Wachsen, reifen, altern, sterben

Lesezeit 1 Minute –

Wachsen, reifen, altern, sterben – das Vergehen der Zeit ist vorherbestimmt, unvermeidlich. Es gibt nur eine Lösung, wenn das Alter nicht eine absurde Parodie unseres früheren Lebens sein soll, und die besteht darin, weiterhin Ziele zu verfolgen, die unserer Existenz einen Sinn geben – Hingabe an Einzelne, an Gruppen oder an eine Sache, soziale, politische, intellektuelle oder schöpferische Arbeit…

Im Alter sollten wir uns wünschen, noch Leidenschaften zu haben, die stark genug sind, um zu verhindern, dass wir uns selbst aufgeben. Das eigene Leben hat so lange einen Wert, wie man dem Leben der anderen einen Wert zuschreibt, durch Liebe, Freundschaft, Empörung, Mitgefühl.

– Simone de Beauvoir in „Das Erwachsenwerden“.

Die französische Schriftstellerin Simone de Beauvoir (1908 – 1986) hat mit ihren Werken maßgeblich zur Entwicklung der weltweiten Frauenbewegung beigetragen. Sie wurde für ganze Generationen zum Vorbild und zur Wegbereiterin: als eine Frau, die Emanzipation praktisch lebte und zugleich mit ihren Büchern (wie „Das andere Geschlecht“) die theoretischen Grundlagen dafür lieferte. Beauvoir hat – wie ihr Lebensgefährte Jean Paul Sartre – wesentliche Beiträge zur Entstehung und Verbreitung des Existenzialismus geliefert. Dabei verband sie ihr Eintreten für individuelle Freiheit und Verantwortung stets mit entschiedenem sozialen und politischen Engagement. Hier zu Büchern von und über sie.

 

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Gastbeitrag
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Ein Kommentar

  1. Eine Freude mag ich hier gern ergänzend teilen: in jungen Jahren las ich Simone de Beauvoirs Buch „Alle Menschen sind sterblich“. Und bin seither froh und dankbar, dass es so ist. Das Schicksal des Menschen, der durch einen Unsterblichkeitstrank ewig bleiben muss, hat mich eindrücklich berührt. Und gestärkt im Annehmen der Sterblichkeit meines menschlichen Körpers. Stimmig leben gelingt mir in dieser Perspektive unserer menschlichen Endlichkeit umso besser.

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