Das Geschenk des Eichelhähers

Obwohl der Eichelhäher seine Lieblingsspeise Eicheln in unserem kleinen Garten nicht findet, hatte sich dieser muntere Geselle zwischen Ahornbäumen, Kiefern und Efeuranken sehen lassen. Er hüpfte von Ast zu Ast und verschwand dann im Gegensatz zu seinem sonst lauten, krächzenden Rufen leise in den Nachbargärten. Hier in der Großstadt hatte ich diesen farbenfrohen Rabenvogel noch nie gesehen. Allein sein Beobachten hat mich neugierig gemacht, um noch mehr über ihn zu erfahren. Und so habe ich einige sehr beeindruckende Nahaufnahmen und Texte mit neuen Informationen im Internet zu ihm gefunden. Ein faszinierender Vogel!
Ein Vogel, der mich nicht nur durch sein mehrfarbiges Erscheinungsbild überrascht hat, sondern auch durch ein besonderes Geschenk, welches er mir in unserem Garten zwischen den herabgefallenen Ahornblättern zurückgelassen hat.
Im vergangenen Sommer, es war im August, lag vor mir auf dem Boden im hinteren Teil des Gartens eine blau-schillernde Eichelhäherfeder!
Wer eine solche Feder findet, so habe ich gelesen, besitzt eine Glücksfeder, weil sie nur sehr selten gefunden wird. Das kann ich nur bestätigen. Für mich hat sie eine glückliche Kindheitserinnerung wachgerufen.
Ich erinnerte mich unwillkürlich an die große Freude, die mein Vater ausstrahlte, als er bei einem Sonntagsspaziergang im Eichenwald hinter der dicken Eiche am Rande der Bornholzsiedlung eine solche Feder gefunden hatte.
Er hat seine Eichelhäherfeder wie einen kostbaren Schatz gehütet und hatte sie über lange Jahre voller Stolz hinter seinem Hutband stecken.
Ich hatte mir auch immer solch eine Feder gewünscht. Bis mein Wunsch erfüllt wurde, sind nahezu 65 Jahre vergangen! Und jetzt, da ich eine solche Feder gefunden habe, erinnere ich mich liebevoll und dankbar an viele gemeinsame Wanderungen mit wundervollen Beobachtungen in Wald und Flur des heimischen Sauerlandes. So wird diese Feder für mich auf doppelte Weise zu einer Form des Lernens und Erinnerns. Ich weiß heute, dass die blauen-weißen Streifen keine Pigmente enthalten, sondern durch Kreatinin und die Beugung des Lichts entstehen. Neugier wecken, das entspricht genau dem, was unsere Eltern ihren Kindern stets vermitteln wollten.
Wir erkannten damals und – erkennen auch heute:
Neugierig und respektvoll die Welt zu erforschen und uns an den schönen Dingen des Lebens zu erfreuen, das zeigt uns den Weg zum Glück.
Als ich meine Feder gefunden hatte, wollte ich meine Erinnerungen aufschreiben. Es ist zunächst dabei geblieben.
Und – jetzt war der Eichelhäher wieder zu Besuch im Garten. Er hat mich an meine Glücksfeder erinnert.
Gisela Minz






Liebe Gisela,
vielen Dank für dein Teilen. Ist es wirklich so, das sie selten gefunden werden?
Ich habe insgesamt 3 davon gefunden. Sie sind (alle zusammen) an einem schönen Band befestigt.
Durch meinen Auszug 2022 sind sie noch immer im Keller meiner neuen WOhnung.
Es ist an der Zeit sie wieder ans Licht zu bringen! Sie haben auch eine Welle von Freude in mir ausgelöst, als ich sie fand. Nacheinander.
D A N K E für die Erinnerung.
HERZlich Meike
Liebe Meike,
ich nehme es an, dass so eine Feder nicht allzu oft gefunden wird. Ab und zu habe ich Wanderer gesehen, die eine an ihrem Hut trugen. Ich musste sehr lange warten, eine solche Besonderheit zu finden. Der Eichelhäher ist schon ein bemerkenswerter Vogel.
Vielen Dank für Deine Nachricht.
Herzliche Grüße
Gisela
Liebe Gisela,
in den letzten Jahren ist in mir ein Fenster für die Wildvögel aufgegangen und ich fühle eine Verbindung und Interesse zu ihnen. Tatsächlich weniger „Daten und Fakten“ (wer legt wieviele Eier, wie ist die Flügelspannweite etc.), sondern ich habe große Freude daran sie einfach nur zu beobachten und ihr „Wesen“ wahrzunehmen.
Ich kann mir vorstellen, was für eine Freude der seltene Gast bei dir war, und noch viel mehr sein wunderschönes Geschenk. Wie schön, oder, dass wir über solche Begegnungen und Geschenke das Interesse an der Natur (unserer wahren Heimat) wieder in uns erwecken und Lust bekommen, ein wenig nachzulesen. 💚
Danke für deinen schönen Beitrag.
Alles Liebe, Britta
Liebe Gisela,
Danke für deine wunderbare Eichelhäher-Geschichte.
Sie hat mich sehr berührt und erinnert.
Ich hatte im vorigen Jahr 4 Eichelhäher in meinem Garten.
Beim Laubharken fand mein Mann auch eine solche schöne Feder und schenkte sie mir(im 64. Lebensjahr 😍).
Beim Betrachten auf der Handfläche wehte sie der Wind weg und ich fand sie nicht wieder. Tage später fand sie mein Enkel und schenkte sie mir nocheinmal….welch übergroße Freude.
Liebe Grüße an dich und danke fürs Erinnern, herzlichst Andrea ❤️.
Liebe Andrea,
da hast Du ja wirklich ein zweifaches Geschenk erhalten.
Als kurze Rückmeldung habe ich schon zwei liebenswerte Eichelhäher-Geschichten erhalten. Da bin ich doch froh, dass ich meine kleine Geschichte notiert habe. 🍀🪶 Herzlichst Gisela
Liebe Gisela, vielen lieben Dank für deinen wunderschönen Bericht. Er hat mich spontan zum
Lachen gebracht und mich an meine Eichelhäher-Beobachtungen im Garten erinnert. Ich bin fasziniert vom Eichelhäher. Und denke an den Hüter des Waldes, sobald ich ihn beim Waldspaziergang höre.
Liebe Britta,
Wildvögel leben ja mit uns in der Natur, die auch uns umgibt. Und so haben sie uns auf ihre Weise etwas zu sagen. Diese kleine schillernde Feder in der Hand zu halten und festzustellen, dass sie nur von einer Seite gestreift ist, hat meine Neugier geweckt.
Herzliche Grüße
Gisela