Poesie: Erinnerung

Kerzenschimmer spiegelt sich
mild im Winterhauch der Fensterscheibe.
Wärme spür´ ich, denk an dich,
du, der ferne meiner warmen Bleibe.
Aus dem Dunkel der Erinnerung
steigen Bilder in den Raum.
Lächelnd schweben sie und fragen nicht
warum,
goldbeschienen wie im Traum.
Fangen miteinander an zu tanzen.
Jedes einzelne für sich,
strahlendes Fragment des Ganzen
fragt nach gestern und nach morgen nicht.
Wie die Kerze auf der Fensterbank
schein auch ich hier ganz für mich.
In dem schlichten Frieden sank
Angestrengtes auf den Grund,
und löste sich.
Ariane Kluge schreibt seit ihrer Kindheit Gedichte, später kamen Essays dazu: „Dabei hat es mich besonders bei den Gedichten immer fasziniert, einer Stimmung, einer Atmosphäre, für welche wir in unserer Alltagssprache oft nur schwer Worte finden, Ausdruck zu verleihen und sie auf diese Weise sowohl für das Herz als auch für den Kopf zu erschließen und ganzheitlich begreifbar zu machen. So lasse ich ein Gedicht gerne zum Schlüssel zu der Türe werden, die unseren Verstand von der Gefühlsebene trennt.“





