Sommerwind

Lesezeit 3 Minuten –

Neulich mit meinem Sohn – der Student, der im letzten Herbst flügge wurde und ich Mama wie mit Puderzucker. Der wiederum ganz schön klumpt zwischendurch. Weil sich unsere Rollen verändern. Und damit auch unsere Beziehung. Weil auch manches anders sichtbar wird. Und jede Beziehung neben ihrem Puderzucker auch ihre Klumpen wirft. Aber über diese Klumpen wollte ich nicht schreiben, obwohl es sicherlich dem ein und anderen aus dem Herzen spräche und in einer Form auch guttut. Und mir sicherlich auch mein eigenes Verklumpe sieben würde.

Wir hatten es mit Aufmerksamkeit.

Ein abgelegtes Handy und für ihn sein Neues; sein Altes wie von Anfang an seine ewige Begleitung. „Ich weiß gar nicht, ob ich das wirklich nehmen möchte“, so sprach er. „Warum?“, fragte ich.

Und dann sprachen wir über die Zeit, die in unseren Handys steckt. Und wie viel dieser Zeit so oft und meistens so sinnlos ist. Ohne echten Nährwert. Und ob er es schafft, mit diesem abgelegten neuen Gerät weitestgehend weiter OFFLINE zu sein. Und wie er die Zeit stattdessen verbracht hat – es erinnert mich an früher: Baden im See mit Freunden. Mit Müllbeuteln bekleidet in Spülmittel getränkt, den Hügel heruntergerutscht. Noch mal kurz in den Inn hineingesprungen, zur Abkühlung. Zusammen den Berg hoch, um oben unterm Sternenhimmel zu schlafen – bei uns im Rheinland dann natürlich alles ohne Berg und Panorama oder uns abkühlender Inn. Früher, die Ferien ewig lang und intensiv, mit Freunden draußen und zusammen gelangweilt. Oder den ganzen Tag irgendwas erlebt.

Du wirst es kennen. Und so wie wir, noch heute davon erzählen.

Und so erzählt er in diesem Moment. Und seine Augen strahlen, präsent in allem Erlebten aus den letzten Wochen.

Ich habe mich darauf in meiner eigenen Präsenz beobachtet: wie aus einem ‚mal eben kurz Nachrichten checken‘ eine ganz schön lange Zeit einfach so verstreicht, ohne, dass ich es wirklich aufmerksam beachte und bewusst habe.

Wo sind wir mit unserer Aufmerksamkeit hin?

Wo war ich selbst die letzten Monate mit meiner eigenen? Wie präsent sind wir eigentlich bei dem, was wir gerade tun? Und wie nährend verbringen wir unsere Zeit?

Was ist eigentlich nährend?

Wie war es früher? Was ist es heute? Ist es anders, weil wir uns ändern? Oder weil die Zeit es tut. Trödelt die Zeit noch oder fliegt sie rasant an uns vorbei? Liegt es an uns? Oder an dem gesamten Zahn unserer Zeit? Wo bist Du aufmerksam und wo verlierst Du Dich?

Meine Tochter, die Generation die permanent ON ist. Ich habe sie mir danach geschnappt in ihrer Langeweile. Auf dem Spielplatz unter den Bäumen hängt eine Hängematte. In der Hitze vom Wind geschaukelt lagen wir da, wie eine Ewigkeit und haben erzählt. Über dies und das, ihre Pläne, ihre Gedanken, das Ende der Ferien und wie anders sie sich heute fühlt, als früher noch, als die Ferien ewig lang waren und der Sommer wie nie zu Ende ging.

Vielleicht doch einmal mehr einfach raus, wenn sich die Aufmerksamkeit wieder zerstreut in ‚mal kurz gecheckten Nachrichten‘ und Bildern, die auch genauso schnell wieder verschwinden.

Um dann mit Wind in den Haaren den Sommer einzufangen und in Deiner ganzen Präsenz einfach zu Sein.

Von Herzen, Deine Jacqueline Christine Sohns

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Jacqueline Christine Sohns
Jacqueline Christine Sohns

Ums Seelenflüstern geht es in meinen Begleitungen; herzöffnend, empathisch und nährend. Es ist Energie, die wirkt und ein energetisches Lösen und in Deinem inneren Feld aufräumen. Es ist wie Licht in das zu geben, was Dich gerade stagnieren lässt. Seelenwege, Familienthemen, Innere Kinder, Erkrankungen oder einfach Fragen, auf die Du schon lange nach Antworten suchst. Melde Dich gern! https://www.jacquelinesohns.de

Ein Kommentar

  1. Liebe Jaqueline,
    beim Lesen Deines Textes ist mir der Song „Summerwind“ von Frank Sinatra in den Sinn gekommen 💞 🥰 Danke für Dein feines Teilen Deiner Gedanken und damit Erinnern!!!!
    Und für die ZauberWorte „Sommerregen“ und „Sommerwind“ ❤️

    Herzliche Grüße zu Dir und in die Runde zu Euch,
    Dagmar

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