Brief an den Tanz des Lebens

Lieber Tanz,
Dir zuzusehen begeistert mich, mich Dir zu nähern macht mich wach.
Das Beben in mir, es erinnert mich daran,
dass das Leben Bewegung ist,
selbst dann, wenn wir stehen.
Die Bewegung geht weiter, einfach weiter.
Die Schritte laden ein, ihnen zu folgen,
Die Musik, sie lädt ein, ihr zu lauschen.
Du forderst mich auf, beides zu vereinen, zum Tanz.
Und dann, ich überlasse mich Dir,
lass mich von Dir berühren und…
werde empfänglich für das,
was Du durch mich offenbaren möchtest.
Was ist es, was sich da vollbringt?
Muss ich stehen, um Dich zu verstehen?
Oder mich weiterhin bewegen,
von Dir bewegen lassen?
Ja und dann, längst tanze ich Dich wieder,
dann verstehe ich Dich doch.
Viel mehr, ich erkenne Dich, weiß um Dich,
genieße Dich.
Du steckst mich an mit Deiner Hingabe,
liebkost mich mit den Schwingen Deiner Drehung,
durchdringst und erfüllst mich,
bis, wie eine Schlange ich mich häute.
Alles, was in mir eng geworden war,
verdichtet, gebunden, fällt von mir ab,
wenn ich dich wirklich in mich einlasse
und davon ablasse, Dich an meiner Haut zurückzuweisen.
Mit der Zeit, meine Bewegung verliert an Ausdruck.
Was für ein Glück,
denn ohne Druck wird das, was von mir ausgeht
umso weicher.
Weich und doch so klar,
anmutig und doch präzise.
Der Ausdruck wird zur Eingebung, die ich weitergebe,
da alles Starre, Unbewegliche mir genommen ist.
Ganz natürlich,
aus dem Zentrum heraus,
entfalte ich mich,
und atme Dich aus.





