Das Wichtigste

Foto: Sabrina Gundert

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Von Sabrina Gundert. Weißt du, ich glaube das Wichtigste, das wir im Moment tun können ist, uns immer wieder daran zu erinnern, dass wir alle gemeinsam auf dieser Reise des Seins und Werdens sind. Dass wir alle immer wieder diesen Raum des Nicht-Mehrs und Noch-Nichts spüren. Dass wir alle dazwischenstehen.

Manche von uns hören das Neue vielleicht schon sehr laut, spüren, dass es kommen wird. Vielleicht haben wir schon eine Ahnung davon, wie es sein, aussehen wird. Für mich fühlt es sich oft wie ein großes Nichtwissen an – und zugleich schon ein genaues Gefühl davon, dass etwas kommen wird und was kommen wird, auch, wenn noch keine meiner Worte es wirklich benennen, greifen können.

Weißt du, ich glaube, das Wichtigste ist, dass wir uns erinnern, dass wir alle gemeinsam auf diesem Weg sind. Oft scheint es uns, als seien wir die Einzigen – die nicht mehr funktionieren, die verrückt werden, deren Weg sich nicht mehr gerade weitergehen lässt.

Ich spüre in mir immer deutlicher dieses Ja, das keinen Zweifel mehr zulässt. Dieses Ja zu diesem Neuen, zu dem Weg, der aus dem inneren Sehnen, aus dem Herzensruf, aus dem Da-geht-mein-Weg-weiter gespeist wird – auch, wenn ich ihn allein vom Kopf her nicht erklären kann.

So viele Menschen begegnen mir dieser Tage, die spüren, dass es für sie auf neuen Wegen weitergeht. Die merken, dass das Alte nicht mehr funktioniert, dass sie im Alten nicht mehr funktionieren. Das macht Angst, macht uns Angst, weil die Strukturen um und in uns zerbrechen und es keinen Halt mehr gibt, an dem wir uns festhalten können.

Und doch. Für mich nimmt es an Angst, zu wissen, dass wir gemeinsam unterwegs sind. Das wir der Wandel sind, tief drin, der da gerade im Außen geschieht. Und wenn ich der Wandel bin, dann bin ich aktiv, bin ich Vorreiterin, bin ich Pionierfrau und -mann. Dann kann ich aktiv gestalten – in meinem Leben, meinem Umfeld, auf meinem Weg, von innen her.

Mir scheint, mit das Wichtigste, das wir aktuell tun können ist, immer wieder bewusst unser Verbundensein zu spüren. Mit uns und miteinander. In die Stille zu gehen, die dunkle Zeit zu nutzen, wirklich zu lauschen. Dem, was da kommen will. Unabhängig von dem, was man uns den ganzen Tag sagt, was kommen soll oder was zu tun wäre. Zu lauschen, wieder und wieder, und damit die feine innere Stimme lauter werden lassen, ihr Kraft geben, sie nähren.

Und damit eines Tages den Mut finden, ihr zu folgen, ihn vielleicht schon heute haben, und den ersten Schritt setzen können.

Erinnere ich mich immer wieder, dass ich selbst der Wandel bin, Teil des Wandels bin, und immer wieder mein Verbundensein mit all den Menschen spüre, die an einem ähnlichen Teil ihres Wegabschnitts stehen, auch wenn unsere Geschichten an der Oberfläche komplett verschieden aussehen mögen. Spüre ich dieses Verbundensein wieder, schaue ich tiefer, schaue ich darunter – und verstehe.

Verstehe, dass ich eingebunden bin, eingebettet. Dass alles in diesem Umbruch – zunächst einmal in meinem eigenen, klein-großen Leben – seine Richtigkeit hat. Dass ich weitergehen kann. Auf mein Inneres lauschen darf. Und dass wir schon viele sind. Unterwegs in diesem Neuland, hier und jetzt.
Von Herzen,
Sabrina.

Sabrina Gundert

Sabrina Gundert

Sabrina Gundert begleitet Frauen mit ihren Coachings, Seminaren und Büchern dabei, ihr Leben bewusst zu gestalten, zurückzufinden in ihre Kraft und ein Leben zu leben, das sie tief erfüllt. www.sabrinagundert.de

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