Schreiben, was ist

Was ist die Magie des Schreibens, werde ich manchmal gefragt. Darauf gibt es viele Antworten und jeder von Euch möge ihre eigene finden. Eine Antwort könnte sein, dass das Schreiben uns mit dem Moment verbindet – mit dem, was gerade da ist. Auch wenn wir über vergangene Erlebnisse schreiben oder in Begleitung von Papier und Stift in die Zukunft hinein lauschen – es ist (immer?) unser momentanes Sein, das wir zwischen den Worten wiederfinden. Stimmungen, Erlebnisse oder Körperlichkeit beeinflussen unsere aktuelle Wahrheit ebenso wie Orte, Tages- oder Jahreszeiten. Es ist die Welt, die sich durch uns ausdrückt, der Moment, das Heilige des Augenblicks – das, was ist.
Was wäre, wenn wir in all unseren üppigen Erzählwelten als Schreibende eigentlich immer nur das ausdrücken, was gerade da ist, weil wir gar nicht anders können? Weil es – letztendlich – nichts anderes gibt? Vielleicht verpacken wir es prunkvoll in Heldenreisen, vielleicht in Fantasiewelten oder spannend in einem Krimi. Und dennoch gibt es einen Zusammenhalt, der die Buchstaben, die Worte, die Sätze, die Bilder verbindet. Und dieser Zusammenhalt – so möchte ich es mal als These vorschlagen – ist das Sein: Die lebendige Wirklichkeit, das, was ich gerade jetzt fühle, was ich gerade jetzt wahrnehme, was ich gerade jetzt bin. Das und nur das verpacke ich in Geschichten, in Gedichte, in Worte und Sätze – hauche der Welt Leben ein, indem ich immer und immer wieder ihre vibrierende Präsenz ausdrücke.
Fallen lassen in den Moment
Loslassen, zulassen
Weich werden
Aufmachen und wahrnehmen
Alles, was ist.
Fallen lassen in den Moment
Die Feder, weiß und weich
Schwebt, vom Wind sanft getragen
Streichelt wie Sonnenstrahlen
Inspiration.
Fallen lassen in den Moment
Der Stift gleitet über
Das Papier, satt und glatt
Dunkelblaue Daseinsflüsse entstehen
Wahrheit.
Dieses Jahr werden sich einige meiner Schreibräume – online und in Präsenz – mit dieser Qualität des Schreibens beschäftigen. Ich möchte gemeinsam mit Euch lauschen und forschen. Wie verändern Jahreszeiten und Orte unseren Zugang zur lebendigen Wirklichkeit – wie verändern sie das Sein, wie verändern sie uns? Und unser Schreiben? Gemeinsam finden wir Zugang zu dieser Ebene, aus der heraus das Schreiben wahrhaftig wird. Wir können sie Quelle nennen, Ur-Ich, Instinkt, Intuition, vielleicht sogar kollektives Bewusstsein oder auch den Heiligen Geist – das pure, reine lichtvolle Sein, aus dem heraus alles entsteht und in das auch alles wieder eingeht. Indem alles ist. So wie es ist – ohne etwas hinzuzufügen. Ohne etwas wegzunehmen. Spannend? Ich finde schon – und freue mich, gemeinsam mit Euch auf intuitive Entdeckungsreise zu gehen.





