Beiträge zu Großmütter

Die Geschichte des Rates der 13 Großmütter

 

Jyoti (li) und die älteste Großmutter Anges Baker Pilgrim auf einem Event in NY

Sie sind 13 Frauen. Sie kommen aus allen Himmelsrichtungen. Sie haben alle Hautfarben. Sie sind im Alter zwischen 60 und 86 Jahren. Ihre Verbindung ist eine des Gebens, der Bildung und der Heilung von Mutter Erde und all ihren Bewohnern für die nächsten 7 Generationen – und darüber hinaus. Der Rat der 13 indigenen Großmütter trifft sich seit 2004. Wie sie zusammen fanden und sich ihre Vision über die ganze Erde verbreitet ist eine magische Geschichte. Ich durfte sie auf dem Treffen von drei Großmüttern mit 150 Menschen in Bielefeld diese Woche direkt von der Initiatorin Jyoti (Jeneane Prevatt) hören.

Wie alles begann

Jyoti ist ganz in weiß gekleidet und sie spricht mit einer großen Selbstverständlichkeit und Liebe von der Mission der 13 Großmütter. Drei Jahre nach der Gründung der Kayumari, ihrer spirituellen Gemeinschaft in Kalifornien, sah sie in einer Vision die Große Mutter, die sprach: „Ich werde euch meinen Korb überreichen, darin befinden sich einige meiner kostbarsten Juwelen. Sie sind Gebetslinien, die zurückgehen auf die Zeiten des Ursprunges. Vermengt sie nicht, verändert sie nicht. Ihr müsst sie beschützen und sicher verwahren. Bringt sie über die Schwelle des Jahrtausends und gebt sie mir zurück, damit ich etwas zu tun habe.“

Mit der Zeit konkretisierte sich die Aufgabe für die Gemeinschaft durch weitere Weissagungen wie „Wenn die Großmütter sprechen, wird sich für uns alle die Tür der Einigkeit öffnen.“ Überwältigt vom Ausmaß ihrer Vision und unsicher über ihre Fähigkeiten, sie wahr zu machen, betete Jyoti um Unterstützung bei der Umsetzung. Die Antwort kam sofort: „Der Ursprung aller Dinge sind die Beziehungen. Beginne damit und alles weitere wird sich zeigen.“ Also wandte sie sich an die Menschen, zu denen sie schon über Jahre bereits Beziehungen hatten und schickte schließlich 16 Einladungen an 16 Stammesälteste Frauen. 13 von ihnen sagten zu, die sich alle tief gerufen fühlten. Sie wussten, dass die Großmütter aus der geistigen Welt, die Weisen, die von der Menschheit vergessen, sie aufforderten, zu handeln. Für Jyoti ist die Zahl 13 kein Zufall, denn 13 Monde hat das Jahr. Auch die große Aufgabe wurde immer klaren, denn viele Prophezeiungen sagen, dass Frauen, den letzten Teil des Wandlungsprozesses in dieser Zeit leiten werden. Das große Erwachen steht bevor.

Die Gründung des Rates der Großmütter 2004

Die erste Zusammenkunft der dreizehn Großmütter, die fand im Oktober 2004 auf dem Land der Irokesen in Phoenicia, New York, USA statt. Es war eine Zeit der Hoffnung, der Eingebungen und des Rates der Großmütter. Die weisen Frauen sind sowohl Frauen des Gebetes als auch Frauen der Tatkraft. Ihre überlieferten Wege des Lebens verbinden sie mit den Kräften der Erde. Seitdem haben sie sich alle sechs Monate wieder in der Heimat einer der Frauen zusammengefunden und reisten u.a. zum Dalai Lama und zum Vatikan in Rom. Das nächste Treffen findet im Oktober in Japan statt.

Dazu bringen sie in kleineren Gruppen ihre zeitlosen Impulse in die ganze Welt. In diesem Rahmen besuchten Jyoti und die drei Großmütter Agnes Baker Pilgrim, Mona Polacca und Flordemayo am 3. und 4. August 2010 auch Deutschland. Sie beteten an den Externsteinen mit 140 Menschen für die Heilung der Erde. Ein Greifvogel kündigte die Ankunft der weisen Frauen an. Über 100 Frauen, 20 Männer, mehrere Kinder und Hunde bildeten einen Kreis mit Trommeln und Rasseln. Danach lauschten sie den Ausführungen über die Ehrung des heiligen Wassers und die Notwendigkeit zur Einheit von allen Völkern. Verschiedene Zeremonien verstärkten unter den Augen der „Steinmenschen“ die Kräfte. Am Abend schauten alle zusammen den Film „For the Next 7 Generations“, der die Geschichte und das weltweite Wirken der 13 Großmütter beschreibt. Am zweiten Tag fanden zwei vertiefende Workshops statt.

Ich konnte nur am ersten Tag mit dabei sein, aber mich hat das Treffen mit den Großmüttern nachhaltig berührt und bewegt. Ihre natürliche Kraft und Präsenz begleiten mich. Und jeden Morgen beginne ich mit einem Gebet, das Jyoti mit uns teilte: „Ich bin die heilige Mutter. Sie wohnt in mir. Und alles was sie braucht kommt ganz leicht zu mir.“ Jyoti hat es geholfen, immer wieder die Kraft und das Geld, das für die Großmütter nötig ist, zu sammeln. Wir können es auch nutzen, um unseren Teil für eine Heilung von uns und Mutter Erde beizutragen.

Buchtipp: Der Film über die Großmütter ist leider noch nicht in Deutschland zu beziehen. Aber es gibt ein Buch von Carol Schaefer: „Die Botschaft der weisen Alten: Der spirituelle Rat der Großmüter“.

Die Botschaft der Großmütter:

„Wir sind 13 Großmütter eingeborener Völker, uns eint die Verbundenheit mit den überlieferten Wegen des Heilens überall auf Mutter Erde – in Gebet, Ausbildung unserer Nachkommen und Heilung für unsere Mutter Erde, all ihre Geschöpfe sowie für die nächsten sieben Generationen.

Wir sind sehr besorgt wegen der noch nie da gewesenen Zerstörung von Mutter Erde: der Verschmutzung der Luft, der Wasser und der Erde, der Grausamkeiten und Gräueltaten durch Kriege, der weltweiten Armut und des zunehmenden Hungers, der Bedrohung durch Kernwaffen und radioaktiven Abfall, der hemmungslosen Herrschaft des Besitzdenkens, der Seuchen, die die Gesundheit der Völker bedrohen, der Ausbeutung heilkräftiger Pflanzen und der mit all dem einher gehenden Zerstörung der Lebensweise eingeborener Völker.

Wir glauben, dass die Lebensweisheit und Lebensweise unserer Ahnen mit Gebet, der Bewahrung des Friedens und der Kraft des Heilens heute lebensnotwendig gebraucht werden. Wir glauben, dass die Lehren unserer Ahnen uns den Weg durch die ungewisse Zukunft weisen. Wir nähren die gemeinsame Vorstellung des Lebens durch die in dem wir unsere unterschiedlichen Kulturen bewahren und beschützen: unsere Länder, unsere heiligen Bräuche, unsere Sprache, unsere Gebete und unsere Kinder nähren und bilden.“

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