Kämpfst Du noch oder fühlst Du schon?

lorenaswandelfest2012 021Von Claudia Shkatov. „Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“ – Albert Einstein. Eine Freundin von mir bietet gerade unter diesem Titel ein Seminar an. Als ich ihn las, klangen die Worte noch lange in mir nach. Und ich fragte mich selbst: „Kämpfst Du noch oder fühlst Du schon?“ Die ehrliche (und mir ehrlich unangenehme) Antwort lautete: „Ich kämpfe noch. Immer wieder das Gleiche. Mist.“

Und das Verrückte ist, es ist im Grunde ein Kampf gegen mich selbst. Gegen mich selbst, weil es ein Kampf gegen meine eigenen Gefühle ist. Gegen mein Innerstes. Und gegen den Moment natürlich, wie er nun mal ist.

Verurteilen kann Jeder
Ein Konflikt mit meinem Mann zum Beispiel. Es ist so leicht, ihn verantwortlich zu machen, ihm seine Fehler vorzuhalten, ihm zu erklären, was er falsch gemacht hat, zu denken, und zu sagen, dass er sich wirklich ändern muss ;).
Ja. Verurteilen, kritisieren, beschuldigen und Ratschläge geben kann Jeder.

Und wie schwierig ist es immer noch, mich durch meine Wut, Panik, durch meine automatischen Rückzugs- oder Angriffsmechanismen hindurch zu bewegen, weg von dem, der ‚mich wütend macht’ oder ‚mich aufregt’- als könne er in meinen Kopf hineinsteigen, den Wuthebel betätigen und somit der Urheber meiner Wut sein.
Und mich stattdessen dem zuzuwenden, was in mir vor sich geht.

Ein alchemistischer Prozess
In meinem Körper spür ich es zuerst – wenn ich wachsam bleibe. Der Druck in der Brust oder das Ziehen in der Magengegend. Oder etwas, das mir ‚den Hals zuschnürt’. Von dort aus weiter: Was ist da? Was FÜHLE ich? Was sitzt unter der Wut? Oft Schuld oder Angst. Oder Gefühle der Wertlosigkeit und Hilflosigkeit. Was sagen meine Gedanken, die in Bruchteilen von Sekunden vorbei rasen?

Es braucht meine volle Aufmerksamkeit, um all das zunächst überhaupt wahrzunehmen. Und dann wirklich zu fühlen. Manchmal mit ganzer Wucht. Oft kommen mir dann die Tränen. Ich habe Mühe, nicht wieder abzudriften. Nach Außen. Und auf den ‚Urheber’.

Und wenn ich es dann schaffe, mich dem hinzugeben, was in mir los ist, es zu fühlen, dabei zu bleiben, wie eine Mutter bei ihrem kleinen Kind, das Trost und Hilfe braucht, dann habe ich es so gut wie geschafft. Es ist wie in diesem Videoclip, den ich diese Woche auf facebook sah: Eine Frau, die vor einem zähnefletschenden Wolf steht, in Panik, doch dann, anstatt wegzurennen, rast sie zu allem bereit auf ihn zu. In dem Moment als sie auf einander treffen, löst sich der Wolf in Luft auf.
Und am Ende bleibt nur ein Gefühl von Frieden. Manchmal pure Freude. Immer Klarheit. Eva Zurhorst nennt das ‚Emotionen verbrennen’. Und so ähnlich fühlt es sich auch an. Fast ein alchemistischer Prozess. Wie ein Zauber kommt es mir tatsächlich oft vor, wenn ich mich von einer verwundeten und innerlich vor Schmerz und Angst kreischenden Raubkatze in eine friedvolle schnurrende Katze verwandle, die sich in der Sonne räkelt. Und das alles meist nur innerhalb weniger Minuten.

Danach bin ich in der Lage, meinem Partner ruhig und klar zu sagen, was bei mir los ist, wie ich mich fühle und was ich brauche. Ich kann ihn entlasten und mir selbst treu bleiben. Ich kann ihn vielleicht sogar um Hilfe bitten.
Mut, ein offenes Herz und ein ruhiger und nobler Verstand
Die eigenen Gefühle zu klären und sie mit dem Anderen ohne Vorwürfe offen und klar zu teilen, braucht Mut, ein offenes Herz und einen ruhigen Verstand.
Und das hat nichts mit dem zu tun, was die meisten von uns ihr Leben lang gelernt und praktiziert haben. Absolut gar nichts.

