Poesie: Die Amseln haben Sonne getrunken

Die Amseln haben Sonne getrunken,
aus allen Gärten strahlen die Lieder,
in allen Herzen nisten die Amseln,
und alle Herzen werden zu Gärten
und blühen wieder.
Nun wachsen der Erde die großen Flügel
und allen Träumen neues Gefieder;
alle Menschen werden wie Vögel
und bauen Nester im Blauen.
Nun sprechen die Bäume in grünem Gedränge
und rauschen Gesänge zur hohen Sonne,
in allen Seelen badet die Sonne,
alle Wasser stehen in Flammen,
Frühling bringt Wasser und Feuer
liebend zusammen.
Max(imilian Albert) Dauthendey (1867-1918) wurde am 25. Juli 1867 in Würzburg geboren. Bis 1891 lebte und arbeitete er in Würzburg, wo er eine fotografische Ausbildung bei seinem Vater, einem Pionier der Fotografie in Deutschland, absolvierte. Danach zog Dauthendey zunächst nach Berlin; als weitere Stationen folgten München, Paris und ein Aufenthalt in Skandinavien. Er veröffentlichte die Prosagedichtsammlung „Ultra Violett“. 1905/06 unternahm er eine erste Weltreise, die ihn nach Ägypten, Japan, Indien, Honolulu und Amerika führte. 1914 folgte die zweite Weltreise nach Sumatra, Java und ins damalige Deutsch-Neu-Guinea. Er starb, von Tropenkrankheiten geschwächt, am 29. August 1918 interniert in Malang auf Java. Der posthum erschienene Band „Letzte Reise. Aus Tagebüchern, Briefen und Aufzeichnungen“ (1925) berichtet von den Erlebnissen seiner letzten Lebensjahre. Erst 1930 konnten die sterblichen Überreste des Dichters in seine Heimatstadt Würzburg überführt werden.






Ja, Amseln zaubern mir jedes Jahr ein besonderes Lächeln ins Herz, seit eine von ihnen in meinem Fahrradkorb genistet hat. https://imke-rosiejka.de/amselglueck-im-fahrradkorb/
Das war ein Glück nicht nur für mich und meine Kamera, sondern auch für die Küken, denn mehrfach musste ich ihr kleinen Flügelchen aus den Schlingen des Platikbandes freischneiden, dass die Henne fein ins Nest eingewoben hatte.
In diesem Jahr haben wir (Gott sei Dank – denn letztes Jahr ear ein schlechtes Amseljahr) wieder einige von ihnen im Garten und sie beginnen den Rasen (der bei uns eher einer Moosfläche gleicht) umzuarbeiten und Nistmaterial zu sammeln. In welchen unserer Bäume sie ihre Zelte aufschlagen, weiß ich nicht, aber ich kann kaum erwarten, bis die ersten Ästlinge unter den Büschen auf Futter warten.
Ich wünsche uns und allen Geschöpfen ein friedvolles (Früh)Jahr
Herzensgrüße
Imke