Sommer der guten Lebens

© Bild: Luisa Kleine

Die Oya-Redaktion lädt alle ein, mitzuwandern und an wohl hundert Orten den »Sommer des guten Lebens« zu erleben.

Die Einladung

»Was wollen die von mir? Macht Oya jetzt Werbung? Wenn ja, wofür?« Ja, wir wollen Sie und dich umwerben, gemeinsam mit uns und den vielen Oya-Lesenden, die schon Reise­pläne schmieden, in ein gemeinstimmiges Feld »erwanderten Lebens« zu spazieren – mal vornehm ausgedrückt. Auf den Spuren alter Pfade und Wege, die in Süddeutschland aus der Römerzeit stammen oder noch viel älter sind, die im Norden aus mittelalterlichen Rodungen entstanden sind, gehen wir los und erzählen uns dann davon. Das »Werben« dafür im Sinn eines »Umwerbens« erinnerte uns an das zeitlose Phänomen des »Minnesangs«, überliefert wohl seit der Zeit der keltischen Barden. Diese wollten Frauen preisen, nicht verführen oder gar manipulieren. Meist meinen sie »Frau Welt«, einen Berg, eine Insel oder eine für das Land stehende Königin wie Elisabeth I. von England. So entstand auch das berühmte Lied »Time Stands Still« des Renaissance-Lautenisten, Sängers und Komponisten John Dowland. Es besang die Königin und alle Geliebten dieser Welt, unabhängig von ihrem Geschlecht. Minnesang sprengt Grenzen, deshalb ist dieser Begriff uns näher als die »Werbung«, als die dieses Plakat vielleicht verstanden wird.

Na, na, weit hergeholt! Was hat das jetzt alles mit dem »Sommer des guten Lebens« zu tun? Nun, auf diesen Seiten singen wir Lieder, wir erzählen Geschichten, und vor allem geben wir einige der Einladungen an erstaunliche, zauberhafte, herausfordernde, rauhe, selbstgezimmerte und gediegene Orte wieder, die zum Zeitpunkt der Drucklegung dieses Plakats sage und schreibe schon an die hundert Menschen auf eine Landkarte unter dem Link www.oya-huetekreis.de/oya-sommer eingetragen haben. Auch in Ihrer, in deiner relativen Nähe ist also ein Oya-Ort, der Sie und dich einlädt, vorbeizukommen – mal nur für einen Tag, mal für ein ganzes Wochenende oder eine Woche, im Freien – so dass alles hoffentlich nicht von der Corona-Situation verunmöglicht wird. Die Höfe, Gärten, Klöster oder Hinterhöfe laden ein zu Spaziergängen in der Umgebung, zum Speisen und Erzählen am Feuer über alle nur denkbaren Themen, die den Menschen in den Sinn ­kommen, wenn sie an das »gute Leben für alle« denken – an die Unmöglichkeit, es derzeit in vollem Umfang zu verwirklichen, an ihre glücklichen Versuche, an ihr Scheitern.

Der Name »Sommer des guten Lebens« wuchs langsam, aber sicher in unserem Kreis aus Redaktion sowie etwa zwölf Menschen von »Orten des guten Lebens«, die uns spontan unterstützten. So wie Oya manchmal mehr als eine Zeitschrift ist, etwa ein Zelt auf einem Festival wie beim »Move Utopia« 2017, so wird Oya nun zum Sommer der gegenseitigen Besuche: »Oya findet statt«. Aber dies ist ein Motto, kein Name, also mussten wir noch einen für dieses Jahr finden. Wird er sich bewähren?

Mich brennt’s an meinen Reiseschuhn …

Es kann tausend verschiedene Motivationen geben, sich dafür auf den Weg zu machen. All diese sind gleichberechtigt. Eine mag vielleicht thematisches Interesse sein: »Mit jungen Leuten eine Nacht lang über eigene Allmende-Experimente zu sprechen, ist schon lange mein Traum, in der ›Frieda‹ in Brück kann er jetzt Wirklichkeit werden.« Oder die Suche nach einem neuen Lebensort: »Ich überlege, in eine Kleinstadt zu ziehen, weil mein Traum vom geselligen Landleben an der Einsamkeit zerschellt ist. Wie wäre es da mit Weiden in der Oberpfalz, wo es so tolle Gemeinschaftsorte wie den ›Rio-Raum‹ gibt?« Die Hoffnung, eine neue Liebe zu finden, mag wie im »Summer of Love« 1967 vielleicht auch mitspielen, ebenso eine touristische Neugier: »Ich wollte schon immer mal die Rundlingsdörfer im Wendland sehen!« Oder schlicht die Vorfreude auf Oya-lesende Menschen in der Nachbarschaft: »Was, da gibt es in nur 20 Kilometern eine ›Regenbogenschmiede‹? Nichts wie hin!« Oder schlicht die Wanderlust: »Ach, der Beginenhof in Blaubeuren ist so nah, dass ich mir tatsächlich vorstellen kann, an einem Tag dort hinzuwandern! Davor krame ich noch mein altes Liederbuch mit den Wanderliedern heraus.«

So laden wir Sie und dich ganz herzlich ein! Wir hoffen für alle auf gute Wege, reiche Geschichten und nährende Begegnungen.

Unter www.oya-huetekreis.de/oya-sommer finden sie all die Orte, zu denen sie im Sommer wandern können. Auf die Einhaltung der dann geltenden Corona-Maßnahmen wird an allen Orten geachtet, die Treffen finden in kleinen Kreisen und möglichst im Freien statt. Wenn sie dabei sein wollen, kontaktieren sie die Orts-Hütenden direkt über die auf der Karte angegebenen E-Mail-Adressen.

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Wie und warum Menschen und andere Leute nomadisch ­leben, inneren wie äußeren Wander­mustern folgen, ausschwärmen, auf die Walz gehen – und davon erzählen.

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