Ich jedenfalls hatte es nicht gelernt. Doch ich begreife, wie lebenswichtig es ist, dies zu beherrschen.

Ebenso wichtig ist es für mich auch geworden, mich meinen Gedankenkonzepten, meinen inneren Bibliotheken mit einem offenen Blick und mit einem großen Staubwedel zu nähern. In diesen Gedankenräumen lege ich fest und beweise mir und anderen, was wie ist und zu sein hat, was ich glaube, was nicht, was ich wie wahrnehme, einordne und was ich von mir, von anderen, und vom Leben erwarte. Und diesen inneren Räumen und Konzepten Konzepte folgen auch meine emotionalen Welten.

Seit einigen Tagen frage ich mich, wie viele von diesen klugen doch mitunter nicht besonders noblen Gedanken, die ich fortlaufend habe, Kreationen sind, die mein Leben bereichern. Oder sind einige davon eher Fehlkreationen, die mich mehr isolieren und begrenzen, als dass sie mir Sicherheit und Glück zu bringen? Und wenn ja, welchen Sieg schenken sie mir, wenn ich sie trotzdem habe? Welche Chancen vergebe ich, wenn ich mich auf intellektuelle Gefechte mit anderen einlasse, in der Überzeugung, die Wahrheit zu kennen? Will ich Trennung oder Verbindung? Was ist wirklich meine Wahrheit?

Was bei aller Entwicklung und Veränderung Bestand hat, ist ‚mein’ Allheilmittel Vergebung.
Ich habe einige Jahre gebraucht, um nicht nur zu verstehen sondern auch zu fühlen, was es bedeutet:

Vergebung

Vergebung ist tatsächlich weder das Aufgeben des eigenen Standpunktes noch ein Verleugnen der eigenen Wünsche und Bedürfnisse. Für mich ist es ein vollständiges Loslassen von der Beurteilung eines Menschen oder einer Situation. Und es ist ein Sich-Verbinden an dem Punkt, wo ich in mir meinen Resonanzpunkt mit dem anderen Menschen oder einer Situation, d.h. meinen Anteil am Geschehen, erkenne. Sobald dies geschieht, entsteht ein Energiefluss in Richtung einer Lösung zum höchsten Besten aller Beteiligten und im Einklang mit dem Universum. Solange ich kämpfe, also verurteile, beschuldige und meine Mitschöpferschaft an einer Erfahrung leugne, blockiere ich diesen Fluss. Das ist alles.

Und so sind meine größten Lehrer im Grunde nicht meine Bücher sondern die Menschen die mich umgeben. Die, die zu mir kommen, und für die ich Readings geben darf. Und diejenigen, die mit mir leben, lieben, lachen, leiden, tanzen, arbeiten und heilen. Heilung passiert immer schneller. Die Energien stehen zur Verfügung um direkt zu den Kernthemen unserer Seelen durchzudringen und diese aufzulösen. Gott sei Dank!

Ja, ich kämpfe immer noch. Und ich habe angefangen wirklich zu fühlen. Und ich bin bereit, den Kampf aufzugeben. Was für eine Erleichterung!
Es tut mir leid. Ich vergebe mir. Ich liebe mich. Danke.

Claudia Shkatov

Claudia Shkatov

Zur Person: Claudia Shkatov lebt mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen in Birkenwerder bei Berlin. Nach einem ersten Einstieg ins Berufsleben als Europasekretärin und einem anschließenden Studium der Betriebswirtschaft sammelte sie im Laufe von 23 Jahren im In- und Ausland Erfahrung als Personalberaterin, Unternehmerin, Personalmanagerin und Business Coach und widmete sich außerdem in dieser Zeit intensiven psychologischen und spirituellen Studien. Sie ist heute NLP Master und ausgebildete Theta Healerin.
Seit 2012 unterstützt Claudia als Theta Healerin Erwachsene und Kinder bei der Heilung physischer und psychischer Themen im privaten und im beruflichen Kontext. Sie arbeitet auf Deutsch, Englisch und Russisch. Mehr auf ihrer Website

Posted in Lichtübung

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