Von Zuckerstangen und Verbundenheit

Püppi ist jetzt sechzehn. Damals undenkbar, dass sie überhaupt je zur Welt kommt. Ich musste liegen im letzten Drittel, damit sie nicht zu früh kommt. Dann zwei Wochen vor Termin wieder raus aus den Federn, rein ins Leben. Doch sie kam nicht. Nicht vorher, nicht am Termin und auch die Tage danach nicht. In dem Moment, als ich zutiefst sicher war, Weihnachten wird sie noch nicht da sein; überhaupt wird sie niemals aus meinem Bauch heraus kommen, in dem Moment entschied sie sich nachts anders und brachte alles in Bewegung. Sich selbst, meinen Körper, mich. Beim zweiten Kind läuft es anders. Du weißt, was kommt. Beim zweiten Kind war ich anders und das vor allem vorbereitet.
Ich hatte geatmet. Den ganzen Prozess über. Vorbereitet. Verbunden. Die Außenwelt ausgeschaltet.
Warum schreibe ich heute davon?
Weil es mich bewegt, zu jedem Geburtstag aufs Neue ist diese Nacht so präsent und in diesem Dezember ist die Lütte sechzehn. Und weil ich mich erinnere, weil ich heute noch genau mit dieser Zuckerstange in bestimmten Prozessen meine inneren Welten bewege.
Innere, wenn sich im Außen gerade gar nichts bewegt.
Ich war mit ihr verbunden, von Anfang an. Und ich war vorbereitet mit einer Technik, die mich in vielen Lebensphasen noch immer begleitet. Hypnobirthing. Deinen Atem bewusst gelenkt, begleitest Du Dich und dieses Wunder in Dir zusammen durch diesen Prozess. Zähltakte, den Fokus haltend und Bilder.
Mein Bild: die Zuckerstange.
Diese, die ich jetzt auch täglich überall an Weihnachtsbäumen hängen sehe. Ich muss schmunzeln, wenn ich am Weihnachtsmarkt stehend mit meinem Blick am Baum hängen bleibe. Exakt die Farbe, exakt die Form. Richtungsweisend. Für mich und meinen Zähltakt, die Atmung lenkend. Für mich und meine Lütte damals wegweisend. Und heute noch in Prozessen, die mir den Atem stocken lassen, erinnere ich mich: mein Zähltakt, das Bild, der Weg, die Zuckerstange. Ausatmend. Und nochmal. Solange, bis ich durch bin mit diesem Moment, der gerade viel braucht
und mich wieder verbindet: mit meinem Atem, meinem Vertrauen, mit mir selbst.
Zuckerstangen, mal eine ganz andere Assoziation als nur Dekoartikel zu Weihnachten – ein langer Atem nach unten und dann kurz geschwungen nach oben und dann raus mit dem, was da tief in Dir gelöst und in die Welt geboren sein möchte. Wegweisend und verbindend, Dich mit Dir und Deinem wieder mit Dir Sein.
Probiere es aus.
Von Herzen, Deine Jacqueline Christine Sohns





