die neue Jahreshälfte:

· Welche Früchte möchte ich ernten und was bin ich bereit dafür zu tun?

· In welchen Lebensbereichen möchte ich wachsen?

· Wie kann ich mir selbst mehr Raum und mehr Licht und Liebe geben?

· Und welche Schatten wage ich mir anzusehen, solange das Licht noch so im Überfluss da ist?

Und dann danke dir … für die Aufmerksamkeit, die du dir schenkst und das Leben, dass du lebst und entfaltest …

Dorothee Kanitz

www.meditation-spirit-ritual.de

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Dorothee Kanitz
Dorothee Kanitz

15 Kommentare

  1. Liebste Dorothee,
    ich sitze morgen zur Sommersonnenwende und an meinem Geburtstag mit einigen Frauen im Kreis. Dein wundervoll “einfacher Text“ und deine Fragen sind mir gerade ein willkommener Impuls für den morgigen Tag.
    Dir, einen lieben Dank.
    NAMASTE, Dorothee

    • Liebe Marianne, ganz tief berührt mich dein „Einfach“ – danke, ja, so möchte ich schreiben – und am liebsten auch leben. du zeigst mir meine -sehnsucht – so schön. Danke dir, Dorothee

  2. Guten Morgen, Dorothee – dank dir, du Liebe! Das ist wunderschön für mich in meiner Einsiedelei. Begreifen, wie das ist mit den Traditionen und den Unterschieden dessen, wie sie gefeiert werden – oder eben auch nicht. Seh mich durchs lesende Verstehen verbunden und freu mich! Deine Anregungen fürs Innehalten und Her- und Hinblicken, ins Spüren, Klären, Anspinnen sind mir so lebendig nah. Breiten sich fröhlich in mir aus.

    • Liebe Miriam, deine Worte zünden – wie so oft – Lichter in mir an – danke. Und das Licht breitet sich aus, verbindet sich: Glück! Dorothee

  3. Liebe Dorothee, Deine Informationen und Hinweise helfen mir gut. Du machst mir klar, dass ich den Mut und die Kraft aufwenden müsste, mir meinen Weg und Ziel in Worte zu fassen. Ich muss nun mir selber eingestehen: ich trau mir das nicht. Mit dem Argument: das ist ja Arbeit, und zum seelischen und körperlichen ‚Ueberleben‘ muss ich schon so viel arbeiten. Das schmerzt mich. Mal sehen, ob ich da bald mal weiter komme.
    Liebe Grüße!!
    Susanne

    • Liebe Susanne, womöglich mag dir eines Tages deine tief innewohnende Sehnsucht den Weg weisen. Im ihr Nachspüren, sie Entdecken jenseits alter Schmerzen. Jenseits noch von Denken, Pläne fassen oder Zielen. Vielleicht kannst du staunend entdecken, dass sie einfach IST. Groß sogar, sehr groß. Treu und stark. Dir innewohnend von jeher. Ihrer gewahr zu werden, vermag es, dir Tür und Tor öffnen in dein ureigenes, erfüllt lebendiges Sein. Gutes Entdecken deines ureigenen Weges: Mut und Zuversicht für dich. Vertrauensvolles Wachsen und Werden!

      • .. hallo Miriam, ich bin glueckseelich über deine wertvolle Antwort; die Mühe, um mir zu helfen! Danke und Liebe! Susanne

    • Liebe Susanne – du musst gar nichts nicht. Zur richtigen Zeit kommt ein Impuls und du folgst ihm. Vorher war/ist es nicht die „richtige Zeit“. Seelen haben ihr eigenes Tempo. Mut auch. Nimm dich in den Arm und sag dir „ich tue es, wenn es dran ist“. Und lass die innere Antreiberin einfach reden, ohne in Stress zu geraten … Du bist richtig! Dorothee

      • Liebe Dorothee, es ist toll, dass du mich ermutigst und mir beistehst! Könnte ich dir einen Brief schreiben, indem ich näher erkläre? Fürs Lesen und beantworten würde ich dich gern bezahlen, also ganz normal als therapeutische Hilfsleistung, wie ein Horoskop erstellen? Liebe Grüße Susanne

        • Liebe Susanne, du kannst mir gern eine Mail schreiben (leider habe ich deinen – diesen! – erst viel später gesehen. Die Adresse ist [email protected]
          Ich hoffe, diese Antwort erreicht dich noch irgendwie. Herzliche Grüße, Dorothee

    • Liebe Susanne! Ich kanns sehr nachfühlen. Aber was wäre, wenn du nicht den Weg und das Ziel formulieren musst, sondern einfach mal reinspürst, wohin ein erster Schritt gehen könnte? Möglicherweise ergeben sich dann neue Perspektiven. Herzensgrüsse von Susanne

      • Liebe Susanne, vielen Dank für deine Hilfe und überhaupt Aufmerksamkeit! Es hat mich sehr unterstützt! Wie auch immer, ist mir klar geworden: Diese Aufmerksamkeit gibt mir immense Energie, sie eröffnet mir den Weg! Vielen, vielen Dank.
        PS. Schon fällt mir in diesem Ungefähren ein Licht in den Schoß: indigene Wissenschaft! Ich will mich förmlich in sie verwandeln.

  4. Jaaaaa liebe Dorothee, wie fein und wach du das beschreibst! Das kann ich so fühlen und werde von deinen Worten mitgenommen, an die Hand genommen, wieder einmal anzuhalten und die Wonne, die ganz Wucht de Lebens zu spüren! Dieser Moment ruft so was dazu auf! Danke das du da bist, du schönes leuchtendes Licht! Lichtblütenschwester 🌟🌟

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