Bienenaktionsplan in den Koalitionsvertrag!

Bienen

Grafik: BUND

Nun leider doch durch eine Studie endgültig bestätigt: Das Insektensterben ist noch flächendeckender und umfassender als bisher angenommen. In weniger als 30 Jahren sind rund 75 Prozent aller Insekten aus der Luft verschwunden. Die Situation ist ernst, die Folgen kaum absehbar: Über 150 Nutzpflanzen sind abhängig von der Insektenbestäubung und rund 60 Prozent der heimischen Vögel ernährt sich hauptsächlich von Insekten.

Die Zahl der Vögel in Deutschland geht Untersuchungen zufolge deutlich zurück. So seien zwischen 1998 und 2009 knapp 13 Millionen Brutpaare verloren gegangen, erklärte Nabu-Vogelschutzexperte Lars Lachmann. Das sei ein Minus von 15 Prozent.

Der BUND fordert: Bienensterben stoppen und einen Bienenaktionsplan in den Koalitionsvertrag! Bitte unterstützt diesen Appell – es ist höchste Zeit, die künftig Regierenden wachzurütteln, Pestizide zu verbannen und die Forschung zu fördern!

Was können wir in unseren Gärten tun?

Attraktive Blüten: Vor allem einheimische Wildpflanzen bieten reichlich Nahrung für Schmetterlinge, Wildbienen und viele andere Insekten. Weniger geeignet sind dagegen Zierpflanzen mit gefüllten Blüten, die nur wenig Nektar und Pollen enthalten. Am besten sollte man früh und spät blühende Arten kombinieren, damit das Insektenrestaurant möglichst von Frühjahr bis Herbst geöffnet bleibt. Eine Zusammenstellung von interessanten Pflanzen für Blütenbesucher gibt es zum Beispiel beim BUND Schleswig-Holstein.

Futter für Raupen: Die Raupen vieler Schmetterlingsarten fressen nur ganz bestimmte Pflanzen. Etliche davon sind bei Gärtnern nicht unbedingt beliebt. Doch wer zum Beispiel Brennnesseln stehen lässt, tut damit dem Nachwuchs von Admiral (Vanessa atalanta), Kleinem Fuchs (Aglais urticae), Tagpfauenauge (Aglais io) und Landkärtchen (Araschnia levana) einen Gefallen. Auch Disteln, Wilde Möhre und andere scheinbare „Unkräuter“ sind für viele Raupen wichtige Nahrungsquellen. Und wer heimische Gehölze pflanzt, bietet den Raupen etlicher Schmetterlinge nicht nur Futter, sondern auch einen Unterschlupf.

Giftfrei gärtnern: Wer seinen Garten insektenfreundlich gestalten will, sollte auf synthetische Schädlingsbekämpfungsmittel verzichten. Denn die treffen oft nicht nur die angepeilten Plagegeister, sondern auch andere Arten.

Nisthilfen: Die Einzelgänger unter den Wildbienen brauchen Hohlräume in Holz oder Stängeln, in der Erde oder in Steinen, um darin ihre Brutkammern anzulegen. Solchen Arten kann man mit speziellen Quartieren und Nisthilfen unter die Flügel greifen, die man kaufen oder selbst bauen kann.

Volkszählung: Um die Situation der heimischen Insekten richtig einschätzen zu können, brauchen Wissenschaftler vor allem viele Daten. Bei deren Erhebung können auch Laien mitmachen. Beim Tagfalter-Monitoring Deutschland zum Beispiel laufen sie mindestens zehnmal pro Saison eine festgelegte Strecke ab und zählen unterwegs Schmetterlinge.

Rechen statt Laubbläser: Die Laubbläser sorgen nicht nur eine gewaltige Lärmbelästigung und Luftverschmutzung, sondern auch ein Massaker an Kerbtieren. Denn viele Insekten und Spinnen nutzen das Laub, um zu überwintern; sie suchen darin Schutz und Deckung, werden damit aber zerrissen und zerstückelt. Was in großen Parkanlagen vielleicht noch sinnvoll ist, sollte beim Privatgärtner besser unterbleiben.

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