Joanna Macy: Den großen Wandel gestalten

Joana Macy

Tiefe Ökologie lädt ein, uns selbst als einen lebendigen Teil der Erde zu erfahren, und nicht als getrennt von ihr. Aus der Erfahrung unsere Allverbundenheit können wir Kraft, Mut und Inspiration schöpfen, mit unseren persönlichen Fähigkeiten am Wohl und Schutz des Lebens mitzuwirken. Eine “weise Alte” der Tiefenökologie ist Joanna Macy. Die 81 jährige ist seit vielen Jahrzehnten unterwegs zwischen den sozialen und ökologischen Brennpunkten dieser Erde. Als studierte System- wissenschaftlerin hat sie spirituelle Impulse aus verschiedenen Religionen aufgenommen und arbeitet daran, ein umfassendes sozial-ökologisches Bewusstsein zu entwickeln, das Körper, Geist und Seele umfasst. Einen schönen Einblick in ihre weise Weltsicht gibt ein Interview auf der Seite der deutschen Gesellschaft für Tiefenökologie. Und in einem Video auf Vimeo (auf englisch).

Zur Person Johanna Macy: Geb.1929, Autorin und Lehrerin für Buddhismus, Systemwissenschaften und Tiefe Ökologie. Ihre Stimme hat Gewicht in der Bewegung für Frieden, soziale Gerechtigkeit und für den Schutz der Umwelt. In der “Arbeit der Tiefen Ökologie” schuf sie in den letzten 30 Jahren ein unerschrockenes, ehrliches Werkzeug, um Menschen durch die Wirren einer Krisenzeit hin zu engagiertem Handeln für das Leben und für die Erde zu begleiten. Sie ist Gründungsmitglied der Gesellschaft für angewandte Tiefenökologie e.V.

“Wir sind zugleich Sterbebegleiter für eine endende Kultur und Hebammen für eine neue langfristig lebenserhaltende Welt. Beides findet zur gleichen Zeit statt. Wir sind mitten drin und können Einfluss nehmen, wie sich dieser Übergang vollzieht. Lasst uns gemeinsam dem Wandel Kraft geben” Joanna Macy

 

 

Hintergrund Tiefenökologie: Als der norwegische Philosoph Arne Naess 1973 den Begriff der “deep ecology” prägte, hatte er folgende Grundidee vor Augen: er wollte in Abgrenzung zur “oberflächlichen Ökologie”, die sich mit dem Anspruch auf eine saubere Umwelt befasst, das Recht auf eine tiefer gehende Befriedigung menschlicher Grundbedürfnisse formulieren. Dazu stellte Naess ein Gerüst aus acht Grundsätzen auf, die den Menschen als Teil des “Erdhaushaltes” auf seine natürliche Größe herunterstutzt. Jene ethischen Gebote gehen vom gleichen Wert aller Lebewesen aus, von der Notwendigkeit, die Vielfalt des Lebens zu respektieren, von der zu großen Anzahl und Machtfülle des Menschen, von der Notwendigkeit der gesellschaftlichen Neuorientierung und der Verpflichtung zu handeln. Erst wenn der Mensch sein Leben in Einklang mit dem Ganzen bringe, gelänge ihm die Überwindung seines gespaltenen Bewusstseins, so predigen die Anhänger der Tiefenökologie. Nicht das ständige Hochschrauben der Lebensstandards, sondern der Zuwachs an Lebensqualität gebe die Befriedigung, am ganzheitlichen Entwurf für ein besseres und friedlicheres Zusammenleben teilzuhaben. Sein Höhepunkt ist erreicht, wenn jeder einzelne die gleiche Achtsamkeit den eigenen Belangen wie denen der Natur zufließen lässt und zu einer neuen Wahrnehmung der Welt gelangt.


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