Freundschaft

Unsere Reise beginnt, sobald unsere Seele sich entscheidet, in dieser Welt zu landen. Wir kommen an. Wir beginnen, Leben zu erfahren. Wir spüren uns in einem Körper. Er schenkt uns Grenzen, wo es vorher keine gab, da sie nicht nötig waren. Wir fühlen, und wir erleben Geborgenheit und gleichzeitig Trennung. Den Ort des Genährt Seins haben wir verlassen. Bewusst. Wir haben gewählt. Wir sind hier. In einem Körper. Unsere Seele hat sich hier für eine Zeit verankert, während sie gleichzeitig verbunden bleibt mit der Quelle allen Seins.
Wir wachsen heran, sammeln Erfahrungen. Wir werden selbstständiger, laufen alleine los. Suchen uns Abenteuer, an denen wir wachsen können. Wir treffen auf andere verkörperte Seelen. Neugierig erforschen wir Begegnungen. Hoffen, uns im Anderen zu erkennen. Wünschen uns, gesehen und geliebt zu sein. Verbunden wie einst im Quellbewusstsein.
Jede Begegnung macht uns reicher – an Erfahrungen und Klängen. Als Mensch erleben wir die „Fühlfalt“ des lebendigen Seins. Wir gehen weiter, wollen es wissen, wollen es durchdringen. Wie geht Menschsein? Wir erleben Freude, Neugier, Angst, Mut, Trauer, Scham, Verlust, Liebe – und häufig verlieren wir uns auch im Trubel der Emotionen. Dann fühlen wir uns einsam und getrennt.
Unsere Seele erinnert uns daran, weiterzuatmen. Sie lädt uns ein, das Leben zu kosten. Sie lässt uns eine Wahl. Wir entscheiden uns, weiterzugehen, denn Leben ist facettenreich und mag erkundet werden. Wir begegnen Menschen, mit denen es vertraut und schön ist. Wir erleben Resonanz und fühlen: Hier sind wir willkommen. Hier gibt es Verbindung. Hier gibt es Gleichklang. Wir sehen einander. In all der kostbaren Unterschiedlichkeit gibt es eine magische Verbindung – eine Anziehungskraft.
Wir wagen trotz aller Erfahrungen, uns erneut zu öffnen. Im Austausch kommen wir einander näher. Wir wählen, zu vertrauen. Dazu braucht es Mut. Unsere Seele bleibt in liebevoller Verbindung mit uns. Sie weiß, dass es wichtig ist, dass wir frei wählen.
Im gemeinsamen Sein erleben wir, dass Vertrauen wachsen kann, wenn wir uns sicher – in uns und mit dem Anderen – fühlen. Wir machen uns einander vertraut, indem wir unsere innere Landschaft nach außen tragen. Es braucht Zeit. Gegenseitig unterstützen wir einander auf dem Abenteuerspielplatz Leben. Wir wachsen aneinander. Wir gehen durch unterschiedliche Zyklen, erleben räumliche und zeitliche Trennung, Lebensabschnitte, in denen wir vielleicht wenig Kontakt haben. Doch was bleiben und sogar wachsen kann, ist die Verbindung.
Ich nenne es Freundschaft.






