Die Öko-Rebellen vom Himalaya


Im Jahr 2010 rief der Ministerpräsident von Sikkim die „Organic Mission“ ins Leben. Seit gut zwei Jahren wird die gesamte landwirtschaftliche Fläche nun biologisch bewirtschaftet.

„planet e.“ hat die Bauern und Einwohner des indischen Unionsstaates besucht, die gerade Öko-Geschichte schreiben. Kardamom, Mais, Reis, Weißkraut und Kartoffeln werden in den Ökomärkten verkauft. Überall wird für die gesunden Lebensmittel aus Bioanbau geworben. Kunstdünger und Pestizide sind verpönt und dürfen nicht eingeführt werden. Wer dagegen verstößt, wird wie ein Drogendealer behandelt.

Sikkim entwickelt sich zum Musterland für den Wandel zu einer naturnahen Landwirtschaft. Um die eigenen Biobauern und Verbraucher zu schützen, hat die Regierung Sikkims sogar konventionell produziertes Gemüse mit einem Importverbot belegt. In der Praxis bedeutet das, dass die Behörden befugt sind, mit Pestiziden verunreinigtes Gemüse und Obst zu vergraben und zu vernichten. Ein Albtraum für die Hersteller von Kunstdünger und Pestiziden. Agrochemieriesen wie Bayer oder BASF sind in Sikkim nicht erwünscht.

Deutschland dagegen, Vorreiter in der Ökobewegung in den 1980er Jahren, ist weit davon entfernt, seinen Bedarf an ökologischen Nahrungsmitteln zu decken. Kritiker werfen der Regierung Halbherzigkeit und eine zu große Abhängigkeit von den Lobbyisten der agrochemischen Industrie und der Bauernverbände vor. Die Rahmenbedingungen für Landwirte, die ihre Höfe naturnah bewirtschaften wollen, sind denkbar schlecht. Wie kann Deutschland vom fernen Sikkim lernen?

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5 Kommentare zu “Die Öko-Rebellen vom Himalaya
  1. Anne sagt:

    Schritt für Schritt wird die Welt ein schönerer Ort. Bei diesem Bericht geht mir das Herz auf ♥ Sooo schön…

  2. Katharina sagt:

    Whow, ich bin begeistert von diesem kleinen Land, diesem mutigen Premierminister! Und begeistert von den Ergebnissen dieses mutigen Schrittes auf politischer Ebene, eine flächendeckende Öko-Landwirtschaft umzusetzen. Ja, dieses kleine Land soll Vorbild sein! In der Schweiz gibt es nun eine Bürger-Initiative, die sich für eine vergleichbare Lösung einsetzt: die Trinkwasserinitiative: https://www.initiative-sauberes-trinkwasser.ch Auf der HP finden sich detaillierte Infos zur Situation des Trinkwassers und zu den Auswirkungen der konventionellen Landwirtschaft in der Schweiz und in ganz Europa sowie zu den Massnahmen für sauberes Trinkwasser, gesunde Lebensmittel und eine wieder heil-werdende Natur. Wir sind auf dem Weg!

  3. ulrike Fischer sagt:

    Möge die Vision von Sikkim wirklich „übergriffig“ werden. Zum Wohle der Menschheit und unseres Planeten. Dank und Respekt diesem Land und seinem Ministerpräsidenten.

  4. Waltraud Blumensath sagt:

    Wunderbar! Während bei uns noch mitleidig gelächelt wird, wenn von EM und Naturdünger die rede ist, beweist ein fernes Land Rückgrad. Möge es überschwappen.

  5. Saran. sagt:

    Jo. Die Zukunft gehört Unsere KleinBäuerInnen, die im Einklang mit Mensch Natur arbeiten. Danke. <3 <3

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